Unseren neuen Kommentar für den 11.12.16 finden Sie hier.


Heizölpreise: Im guten Trend

Internationaler Markt

Die Ölnotierungen tendieren seit drei Jahren seitwärts. Die letzten Tage lassen einen beginnenden Abwärtstrend erahnen. Angesichts der geopolitischen Spannung um die Ukraine ist die Entwicklung bemerkenswert. Sie desavouiert eine klischeehaft kommunizierte Politik, die in dieser Form gar nicht real ist. Und sie unterstreicht, dass ein gutes Ölangebot auf eine geringere Nachfrage trifft. Die Dollarnotierungen tendieren seit bald zwei Jahren abwärts. Darin kommt die Aufweichung der US-Währung durch massenhaft geschöpftes Zentralbankgeld zum Ausdruck, das keinen ausreichenden Gegenwert in der Realwirtschaft hat. Mit diesen Sätzen sind die wesentlichen Umstände zur Erklärung der Ölpreisentwicklung hierzulande genannt. Hinzu kommt von Zeit zu Zeit ein Naturereignis, Verwerfungen in einem Ölförderland, Sorgen um den Fortbestand des Geld- und Finanzsystems oder irgendein anderes Theater. Bisweilen ist das durchaus skurril, so wie die Geschichte um den nordkoreanischen Öltanker, der im Auftrag libyscher Separatisten mit libyschem Rohöl unterwegs ist. Er ist der militärischen Eskorte durch die Staatsmacht tatsächlich entkommen. Ein Gewinn für die Separatisten ist das nicht zwingend. Denn nun wird das Schiff auch von den USA gejagt. Sie wollen das gebunkerte Öl anteilig für US-amerikanische Firmen, die in Libyen im Rahmen eines Joint Venture tätig sind, sichern. Nicht auszudenken, was für ein Krisengegacker in Washington losbrechen würde, wenn das Schiff unaufgebracht in Nordkorea ankäme. Die Ölnotierungen bewegt die Angelegenheit derzeit nicht. Sie ist themenbezogene Unterhaltung.

Nationaler Markt

Unsere Heizölpreise bewegen sich immer noch streng im Trend an seiner unteren Flanke abwärts. Gestern halfen die Ölnotierungen dabei. Der Binnenmarkt ist zwar etwas belebter. Einen eigenen Preiseinfluss kann er aber kaum beitragen. Dazu reicht der Nachfragesog einfach nicht aus. Die Aussichten für eine Fortsetzung des freundlichen Trends sind gut. In den kommenden Wochen werden sie von einer saisonüblichen Nachfrageschwäche begleitet. Die endet typischerweise mit dem Beginn der Urlaubszeit. Mit ihr steigt in der westlichen Welt der Ölbedarf. Bis dahin könnte es sich lohnen, auf tiefere Heizölpreise zu spekulieren. Wer sich darauf einlässt, braucht Risikobewusstsein, Geduld, eine ausreichende Restmenge Heizöl im Tank und unsere zeitnahen Informationen. Wer Spekulation abwegig findet, findet jetzt bereits gute Preise vor, die ohne Abstriche kaufenswert sind. Sie liegen nahe an einem Dreijahrestief. Im Übrigen sind wir der Meinung, dass wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln müssen, um zukunftsfähig zu sein. Die freundliche Marktausrichtung ist kein Dauerzustand.

Der Markt in Stichworten

preistreibende (bullische) Einflüsse auf Heizöl: Libyen droht zu zerreißen
Unruhen in Venezuela
US-Konjunkturzahlen mal wieder positiv

preisdrückende (bärische) Einflüsse auf Heizöl: Chinesische Konjunkturzahlen mal wieder schwach
USA geben Teil der strategischen Reserven frei
Rohölnachfrage der Raffinerien sinkt zum Frühjahr
US-Öl über neue Pipeline besser verfügbar

Teilen Sie uns Ihre Meinung mit!

Uns ist Ihre Meinung wichtig. Schreiben Sie mir direkt unter
E-Mail: KlausBergmann@esyoil.com

Presse-Kontakt

Weitere Informationen