Unseren neuen Kommentar für den 05.12.16 finden Sie hier.


Heizölpreise: Isis zieht bis kurz vor Bagdad

Internationaler Markt

Nachdem die Ukraine-Krise sich zu beruhigen scheint, ermöglicht die Medienlandschaft einen Blick auf eine andere Krisenregion, dem Irak und Syrien. Die Organisation Islamistischer Staat im Irak und in Syrien (Isis) ist eine der radikalsten Gruppen in der Region und besetzt bereits weite Teile des Iraks und ist nun bis 100 Kilometer vor Bagdad gezogen. Mit der Stürmung des türkischen Konsulats, inklusive der Geiselnahme von ca. 30 Personen aus dem Konsulat kommt die Türkei auf den Plan. Sie droht Isis mit einer militärischen Reaktion und fordert die Freilassung der Gefangenen. Die USA beraten über Hilfen für die irakische Regierung in Form von Waffen. Die Aufständischen haben in der Vergangenheit bereits viele Waffen von der irakischen Armee erbeutet, sodass dies wenig hilfreich sein wird. Die Bundesregierung ist überfordert und belässt es bei der Äußerung allergrößter Sorge und der Aufforderung an die Konfliktparteien ihren Kampf zu beenden.

Der Euro verlor heute erneut gegenüber dem Dollar. Die US-Aktienmärkte legten eine Verschnaufpause ein und dadurch wurden Investitionen in den Dollar gestärkt. Für die aktuelle Heizölpreis-Entwicklung bleibt der Politikwechsel in den beiden Währungsräumen – Dollar und Euro. Während die Gemeinschaftswährung von der lockeren Geldpolitik der EZB heimgesucht wird, bereitet die Fed weiter den Ausstieg aus eben dieser Politik vor. Ansonsten blieben die Impulse an den Devisenmärkten aus.

Gestern wurden die wöchentlichen Veränderungen in den US-Lagerbeständen bekannt gegeben. Es zeichnete sich insgesamt ein uneinheitliches Bild der beiden berichtenden Institute ab. Allerdings wird dem Department of Energy (DOE) eine höhere Verlässlichkeit zugesprochen. In Summe waren sich die Marktteilnehmer bis Handelsschluss nicht einig darüber, wie die Werte zu interpretieren sind. Die Ölpreise entwickelten sich in der Folge uneinheitlich. Das für den deutschen Heizölpreis maßgebliche Gasoil verteuerte sich leider.

Im Einzelnen geben DOE (Department of Energy) und API (American Petroleum Institute), die beiden für die US-Bestandserhebung zuständigen Institutionen, folgende Zahlen zu Protokoll:

Rohöl: -2,6 Mio. Barrel (DOE) bzw. +1,5 Mio. Barrel (API)
Heizöl und Diesel: +0,9 Mio. Barrel (DOE) bzw. -0,3 Mio. Barrel (API)
Benzin: +1,7 Mio. Barrel (DOE) bzw. -0,4 Mio. Barrel (API)

In Summe ergibt sich keine Veränderung (DOE) bzw. ein Aufbau von +0,8 (API) Mio. Barrel. Die Vorräte befinden sich auf einem komfortablen Gesamtniveau. Die Raffinerieauslastung ist auf 88 Prozent gefallen. Die Nachfrage nach Benzin und Heizöl nahm leicht ab.
Heute Morgen steigen die Notierungen wieder leicht. Die Tonne Gasöl kostet 894,00 Dollar. Das Barrel Rohöl wird in New York zu 104,56 Dollar und in London zu 110,29 Dollar gehandelt. Der Euro steht bei 1,3542 US-Dollar.

Nationaler Markt

Unsere Heizölpreise steigen leider weiter. Der Dollar bleibt der preistreibende Faktor, zusätzlich kommt der Ölpreis durch die Krisenpolitik der USA hinzu.

Der Binnenmarkt lässt wieder merklich nach, allerdings ist die Neigung, den im Vergleich zu den Vorjahren günstigen Heizölpreis zu nutzen, noch immer stark vorhanden. Dies spricht für einen jetzigen Kauf. Unser Tiefpreis-System schlug am 08.06.2014 nur kurz an, spricht aber keine Kaufempfehlung mehr aus. Zu beachten ist, dass es sich lediglich um eine mathematische Betrachtung der Heizölpreise handelt. Andere Einflussfaktoren werden im Tiefpreis-System nicht berücksichtigt. Unsere Nutzer sind zum Beispiel pessimistisch eingestellt. Nur noch wenige glauben an günstigere Heizölpreise in der nächsten Zeit.

Die Heizölpreis-Entwicklung kommt nicht aus der Konsolidierungsphase heraus. Aktuell stecken sie in einer kraftvollen Aufwärtsbewegung. Selbst mittelfristig sind keine Verbesserungen zu erwarten. Nur der langfristige Trend weist noch nach unten. Nach einer langen Phase der Abwärtsbewegung könnte eine Verstetigung einer Seitwärtsbewegung innerhalb einer Spannbreite entstehen, deren Grenzen in diesen Tagen gezogen werden.

Im Übrigen sind wir der Meinung, dass wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln müssen, um zukunftsfähig zu sein. Die prinzipiell freundliche Marktausrichtung ist kein Dauerzustand.

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