Unseren neuen Kommentar für den 07.12.16 finden Sie hier.


Heizölpreise: Immer am Rand entlang

Internationaler Markt

Nach Einschätzung der OPEC wird ihr Öl in diesem Jahr stärker nachgefragt als bisher erwartet wurde. Der Mehrbedarf ergibt sich aus einer geringeren Verfügbarkeit von Nicht-OPEC-Öl. Die Prognose stellt eine Wende in der Beschreibung des Ölmarkts dar. Seit dem Erfolg des unkonventionellen Öls in Nordamerika geht man davon aus, dass damit stetig Marktanteile von OPEC-Anbietern übernommen werden. Diese Tendenz ist nun anscheinend gebrochen, weil die technologiegetriebene Förderung außerhalb der OPEC angesichts des geringen Preisniveaus nicht fortentwickelt werden kann. Finanzjongleure registrierten zunächst nur die steigende Nachfrage nach OPEC-Öl und bewerteten die Einschätzung bullisch. Mittlerweile ist ihnen klar, dass es lediglich um eine Verlagerung von Marktanteilen geht, die Angebot und Nachfrage nicht berühren. Die Börsennotierungen kamen über Nacht zurück.

Die IEA (Internationale Energie Agentur) kam mit einer Fünf-Jahres-Prognose heraus, in der sie die globale Nachfrage aufgrund schwacher Konjunkturen moderat steigen sieht. Das Angebot wird im gleichen Zeitraum allerdings noch geringer steigen. Damit ist das aktuelle Überangebot in keiner Weise infrage gestellt. Mittel- und langfristig wird es sich aber auflösen, selbst wenn die globale Wirtschaft nicht brummt.

Die Finanzszene philosophiert derweil, ob dieses Überangebot noch einmal für einen Preisrückgang sorgen kann oder ob die Wende zu höheren Preisen unwiderruflich vollzogen ist. Heute Morgen sah es zunächst so aus, als sollte der nächtliche Preisrückgang an den Börsen fortgesetzt werden. Die Tendenz ist in diesem Moment aber durchbrochen. Die Tonne Gasöl kostet aktuell 563,50 Dollar . Das Barrel Rohöl wird in New York zu 52,26 Dollar und in London zu 57,72 Dollar gehandelt. Der US-Dollar kostet 0,8829 Euro . Damit kostet der Euro 1,1326 Dollar .

Nationaler Markt

Unsere Heizölpreise gehen ihren Weg am oberen Rand des Aufwärtstrends, der nun fast einen Monat lang gültig ist. Identifizieren kann man diesen Trend noch nicht so lange. Schließlich musste er sich zunächst ausbilden. Wie immer bei Trends und Prognosen, die die Zukunft betreffen, ist man schlauer, wenn sie Vergangenheit sind.

Im Binnenmarkt geht die Bestellfreude nun spürbar zurück. Der Handel ist darüber im Augenblick nicht traurig, da er immer noch hart gefordert ist. Die hohen Orderzahlen der letzten Wochen und vermehrt auftretende Eilbestellungen müssen abgearbeitet werden. Sie führen vielerorts zu längeren Lieferzeiten.

Unser Schwarm-O-Meter für Heizöl, das das Kaufverhalten der Kunden ins Verhältnis zu ihren Preisanfragen setzt, steht nicht mehr auf der höchsten Stufe. Der stete Preisanstieg dämpft die Kauflaune.

Viele Leser haben sich inzwischen endgültig von der Hoffnung auf günstigeres Heizöl mit einem Kauf verabschiedet. Es gibt aber weiterhin Optimisten, die auf tiefere Preise setzten. Sie bilden nur noch eine schwache Mehrheit. Die Handelsidee „tiefere Preise im Verlauf des Winters“ ist nicht vollkommen abwegig. Sie ist aber, wenn sie klappen sollte, mit dem zwischenzeitlichen Ertragen von schlechten Kaufmomenten verbunden. Das verursacht unangenehme Stimmungen.

Eine Bestätigung für die Handelsidee steckt möglicherweise in unserem mathematischen Tiefpreis-System. Es gibt derzeit keine Kaufsignale. Man kann das mutig sehen und vertrauensvoll auf das nächste Signal warten. Es kommt bestimmt. Ob der Preis dann wirklich tiefer liegt als heute, ist leider nicht gewiss.

Die Preistrends weisen nur noch in den längerfristigen Bereichen abwärts. Die Konstellation legt eine Spekulation auf fallende Preise nicht unbedingt nahe. Nach Lage der Dinge am realen Markt könnte Heizöl im weiteren Verlauf des Winters zwar noch einmal billiger werden. Der tiefe Fall der Ölpreise zieht aber immer mehr Bullen an, die einen Preisanstieg unbedingt mitmachen wollen. Sie wirken mit ihrer Geldmacht gegen den Realmarkteinfluss.

Unser simpler Rat an alle Unentschlossenen lautet: Wenn Ihr Tank demnächst eine Füllung verlangt, sollten Sie kaufen. Seien Sie einfach mit dem gewaltigen Preissturz, der in den letzten Monaten aufgelaufen ist, zufrieden. Wenn Sie genügend Heizöl für diesen Winter im Tank haben, über ein gutes Nervenkostüm verfügen, um unliebsame Preisentwicklungen zu ertragen, und den spekulativen Kick lieben, können Sie es riskieren, auf bessere Preise zu setzen.

Im Übrigen sind wir der Meinung, dass wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln müssen, um zukunftsfähig zu sein. Die freundliche Marktausrichtung ist kein Dauerzustand.

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