Unseren neuen Kommentar für den 23.08.17 finden Sie hier.


Heizölpreise: Kaufen ok, aber Teilmenge

Internationaler Markt

Die Kürzungsallianz um die OPEC ist fast vier Monate aktiv. Ihr Ziel ist es, die Überversorgung des Ölmarkts und damit die Niedrigpreisphase zu beenden. Bezüglich des Ölpreises ist das Kollektiv leidlich erfolgreich. Die Ölschwemme wurde indes nicht beseitigt. Im Gegenteil, es war noch nie soviel Öl auf den Weltmeeren unterwegs und in Öltanks gebunkert wie in diesen Tagen.

Der bisherige Erfolg war und ist lediglich ein Versprechen auf die Zukunft. Er wurde durch die Kommunikationsabteilung der OPEC erzielt. Damit wird die Herausforderung immer größer. Es gilt, das erreichte Preisniveau wenigstens zu sichern und die Beendigung der Überversorgung endlich zu realisieren. Das eine ist ohne das andere nicht zu haben. Scheitert die Marktbereinigung, wird das Preisniveau wieder sinken.

Das Kartell ist an drei Fronten gefordert. Erstens muss es die eigenen Reihen auf die Umsetzung der Kürzungsbeschlüsse verpflichten. Hier konkurrieren Partikularinteressen mit kollektiven Notwendigkeiten. Zweitens muss es eine Preispolitik finden, die die Ölproduktion der USA nicht ins Unermessliche sprießen lässt. Da die US-Firmen laufende Technologie- und damit Kostenvorteile unabhängig von der OPEC erarbeiten, sind die Handlungsmöglichkeiten begrenzt. Drittens muss das Kartell die Effekte der fortschreitenden Effizienz bei der Ölverwendung im Blick haben, die ebenfalls außerhalb des eigenen Einflussbereichs liegen. Sie werden für laufende Abwärtskorrekturen bei den Nachfrageprognosen sorgen.

Die Angelegenheit scheint sich deutlich gegen die OPEC zu entwickeln. So eindeutig, wie es diese Sätze nahe legen, ist sie aber nicht. Das Feld ist zu komplex, um es mit einfachen Determinismen zu erfassen. Das macht es zu einer idealen Spielwiese für Spekulanten und Banken. Die veröffentlichen ihre Einschätzungen mindestens so vielfältig und so oft wie die OPEC Handlungsankündigungen und Stimmungsberichte lanciert.

Spekulantenmeinungen lassen sich wunderbar auf Preisprognosen reduzieren. Da haben wir aktuell Angebote für den Sommer von 47 bis 59 Dollar pro Barrel Rohöl der Sorte Brent im Blick. Ihre Emittenten gehen davon aus, dass die OPEC-Kürzung über den Juni hinaus fortbestehen wird. Eine Alternative dazu wird derzeit kaum angedacht.

Aktuell zeigt die Ölbörse wenig Bewegung. Das Tagesergebnis dürfte den rechtschaffenen Spekulanten gestern enttäuscht haben. Heute Morgen deutet sich ein weiterer Tag der Langeweile an. Das Barrel WTI (West Texas Intermediate) wird aktuell zu 50,83 Dollar und das Barrel Brent zu 53,10 Dollar gehandelt. Die Tonne Gasöl kostet 477,00 Dollar . Der US-Dollar kostet 0,9324 Euro . Damit kostet der Euro 1,0722 Dollar . Die Pfeile hinter den Zahlen geben die Veränderung zum Handelsauftakt des Vortags an.

Nationaler Markt

Die Heizölpreise halten nach dem Absturz des Vortags inne. In der aktuellen Heizölpreis-Tendenz erkennt man kaum eine Veränderung. Die Trendkanäle sind allesamt unangefochten gültig. Dem untypischen Dreieck in der 12-Monats-Ansicht ist noch immer nicht zu entlocken, wohin die Preise in einem regelrechten Trend laufen werden.

Im Binnenmarkt ist es um die urlaubsträchtige Osterzeit traditionell recht ruhig, wobei das Wetter durchaus Anlass für Heizölkäufe bietet. Einige Kunden sehen das auch so. Mehrheitlich spekulieren Beobachter derweil noch auf einen Preisrückgang. Sobald die Preisbewegung dreht, werden viele von ihnen kaufen. Unser Schwarm-O-Meter für Heizöl, das das Kaufverhalten der Kunden ins Verhältnis zu ihren Preisanfragen setzt, und die Lesereinschätzung zur Preisentwicklung zeigen die Lage entsprechend an. Das eine steht auf mittlerem Niveau für die Kaufbereitschaft, das andere auf einem sehr starken Mehrheitswert für die Erwartung an tiefere Heizölpreise.

Die Preistrends sind mehrdeutig. Im kurzfristigen Zeitintervall (3 Monate) geht es streng abwärts. Mittelfristig (12 Monate) wird gerade eine Schlacht um die Zukunft ausgefochten, nach deren Entscheidung alle Richtungen möglich sind. Das ergibt sich aus der Trendformation des Dreiecks. Längerfristig (36 Monate) liegt ein Aufwärtstrend vor. Langfristig (60 und 120 Monate) weisen die Trends abwärts. Insgesamt hat sich die Basis, die die Hoffnung auf einen Preisabgang trägt, deutlich aufgehellt.

Unser Rat an alle Unentschlossenen lautet: Wenn Ihr Tank eine Füllung verlangt oder Sie zum Ärger über verpasste Chancen neigen, verschaffen Sie sich durch einen Kauf einfach Ruhe! Aufgrund der uneinschätzbaren zukünftigen Preisentwicklung raten wir in diesem Fall zur Eindeckung mit einer Teilmenge (1.000 bis 1.500 Liter). So bleibt die Chance erhalten, gegebenenfalls an einem weiteren Preisabgang teilzuhaben.

Um die Heizölpreisentwicklung optimal ausnutzen zu können, sollten Sie genau wissen, wie viel Platz in Ihrem Tank ist. Unser e-Peilstab hilft Ihnen dabei. Mit ihm können Sie Ihren nächsten Heizölkauf noch besser planen.

Im Übrigen sind wir der Meinung, dass wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln müssen, um zukunftsfähig zu sein.

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Heizölpreise-Chart vom

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