Unseren neuen Kommentar für den 11.12.16 finden Sie hier.


Heizölpreise: Hurra, das Gelddrucken geht weiter

Internationaler Markt

Die US-Regierung kann die Amtsgeschäfte wieder aufnehmen. Zu diesen Geschäften gehört unter anderem das exzessive Schuldenmachen. Das, was Ihnen und Ihrem Arbeitgeber (wenn er nicht der Staat ist) nicht erlaubt ist, wird von der US-Regierung weltweit gefordert. Heute wird es sogar bejubelt, weil es als bessere Alternative zum Nichtschuldenmachen angesehen wird.

Im Allgemeinen ist gegen das temporäre Schuldenmachen für einen guten Zweck nichts einzuwenden. In der Tat kann man das als die bessere von den zwei schlechten Alternativen, Schuldenmachen und Nichtschuldenmachen, ansehen. Gleichwohl ist der Jubel so absurd wie die Situation. Die ist nämlich keineswegs temporär, sondern dauerhaft. Niemand im Rang eines Regierungsvertreters irgendwo auf dieser Welt hat einen Plan, wie das Schuldenmachen beendet werden kann. Es wächst und wächst und wächst immer schneller. Japan ist bei einer Staatsverschuldung von 245 Prozent der Wirtschaftsleistung angekommen. Die USA erreichen 112 Prozent. In 2020 dürften es mindestens 150 Prozent werden, wenn sich nichts Grundlegendes ändert.

Nun kann man den Standpunkt vertreten, dass das Schuldenmachen, wenn es keine Alternative dazu gibt, einfach munter weitergehen soll und fragen, was schlimm daran sei? Schlimm daran ist, dass der Einfluss auf die Politik mit wachsender Staatsverschuldung von den Bürgern auf die Gläubiger übergeht. Und die interessieren sich nicht für Bildung, Sozialwesen, Infrastruktur und was sonst alles ein Gemeinwesen zusammenhält. Die interessieren sich für Renditen. Ausdruck findet das in den Forderungen der „Märkte“ an die Politik. Wir wohnen einer feindlichen Übernahme unserer Gesellschaften bei und bejubeln diese sogar. Das gilt zumindest für diejenigen, die das Ergebnis der letzten Nacht uneingeschränkt goutieren.

Dass die Finanzmärkte das Ergebnis goutieren, versteht sich von selbst. Entsprechend reagieren Aktien- und Ölbörsen. Dabei zeigen die Ölbörsen sehr schwache Gewinne. Das ist angesichts des Realmarktzustands wenig erstaunlich. Von der Angebotsseite kommen laufend neue Erfolgsmeldungen. Das Wort Knappheit dürfte für einige Jahre aus dem Vokabular eines Ölspekulanten verschwinden. Von der Nachfrageseite wird Schwäche signalisiert. Die Wachstumszahlen gehen zurück. Es ist nicht abwegig, dass bald mehr über die Frage, wo das viele Öl verwendet werden soll, als darüber wo es herkommen soll, diskutiert wird. Aber freuen Sie sich nicht zu sehr. Auch diese Phase wird vorübergehen, so wie die Freude über die Beilegung des US-Haushaltstheaters vorübergehen wird. Bereits in vier Monaten wird dieses Stück wieder gegeben. Die gute Ölphase könnte dagegen einige Jahre halten.

Eine dieser Art kritische Beurteilung des weiteren Schuldenmachens sollte natürlich die Alternative benennen, das Ende des exzessiven Schuldenmachens. Diese Alternative ist ohne jeden Zweifel brutal. Sie wird kurzfristig zu noch mehr sozialen Verwerfungen führen als die feindliche Übernahme. Sie wird allerdings die Kraft der „Märkte“ erheblich schwächen und bietet somit die Chance, zu einer echten sozialen Marktwirtschaft zurückzukehren, wohlgemerkt nach einer Phase mit deutlichem Wohlstandseinbruch. Wir würden eventuell auf das Niveau von 1960 oder 1970 zurückkehren. Die Frage ist, ob diese Konsequenz nicht die Bereinigung einer ausweglosen Situation wert ist? Für einen Krebspatienten wäre die Antwort einfach. Für eine in ihren Grundfesten angeschlagene Gesellschaft ist sie schwierig, weil die persönliche Betroffenheit nicht empfunden wird.

Nationaler Markt

Unsere Heizölpreise legen zu. Dieser Umstand kommt vollkommen erwartet als Folge der Beilegung des US-Haushaltstheaters. Die Ölnotierungen geben dabei den Ton an. Der Preisanstieg fällt relativ schwach aus. Die Sache hätte schlimmer kommen können. Vermutlich wird der kurzfristige Abwärtstrend nicht einmal aufgerieben. Und das ist die gute Erwartung. Sie lässt Hoffnung aufkommen, dass die Heizölpreise in den kommenden Wochen nachgeben werden, nicht großartig, aber spürbar. Die Situation lädt spekulative Verbraucher ein, auf einen günstigeren Kauf zu setzen. Aber verfolgen Sie die Entwicklung eng. Sie birgt Risiken. Neben dieser Internetseite steht Ihnen dazu unsere Smartphone-App zur Verfügung. Wer es lieber sicher mag und nicht spekulieren will, findet in den aktuellen Preisen auch eine gute Kaufgelegenheit. Heizöl ist günstiger als vor einem und vor zwei Jahren. Im Übrigen sind wir der Meinung, dass es schlau ist, sich um die Reduzierung des eigenen Verbrauchs zu kümmern. Wer nicht in den zukünftigen Minderverbrauch investieren mag, könnte mit dem Kauf von Zertifikaten den CO2-Ausstoß des verfeuerten Heizöls kompensieren. Infos dazu gibt es hier.

Der Markt in Stichworten

preistreibende (bullische) Einflüsse auf Heizöl: US-Government shutdown beenedet
Fortsetzung der lockeren Geldpolitik
China importierte im September unerwartet viel Öl
Einige kleinere Infrastrukturstörungen
Politische Spannungen im Nahen Osten und Nordafrika

preisdrückende (bärische) Einflüsse auf Heizöl: Schwache US-Konjunkturdaten
Iran und USA reden über das Atomprogramm
Libyen hat Teile der üblichen Lieferungen wieder aufgenommen
Irak hat neues Ölfeld in Betrieb genommen
Diverse Länder melden steigende Ölproduktion

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