Unseren neuen Kommentar für den 09.12.16 finden Sie hier.


Heizölpreise: Im Suchmodus nach dem richtigen Wert

Internationaler Markt

Nachdem der Vertrauensverfall gegenüber dem Euro am Donnerstag für einen weiteren Aufwärtssprung des Dollars sorgte, stand am Freitag erneut eine Steigerung der Ölpreise auf dem Programm. Als bullische Faktoren mussten die Lieferausfälle aus dem Irak und aus Libyen sowie kalte Temperaturen und schwache Raffineriekapazitäten in den USA herhalten. Zu neuen Preishochs reichte es allerdings nicht bei allen Notierungen. US-Rohöl WTI (West Texas Intermediate) blieb deutlich hinter den Spitzenwerten der ersten Februarhälfte zurück. Hier wurde weiterhin die steigende US-Rohölproduktion gehandelt.

Die Lieferprobleme des Iraks und Libyens sind mittlerweile ganz oder teilweise überwunden, so dass im März wieder mehr Rohöl nach Europa gelangen kann. Die Abschaltung der Explorationsgeräte in den USA scheint den Höhepunkt überschritten zu haben, so dass das hohe Förderniveau dort weniger stark bedroht ist. Beide Aspekte dürften in den nächsten Tagen zu einem leichten Rückgang der Ölnotierungen und der Heizölpreise führen.

In der Finanzszene sucht man derweil nach einer Einstellung zum realen Markt. Da wird weiterhin über Überversorgung schwadroniert und an Tiefpreisphantasien appelliert, gleichzeitig werden die Preise aber nach oben getrieben. Etwas handfester wirken dagegen Einschätzungen aus der Ölszene. Dort wird über eine Konsolidierung der Preise knapp über dem gegenwärtigen Niveau sinniert. Das passt durchaus in den Rahmen gängiger Börsenerfahrungen, wonach starke Rückgänge mit Übertreibungen einhergehen, von denen ein Drittel nach Durchlaufen des Tiefpunkts annulliert wird. Demnach sollte der Preis für Rohöl Brent zwischen 65 und 70 Dollar pro Barrel gut aufgehoben sein. Bei diesem Preis ist die US-Förderung allerdings immer noch bedroht. Sie braucht, um langfristig erhalten zu bleiben, mindestens zehn Dollar mehr.

Heute Morgen sehen wir den Ölnotierungen an den Börsen einen Hang zur Gewinnabgabe an. Der Dollar legt hingegen schon wieder zu. Die Tonne Gasöl kostet aktuell 595,25 Dollar . Das Barrel Rohöl wird in New York zu 49,23 Dollar und in London zu 61,89 Dollar gehandelt. Der US-Dollar kostet 0,8951 Euro . Damit kostet der Euro 1,1173 Dollar .

Nationaler Markt

Die Heizölpreise legten zum Wochenende erneut zu. Ihr Aufwärtstrend ist intakt. Gleichwohl sieht man ihnen in der 3-Monats-Ansicht der aktuellen Heizölpreis-Tendenz mittlerweile eine seitwärtsgerichtete Ausprägung an. Das Bild entspricht Äußerungen zur Konsolidierung der Ölpreise, wie sie in der Ölszene zu hören sind.

Der Binnenmarkt ist eine ruhige Veranstaltung geworden. Er verliert die Attraktivität der großen Preisbewegung. Es gibt nur noch wenige Bestellungen und etwas Hoffnung. Unser Schwarm-O-Meter für Heizöl, das das Kaufverhalten der Kunden ins Verhältnis zu ihren Preisanfragen setzt, und die Lesereinschätzung zur Preisentwicklung zeigen das entsprechend an. Das eine steht auf einem mittleren Wert für die Kaufbereitschaft, das andere auf einem Mehrheitswert für die Erwartung an fallende Heizölpreise. Neben ein paar Spontankäufern sind noch Beobachter im Markt, die bei tieferen Preisen zu kaufen gedenken.

Diese Beobachter werden sich eventuell vom mathematischen Tiefpreis-System bestätigt fühlen. Das gibt derzeit keine Kaufsignale. Diese werden definitiv wieder kommen. Ob der Preis dann wirklich tiefer liegt als heute, ist leider nicht gewiss.

Die Preistrends weisen nur in den längerfristigen Bereichen abwärts. Diese Konstellation legt eine Spekulation auf fallende Ölpreise nicht unbedingt nahe, die Überversorgung des realen Markts hingegen schon. Die Heizölpreis-Entwicklung steckt weiterhin in einer 50/50 Situation.

Unser simpler Rat an alle Unentschlossenen lautet: Wenn Ihr Tank demnächst eine Füllung verlangt, sollten Sie kaufen. Seien Sie einfach mit dem gewaltigen Preissturz, von dem immer noch ein ordentlicher Anteil verblieben ist, zufrieden. Wenn Sie genügend Heizöl für diesen Winter im Tank haben, über ein gutes Nervenkostüm verfügen, um unliebsame Preisentwicklungen zu ertragen, und den spekulativen Kick lieben, sollten Sie es riskieren, auf bessere Preise zu setzen.

Im Übrigen sind wir der Meinung, dass wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln müssen, um zukunftsfähig zu sein. Die freundliche Marktausrichtung ist kein Dauerzustand.

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