Unseren neuen Kommentar für den 06.12.16 finden Sie hier.


Heizölpreise: IEA legt bullische Einschätzung vor

Internationaler Markt

Die Europäische Energie Agentur (IEA) zeichnet in ihrem aktuellen Monatsreport das Bild eines Ölmarkts mit sinkender Überproduktion. Die Reporter stehen damit konträr zu ihren Kollegen der OPEC und der Statistikbehörde im US-Energieministerium (EIA). Die wesentliche Schwächung im Aufbau der Ölförderung sehen die IEA-Statistiker nicht in den USA, wo die niedrigen Preise bereits sichtbare Spuren im Bohranlagenbestand hinterlassen, sondern in Kolumbien. Die Konsequenz dieser Einschätzung ist eine höhere Nachfrage nach OPEC-Öl. Diese zu befriedigen, ist nach gegenwärtigem Stand überhaupt kein Problem. Die Aufwertung dieser Ölproduktion stellt den Markt für Finanzjongleure aber in ein anderes Licht. Bullische Stimmungslagen werden wieder denk- und, wie am Freitag geschehen, realisierbar.

Die Förderfähigkeit der OPEC steigt aktuell weiter an, obwohl das Kartell mit Libyen einen bedeutenden Ausfallkandidaten in seinen Reihen hat. Stärke zeigt dagegen der Irak, der seine Förderung auf vier Millionen Barrel pro Tag steigern konnte. Dieser neue Spitzenwert ist angesichts der instabilen Lage des Landes bemerkenswert. Wegen dieser instabilen Lage bietet er, anders als beispielsweise die US-Produktion, aber nur begrenztes Vertrauen in die Marktstabilität.

Aus der Finanzszene sind seit Freitag vermehrt Stimmen zu hören, die einer Aufwärtskorrektur der Ölpreise das Wort reden. Gegenteilige Meinungen mit extremen Tiefpreisschätzungen von weniger als 30 Dollar pro Barrel werden allerdings auch noch vertreten. Das spricht für ein hohes Volatilitätspotenzial bei der Preisbildung. Heute Morgen schwingen die Ölnotierungen sichtbar aber keineswegs extrem. Der Dollar bewegt sich kaum. Nach der rasanten Rallye der letzten Tage ist Ruhe angesagt. Sein Aufwärtspotenzial ist immer noch uneinschätzbar hoch. Die Tonne Gasöl kostet aktuell 479,00 Dollar . Das Barrel Rohöl wird in New York zu 48,33 Dollar und in London zu 49,97 Dollar gehandelt. Der US-Dollar kostet 0,8644 Euro . Damit kostet der Euro 1,1569 Dollar .

Nationaler Markt

Unsere Heizölpreise legten am Freitag erneut zu. Damit erzwangen sie eine Neubewertung des Trends. Er bleibt abwärts gerichtet, allerdings mit geringerem Gefälle. Es ist gut möglich, dass weitere Korrekturen folgen werden, da der Preis bereits wieder am oberen Rand des Trendkanals kratzt, wie der 3-Monats-Chart der aktuellen Heizölpreis-Tendenz zeigt.

Im Binnenmarkt ist das Kaufinteresse hoch. Der Handel ist hart gefordert. Er kommt mit der Lage dennoch recht gut zurecht. Ganz ohne längere Lieferzeiten geht es nun aber nicht.

Unser Schwarm-O-Meter für Heizöl, das das Kaufverhalten der Kunden ins Verhältnis zu ihren Preisanfragen setzt, steht auf der höchsten Stufe. Mehr geht hier nicht. Um die Lage heute richtig darzustellen, müssten wir Balken hinzufügen.

Die Hoffnung auf günstigeres Heizöl schrumpft bei unseren Lesern nun deutlich. Viele Beobachter wechselten und wechseln in diesen Tagen die Position. Sie wurden und werden zu Käufern. Diejenigen Leser, die weiterhin auf tiefere Preise spekulieren, brauchen gute Nerven. Ihre Handelsidee ist keineswegs abwegig. Sie wird aber, wenn sie klappen sollte, mit dem zwischenzeitlichen Ertragen von schlechten Kaufmomenten verbunden sein.

Ausdruck findet das beispielsweise in unserem mathematische Tiefpreis-System. Es gibt keine Kaufsignale mehr. Man kann das mutig sehen und einfach vertrauensvoll auf das nächste Signal warten. Es kommt bestimmt. Ob der Preis dann tiefer liegt als heute, ist nicht gewiss.

Die Preistrends weisen in allen Bereichen abwärts. Die Konstellation ist natürlich eine Einladung zur Spekulation auf noch mehr Abgang. Nach Lage der Dinge könnte das im weiteren Verlauf des Winters auch möglich sein. Es ist aber Respekt vor dem Wahnsinn der Börsen geboten. Der tiefe Fall der Ölpreise führt vermehrt zu starken Gegenreaktionen. Die größte Gefahr, dass die Trends nun irreführend sind, geht aus unserer Sicht vom Dollar aus. Dessen Aufstieg ist furchteinflößend.

Im Übrigen sind wir der Meinung, dass wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln müssen, um zukunftsfähig zu sein. Die freundliche Marktausrichtung ist kein Dauerzustand.

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