Unseren neuen Kommentar für den 09.12.16 finden Sie hier.


Heizölpreise: Im Griff fehlender Dialogbereitschaft

Internationaler Markt

Ukraine, unsere Welt dreht sich derzeit um die Ukraine. So wie es läuft, hilft das weder den 44 Millionen Ukrainern (ohne die Krim) noch dem „Rest der Welt.“ Allenfalls hilft es ein paar Finanzjongleuren, die auf steigende Ölnotierungen setzen. Ihre Wetten gehen auf, nicht mit Bravour, aber immerhin mit überschaubaren Gewinnen. Neben dem vollkommen überflüssigen medialen Schlagabtausch zwischen Ost und West birgt die Lage erhebliches Eskalationspotenzial. Die im Osten des Landes entflammte Konfrontation zwischen irregulären und regulären Milizen ist nur ein Aspekt. Ursache der wesentlichen Streitigkeiten ist das wirtschaftliche Desaster. Es kann nur über eine Zusammenarbeit des Westens mit Russland gelöst werden. Das ergibt sich allein aus der Energiesituation der Ukraine. Gemessen an der Wirtschaftsleistung, sie ist deutlich geringer als die Griechenlands, benötigt das Land enorme Mengen Erdgas, rund 70 Prozent des deutschen Verbrauchs. Beim Öl ist die Lage entspannter. Hier sind es lediglich 12 Prozent unserer Nachfrage. Liefern kann das Gas nur Russland, bezahlen kann es Russland oder der Westen. In der Frage muss man miteinander reden. Dabei werden die Parteien vermutlich zu der Einschätzung kommen, dass auf der Krim, entgegen aller Proteste, eine für die Menschen gute Lösung herbeigeführt wurde. Eine ähnliche Lösung würde in der Ostukraine wahrscheinlich umgehend Ruhe einkehren lassen, da sie den Menschen allemal eine bessere Perspektive böte als unter Beibehaltung der bestehenden Gebietszugehörigkeiten denkbar wäre. Misslich nur, dass diese Gedanken im internationalen Politikkontext tabu sind. So werden wir uns hier weiter dem bullischen Treiben der Finanzszene beugen müssen. Immerhin ist es durch die prinzipiell gute Marktlage gedämpft.

Nationaler Markt

Unsere Heizölpreise befinden sich an der oberen Grenze des mittelfristigen Abwärtstrends und die auslösende Unruhe ist nicht eingedämmt. Das kann einem den Optimismus austreiben. Der Binnenmarkt fängt die Entwicklung an den Börsen ein wenig auf. Viel preisliche Entspannung ist trotz der zurückhaltenden Nachfrage aber nicht zu erwarten. Wir werden uns wohl auf einen Trendbruch einstellen müssen. Bleibt nur zu hoffen, dass die Politik in den kommenden Wochen zur Vernunft kommt und damit die Chance einer späteren Rückkehr zum Abwärtstrend zurückkehrt. Der ist angesichts der physischen Marktlage nach wie vor berechtigt. Wer auf diesen spekuliert, braucht hohes Risikobewusstsein, viel Geduld, eine ausreichende Restmenge Heizöl im Tank und unsere zeitnahen Informationen. Wer sich darauf nicht einlassen will oder kann, sollte Heizöl kaufen. Die Preise sind im Vergleich zu den Vorjahren gut. Im Übrigen sind wir der Meinung, dass wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln müssen, um zukunftsfähig zu sein. Die prinzipiell freundliche Marktausrichtung ist kein Dauerzustand.

Der Markt in Stichworten

preistreibende (bullische) Einflüsse auf Heizöl: Ukraine-Konflikt
US-Konjunkturdaten
Weniger Öl aus der Nordsee

preisdrückende (bärische) Einflüsse auf Heizöl: Verhandlungen um iranisches Atomprogramm laufen gut
Libyen beginnt etwas mehr Öl zu exportieren
Rohölnachfrage der Raffinerien sinkt zum Frühjahr

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