Unseren neuen Kommentar für den 09.12.16 finden Sie hier.


Heizölpreise: Kein Wunschkonzert

Internationaler Markt

Das Ende des US-Haushaltstheaters trieb die Preise aufwärts. Die Marktlage holte sie wieder zurück. So lautete unsere Version der jüngsten Vergangenheit. Und wenn die Preise schon einmal auf dem „richtigen“ Weg sind, können sie weiter sinken, weil dem Markt derzeit viel Öl zu Verfügung steht. Das klingt freundlich, trifft aber nicht die Realität. Die Preisentwicklung ist leider kein Wunschkonzert. Es gibt schließlich das viele Geld der Notenbanken und China. Das Reich der Mitte schien zuletzt in wirtschaftliches Mittelmaß abzugleiten. Neue Konjunkturzahlen lassen nun doch mehr Potenz erahnen. Das Land hält sich stramm nahe der Marke von acht Prozent Wachstum. Dass dabei die Ölnachfrage ordentlich steigt, gilt als selbstverständlich. Steigende Ölnachfrage trifft auch auf die USA zu, jedenfalls für den Monat September. Diese Tatsache riss dann auch gleich das dritte Quartal ins Plus. Schon wähnen Finanzjongleure die längerfristige Nachfrage des Landes wieder auf Expansionskurs. Es versteht sich fast von selbst, dass die aktuelle Zahlenlage die Ölnotierungen aufwärts treibt. Dem US-Nachfrage-Plus von 2,7 Prozent im September steht allerdings ein Plus der eigenen Ölproduktion von 18,8 Prozent gegenüber. Das hat einen Rückgang der Ölimporte um 3,3 Prozent zur Folge. Dieser Umstand ist bärisch. Das Ringen um die Preisentwicklung wird in die nächste Runde gehen. Wir sehen die Bären im Vorteil. Finanzjongleure hoffen und setzen immer noch auf die Bullen.

Nationaler Markt

Unsere Heizölpreise geben trotz anders lautender Vorgaben des Weltmarkts nach. Die relative schwache Nachfrage im Binnenmarkt macht das möglich. Sie wird vermutlich erst bei spürbar tieferen Preisen anziehen. Solange kein Sturm auf Heizöl einsetzt, muss man sich über plötzliche Preiserhöhungen keine Sorgen machen. Die Börsen laufen zwar noch nicht so, wie ich mir das angesichts der Marktlage vorstelle. Dass sie einen bullischen Lauf bekommen, ist aber allemal unwahrscheinlich. Achtung, unwahrscheinlich heißt nicht unmöglich. Wer auf tiefere Preise in den kommenden Wochen und Monaten spekuliert, muss sich des Risikos bewusst sein. Es empfiehlt sich, die Preisentwicklung eng zu verfolgen. Neben dieser Internetseite steht Ihnen dazu unsere Smartphone-App zur Verfügung. Wer es lieber sicher mag und nicht spekulieren will, findet in den aktuellen Preisen auch eine gute Kaufgelegenheit. Heizöl ist mittlerweile spürbar günstiger als vor zwei Jahren. Im Übrigen sind wir der Meinung, dass es schlau ist, sich um die Reduzierung des eigenen Verbrauchs zu kümmern. Wer nicht in den zukünftigen Minderverbrauch investieren mag, könnte mit dem Kauf von Zertifikaten den CO2-Ausstoß des verfeuerten Heizöls kompensieren. Infos dazu gibt es hier.

Der Markt in Stichworten

preistreibende (bullische) Einflüsse auf Heizöl: Fortsetzung der lockeren Geldpolitik
China importierte im September unerwartet viel Öl
Einige kleinere Infrastrukturstörungen

preisdrückende (bärische) Einflüsse auf Heizöl: US-Bestandsdaten
Milder Winter in den USA erwartet
Iran und USA reden über das Atomprogramm
Diverse Länder melden steigende Ölproduktion

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