Unseren neuen Kommentar für den 03.12.16 finden Sie hier.


Heizölpreise: Krieg im Überfluss

Internationaler Markt

Finanzjongleure kamen am Freitag zu der Auffassung, dass die ergiebigen Ölfelder im Süden des Iraks nicht nur geografisch weit vom Einflussgebiet der IS entfernt sind. Luftangriffe der USA auf ihre Stellungen und der Kampf mit den kurdischen Peschmerga-Milizen bindet die IS-Truppe einstweilen im Norden des Landes. Die Ölversorgung ist derzeit also nicht gefährdet.

Diese Einschätzung wird durch den aktuellen OPEC-Monatsbericht bestätigt. Die Statistiker senken die Nachfrageerwartungen für dieses und das kommende Jahr ein wenig. Gleichzeitig setzten sie das Angebot der Nicht-OPEC-Länder etwas herauf. Die Nachfrage nach eigenem Öl belassen sie unverändert. Nach gegenwärtigem Stand der Dinge scheint der Absatz der Produktion eine größere Herausforderung für die OPEC zu sein als die Befriedigung der Nachfrage.

Auch wenn die Einschätzung der Marktlage binnen 24 Stunden von Stress auf Entspannung wechselte und entsprechende Börsenreaktionen auslöste, sollte man davon ausgehen, dass die Entwicklung in den kommenden Monaten keinesfalls stressfrei verlaufen wird. Zahl und Härte der kriegerischen Fälle macht die Preisbildung zu einer Lotterie. Heute hoch, morgen runter und umgekehrt wird nicht das letzte Mal aufgetreten sein.

Nach dem deutlichen Fall am Freitag starten die Börsen heute Morgen mit einer kleinen Gegenreaktion. Sie macht nicht den Eindruck, als ließe sich daraus der Tagestrend ableiten. Eher schätzen wir diesen abwärts gerichtet ein. Die Tonne Gasöl kostet 878,75 Dollar . Das Barrel Rohöl wird in New York zu 97,75 Dollar und in London zu 104,91 Dollar gehandelt. Der US-Dollar kostet 0,7464 Euro .

Nationaler Markt

Unsere Heizölpreise geben wieder nach. Sie fallen im kurzfristigen Aufwärtstrend, wie der 3-Monats-Chart der aktuellen Heizölpreis-Tendenz zeigt. Die anderen Zeiteinstellungen weisen alle abwärts. Daraus lässt sich ableiten, dass die Preisentwicklung keineswegs bullisch ist.

Der Binnenmarkt ist belebter als zuvor. Bestellungen kommen ordentlich aber nicht stürmisch herein. Das Hin und Her der Preisentwicklung animierte viele Beobachter unter den Kunden, sich der Unsicherheit durch einen schnellen Kauf zu entziehen. Gemäß unserem Schwarm-O-Meter für Heizöl signalisieren diese Kunden mit ihrem Kaufverhalten, dass sie die Heizölpreise für „gut“ halten.

Die geopolitische Eskalationsgefahr wird als solche wieder wahrgenommen. Unsere Leser wechselten ihre Erwartung an die Preise von fallend auf steigend. Kaufverhalten, dargestellt im Schwarm-O-Meter, und Markteinschätzung ohne Kaufkonsequenz, dargestellt in der Lesereinschätzung, sind ähnlich. Wer weiterhin auf Preisabgang setzt, sollte sich des Risikos der Wette bewusst sein und das Geschehen eng verfolgen.

Das mathematische Tiefpreis-System zeigt kein Kaufsignal. Das deckt sich nicht mit Kaufverhalten und Preiseinschätzung der Kunden. Viele von ihnen beurteilen die Preise sinnvollerweise im politischen Kontext und im Zusammenhang mit dem eigenen Heizölvorrat. Das kann unsere Mathematik nicht bieten. Sie leitet Signale einzig aus der Preisbewegung der Vergangenheit ab.

Der Preistrend ist nur im kurzfristigen Bereich aufwärts gerichtet. In allen anderen Zeitstufen sind die Abwärtstrends intakt. Mit etwas mehr Toleranz könnte man die kurzfristige Entwicklung auch noch als Seitwärtstrend interpretieren. Insbesondere der längerfristige Trend macht weiterhin Hoffnung auf einen erneuten Preisabgang. Wie gesagt, darauf zu setzen, ist eine Risikowette. Bleibt zu erwähnen, dass die aktuellen Heizölpreise deutlich unter dem Niveau der letzten zwei Jahre zum gleichen Zeitpunkt liegen.

Im Übrigen sind wir der Meinung, dass wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln müssen, um zukunftsfähig zu sein. Die prinzipiell freundliche Marktausrichtung ist kein Dauerzustand.

Teilen Sie uns Ihre Meinung mit!

Uns ist Ihre Meinung wichtig. Schreiben Sie mir direkt unter
E-Mail: KlausBergmann@esyoil.com

Presse-Kontakt

Weitere Informationen