Unseren neuen Kommentar für den 02.12.16 finden Sie hier.


Heizölpreise: In der Ukraine festgefahren

Internationaler Markt

Nun stehen die politischen Akteure in Ost und West im Matsch. Nichts geht mehr, außer sich gegenseitig Hilfe zu geben, um aus der Misere herauszukommen. Um es vorwegzunehmen, diese Situation sollte die Ölpreise wieder abwärts drücken.

Nie waren wir so nahe an einer Sanktionierung der Energieversorgung von Russland nach Europa. Gleichwohl gibt es keinen Grund, diese ernsthaft zu erwarten. Die Lage, in die sich Russland und die USA-EU-Koalition manövriert haben, scheint ihnen mittlerweile bewusst zu werden. Russland hat jetzt eine mehr oder weniger offizielle Einladung, sich zwei östliche Regionen der Ukraine einzuverleiben. Der Wert dieser Einladung besteht ausschließlich darin, einen Propagandasieg über den Westen errungen zu haben. Die Regionen selbst wären nur eine unliebsame Kostenstelle im Staatshaushalt. Sie würden auf unabsehbare Zeit nichts erwirtschaften. Der Westen wäre gezwungen, als Zeichen der Nichtanerkennung des Propagandasieges die höchste Stufe der Sanktionen ausrufen. Das würde Russland ohne Zweifel schaden. Und es würde die Energieversorgung der EU demolieren. Die Situation macht deutlich, wie absurd es ist, Geopolitik mit den Kategorien Sieg und Niederlage zu betreiben. Faktisch hat der Sieger den größeren Verlust zu tragen als der Verlierer. Der Sieger muss die notwendige Rettung in der Ukraine allein stemmen.

Anstatt sich über die mögliche Annexion einer hilfsbedürftigen Region den Kopf zu zerbrechen, sollte man darüber reden, wie die gesamte Ukraine ab dem 1. Juni energetisch versorgt werden kann. Denn ab dem Tag erhält das Land russisches Gas nur noch gegen Vorkasse. Das Geld hat die Ukraine nicht. Die Gaslieferungen würden vollkommen legitim eingestellt. Wenn kein Gas in ukrainische Pipelines eingeleitet wird, kann auch kein Gas über die Ukraine in die EU fließen. Damit wäre die Hauptversorgungsader abgeschnitten. Folglich wird die EU das in der Ukraine benötigte Gas zahlen müssen. Sie wird dankbar sein, wenn sie nur für einen Teil der Ukraine aufkommen muss.

In den nächsten Tagen wird der Pulverdampf um das Referendum in Donezk und Lugansk verfliegen. Dann werden sich Russland und die EU gezwungenermaßen an einen Tisch setzen und eine Lösung aushandeln. Dieser Umstand wird einen spürbaren bärischen Einfluss auf die Ölpreise haben.

Bereits heute werden die Verhandlungen mit dem Iran über sein Atomprogramm wiederaufgenommen. Die Chance für einen erfolgreichen Abschluss ist bemerkenswert hoch. Sollte er gelingen, wird der Iran zusätzliches Öl auf den Markt bringen. Mit jedem positiven Zeichen, das den Verhandlungsraum verlässt, wird der bärische Einfluss auf die Preise steigen.

Heute Morgen sehen wir die Preisentwicklung an den Ölbörsen noch wankelmütig. Die Wahrscheinlichkeit für einen Preisabgang aufgrund neuer geopolitischer Entwicklungen schätzen wir gleichwohl hoch ein. Die Tonne Gasöl kostet 902,75 Dollar. Das Barrel Rohöl wird in New York zu 100,63 Dollar und in London zu 108,37 Dollar gehandelt. Der Euro kostet 1,3758 US-Dollar.

Nationaler Markt

Unsere Heizölpreise bewegen sich, wie in den Tagen zuvor, wenig. Die Vorgaben von den Öl- und Dollarnotierungen lassen nichts anderes erwarten. Der Binnenmarkt ist gelähmt, weil das Kaufinteresse gering ist. Es lässt sich auch nicht durch kleine Rabatte in den Preisen stimulieren. Unser Tiefpreis-System bestätigt die Einschätzung der Kunden, dass die Preise keinen Kaufanreiz bieten. Dabei sind sie nicht schlecht. Aber sie könnten besser sein, wie die Abwärtstrends der verschiedenen Zeitstufen nahelegen. Die Erwartung der Leser für die weitere Preisentwicklung ist nicht sehr freundlich. Unsere eigene Einschätzung ist optimistischer. Selbstverständlich ist die Spekulation auf tiefere Heizölpreise riskant. Aus unserer Sicht handelt es sich um ein überschaubares Risiko mit guten Erfolgsaussichten. Wer es eingeht, braucht Geduld, eine ausreichende Restmenge Heizöl im Tank und unsere zeitnahen Informationen. Im Übrigen sind wir der Meinung, dass wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln müssen, um zukunftsfähig zu sein. Die prinzipiell freundliche Marktausrichtung ist kein Dauerzustand.

Der Markt in Stichworten

preistreibende (bullische) Einflüsse auf Heizöl: Ukraine kommt nicht aus der Krise
EU dreht an Sanktionsschraube
Libysche Ölindustrie kommt nicht auf die Beine

preisdrückende (bärische) Einflüsse auf Heizöl: Moskau zu Zusammenarbeit mit OSZE bereit
Mehr Öl aus der Nordsee im Juni
Rezessionsgefahr in Russland
Verhandlungen um iranisches Atomprogramm

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