Unseren neuen Kommentar für den 04.12.16 finden Sie hier.


Heizölpreise: Immer noch kein Ende des Abgangs

Internationaler Markt

So richtig scheint es mit dem Bremsen des Ölpreisverfalls noch nicht zu klappen. Der Preiskampf unter den Produzenten geht in die nächste Runde und die Finanzszene senkt erneut ihre Preisprognosen. Die OPEC produziert weiterhin über der im November selbst auferlegten Fördergrenze, obwohl Libyen nun fast nichts mehr dazu beiträgt. In den USA sinkt die Zahl der Bohranlagen, die neue Quellen erschließen sollen. Es sind dennoch mehr Anlagen als vor einem Jahr aktiv.

Nach Saudi Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten reduziert nun auch der Irak seine Februarpreise für Lieferungen in die USA und nach Europa. Zudem hält man an der für Januar angekündigten Erhöhung der Exporte fest. Die Marktlage ist für die Preise erdrückend. Für Nordseeöl Brent prognostiziert Goldman Sachs nun nur noch 50 Dollar pro Barrel im Jahresdurchschnitt und Tiefpreise unter 40 Dollar pro Barrel. In der Finanzszene häufen sich die Meinungen, dass wir noch einmal die tiefsten Preise des 2008er Crashs sehen werden. Bei Brent wären das 36,20 Dollar pro Barrel.

Fachkundige Aussagen über Preise und Kosten sind elastisch. Diese Erfahrung mussten wir über die Jahre immer wieder machen. Nachdem die Grenzkosten der Förderung vor nicht all zu langer Zeit im Bereich von 80 Dollar pro Barrel angegeben wurden, heißt es nun, dass sich mit den aktuellen Preisen immer noch Geld verdienen ließe. Analysten des Beratungsunternehmens Wood Mackenzie behaupten, dass selbst unter 40 Dollar pro Barrel nur 1,6 Prozent der Produktion nicht mehr im Geld wäre.

Heute Morgen deutet sich an den Börsen in der Tat ein weiterer Abgang an. Er würde ausnahmsweise wieder einmal in voller Stärke beim Verbraucher ankommen, weil der Dollar seinen gewaltigen Aufstieg unterbricht. Die 2008er Tiefstpreise würden übrigens nach gegenwärtigem Stand der Dinge nicht zu den gleichen Tiefstpreisen für Heizöl führen, da der Dollar teurer ist als damals. Die Tonne Gasöl kostet zur Stunde 470,00 Dollar . Das Barrel Rohöl wird in New York zu 47,42 Dollar und in London zu 49,06 Dollar gehandelt. Der US-Dollar kostet 0,8436 Euro . Damit kostet der Euro 1,1854 Dollar .

Nationaler Markt

Unsere Heizölpreise rühren sich wieder abwärts. Damit bleiben sie ihrem steilen Abwärtstrend treu, wie der 3-Monats-Chart der aktuellen Heizölpreise zeigt. Für die Entwicklung wäre es aber auch kein Beinbruch, wenn der Trend etwas sanfter gestellt werden müsste und der Preisrückgang langsamer verliefe. Wir rechnen damit, bald einen entsprechenden Eingriff vornehmen zu müssen.

Im Binnenmarkt ist das Kaufinteresse hoch. Der Handel ist hart gefordert. Er kommt mit der Lage dennoch recht gut zurecht. Ganz ohne längere Lieferzeiten geht es nun aber nicht. Das liegt auch daran, dass im Winter mehr Eilbestellungen auflaufen als üblich. Die haben notgedrungen Vorfahrt. Logistisch sind sie Taxi- statt Busfahrten. Das heißt, sie erlauben weniger Transportmenge.

Unser Schwarm-O-Meter für Heizöl, das das Kaufverhalten der Kunden ins Verhältnis zu ihren Preisanfragen setzt, steht hoch aber nicht ganz oben. Der Glaube an günstigeres Heizöl ist ein wenig zurückgegangen. Mit der Gegenreaktion der Heizölpreise in der letzten Woche wechselten viele Beobachter ihren Status und wurden zu Käufern. Gleichwohl ist die Zahl der verbliebenen Beobachter, die auf tiefere Preise spekulieren, weiterhin beachtlich.

Das mathematische Tiefpreis-System gibt wieder Kaufsignale in allen deutschen Regionen. Damit liegt eine Entscheidungshilfe vor. In der kalten Jahreszeit kommen Kunden hinzu, die keine ausgewiesenen Preisbeobachter und Schnäppchenjäger sind. Sie treffen auf einen bemerkenswert günstigen Moment mit wunderbaren Preisen.

Die Preistrends weisen in allen Bereichen abwärts. Die Konstellation ist natürlich eine Einladung zur Spekulation auf noch mehr Abgang. Nach Lage der Dinge sollte das im weiteren Verlauf des Winters auch möglich sein. Es ist aber Respekt vor dem Wahnsinn der Börsen geboten. Der tiefe Fall der Ölpreise kann bisweilen zu starken Gegenreaktionen führen.

Im Übrigen sind wir der Meinung, dass wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln müssen, um zukunftsfähig zu sein. Die freundliche Marktausrichtung ist kein Dauerzustand.

Teilen Sie uns Ihre Meinung mit!

Uns ist Ihre Meinung wichtig. Schreiben Sie mir direkt unter
E-Mail: KlausBergmann@esyoil.com

Presse-Kontakt

Weitere Informationen