Unseren neuen Kommentar für den 04.12.16 finden Sie hier.


Heizölpreise: Immer die gleiche Platte

Internationaler Markt

Die Kernländer Europas befanden sich im ersten Quartal 2013 in einer Rezession. Die Industrie der USA erwartet einen Wirtschaftsabschwung. Der Ölverbrauch der alten Industrieländer geht zurück. Im Verkehr der USA wird derzeit acht Prozent weniger Benzin verbraucht als vor einem Jahr. Im Sommer soll die Benzinnachfrage ein Zwölf-Jahres-Tief erreichen. Derweil wird das Ölangebot kräftig ausgeweitet.

Woche für Woche wird diese Konstellation in den US-Vorräten abgebildet. In der Gesamtschau über alle Produkte wird ein Hoch nach dem anderen erreicht. Die aktuellen Zahlen der berichtenden Institutionen DOE (Department of Energy) und API (American Petroleum Institute) lauten wie folgt:

Rohöl: -0,6 Mio. Barrel (DOE) bzw. +1,1 Mio. Barrel (API)
Heizöl und Diesel: +2,3 Mio. Barrel (DOE) bzw. +1,9 Mio. Barrel (API)
Benzin: +2,6 Mio. Barrel (DOE) bzw. -0,5 Mio. Barrel (API)

In Summe ergibt sich ein Aufbau von 4,3 (DOE) bzw. 2,5 (API) Mio. Barrel. Die Raffinerieauslastung stieg auf 88 Prozent. Der Wert ist ordentlich, angesichts der schwachen Benzinnachfrage sogar sehr gut.

Wer die fundamentale Idee der Volkswirtschaftslehre verstanden hat, muss sinkende Ölpreise erwarten. Alles andere stellt die gesamte Lehre infrage oder weist auf eine anders geartete Störung hin. Genau das muss nach den gestrigen Kursgewinnen einmal mehr konstatiert werden.

Eine Störung wird von Finanzjongleuren in den politischen Spannungen um den Iran und Syrien gesucht. Haltbar ist die Argumentation nicht, da selbst der unwahrscheinliche Fall einer vollständigen Lieferunterbrechung aus der Region nicht zu ernsthaften Einschränkungen der Ölversorgung führen würde. Die gewichtigste Störung stellt das Finanzsystem dar. Die dort herrschende Geldflut führt das klassische Wissen um volkswirtschaftlichen Wohlstand ad absurdum. Ausdruck findet das Dilemma in steigenden Aktien- und Ölnotierungen. Mit jedem neuen Kurshoch wächst die Wahrscheinlichkeit eines plötzlichen Zusammenbruchs der aufgeblasenen Buchvermögen. Den Ölpreisen soll das aus Sicht der Verbraucher nicht schaden.

Heute Morgen tendieren die Ölnotierungen zu einer Gegenreaktion auf die merkwürdige Rallye von gestern Abend. Die Tonne Gasöl kostet aktuell 859 Dollar. Das Barrel Rohöl wird in New York zu 93,79 Dollar und in London zu 103,20 Dollar gehandelt. Der US-Dollar kostet 77,77 Eurocent.

Nationaler Markt

Unsere Heizölpreise legten gestern zu. Sie wurden von den Ölnotierungen und mehr noch vom Dollarkurs getrieben. Aus dem Binnenmarkt gab es keinen Anhaltspunkt für Preisauftrieb. Hier ist die Situation wieder entspannt. Trotz des fröhlichen Gewinnstrebens der Finanzszene bleibe ich hinsichtlich rückläufiger Heizölpreise optimistisch. Im kurzfristigen Preischart entwickelt sich gerade eine Situation, die auf eine bald einsetzende starke Veränderung hindeutet. Die Wahrscheinlichkeit, dass die nach unten statt nach oben verlaufen wird, ist gegeben. Ungeachtet der Aussichten stellen wir fest, dass Heizöl weiterhin billiger ist als vor einem Jahr. Im Übrigen sind wir der Meinung, dass es schlau ist, sich um die Reduzierung des eigenen Verbrauchs zu kümmern. Dazu empfehlen wir in einem ersten Schritt unseren e-Peilstab. Mit ihm lässt sich der Heizölverbrauch messen. Auf esytrol entsteht aus den Messungen ein Bild zur Energieintensität des eigenen Hauses. Wenn das bekannt ist, können Handlungen folgen.

Der Markt in Stichworten

preistreibende (bullische) Einflüsse auf Heizöl: Spannungen in Nordafrika, Nahost und Nordkorea
EZB macht Geld locker
FED sieht Gelddrucken nach wie vor positiv
Einige kleine Infrastrukturstörungen
China wächst weiterhin

preisdrückende (bärische) Einflüsse auf Heizöl: US-Bestandsdaten
Schwache Konjunkturzahlen
Alte Industrienationen brauchen immer weniger Öl
EIA-, OPEC- und IEA-Monatsberichte
US- und Nordseeförderungen steigen
Sehr viel Öl am Markt

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