Unseren neuen Kommentar für den 09.12.16 finden Sie hier.


Heizölpreise: Kunden sagen ok

Internationaler Markt

An den Börsen sucht man die Richtung. Tendenziell geht es für Aktien und Öltitel abwärts, während der Dollar aufwärts strebt. Für die Bewegungsmuster gibt es plausible Gründe. Die durch geopolitische Störungen belastete Weltkonjunktur erfüllt nicht die in sie gesetzten Wachstumserwartungen. Die US-Notenbank beendet innerhalb der nächsten zwei Monate die Entwertung des Dollars durch exzessive Geldschöpfung und stellt höhere Zinsen in Aussicht.

So eindeutig wie die Lage zu sein scheint, ist sie allerdings nicht. Neben schlechten Konjunkturdaten wie in diesen Tagen kommen immer wieder Wachstumsmeldungen, die die reduzierten Erwartungen übertreffen. Ein konsistentes Bild zum Zustand der globalen Wirtschaft gibt es nicht. Die geopolitischen Störungen unterbinden zwar gute Geschäfte und dämpfen die Nachfrage. Sie schüren aber auch Ängste zur Energieversorgung und hindern damit die Ölpreise, deutlich nachzugeben.

Seit Beginn der Krise des Geld- und Finanzsystems in 2008 wurde jeder endgültige Entzug frischer US-Dollars an den Börsen mit Crashtendenzen beantwortet. Das lässt sich auch dieses Mal nicht ausschließen. Wenn sich tatsächlich ein Crash anbahnen sollte, wird die US-Notenbank ihre mittlerweile moderate Geldpolitik überdenken. Höchstwahrscheinlich wird sie sich dann für den Weiterbetrieb der Geldpumpe entscheiden. Das würde Aktien und Öltitel beflügeln und den Dollar in den Keller schicken.

Bei einer 12-Monatseinstellung der Preischarts für Dollar und Öl sieht man wenig beeindruckende Bewegungen, die das Attribut seitwärts verdienen. Der Dollar liegt derzeit ein wenig oberhalb des Durchschnittsniveaus. Die Preise für Rohöl und Gasöl dümpeln am Boden der Spannen, die im Vergleich zu früheren Jahren mit einem Hub von elf Prozent gering ausfallen.

Was soll man nun erwarten? Soll man überhaupt etwas erwarten oder soll man vielmehr zufrieden sein mit einer wenig stressgeplagten Entwicklung? Die reale Lage stellt sich immerhin besser dar als die Nachrichten das erwarten lassen. Gut, ein klein wenig favorisieren wir die Erwartung auf tiefere Ölpreise. Heute Morgen scheinen sich Börsianer ähnliche Gedanken zu machen. Sie sehen davon ab, die Kurse in nennenswerte Schwingungen zu versetzen. Die Tonne Gasöl kostet 880,25 Dollar . Das Barrel Rohöl wird in New York zu 98,42 Dollar und in London zu 105,38 Dollar gehandelt. Der US-Dollar kostet 0,7452 Euro .

Nationaler Markt

Unsere Heizölpreise tendieren wieder seitwärts. Die Bewegung spielt sich im Rahmen des kurzfristigen Aufwärtstrends ab. Im 3-Monats-Chart der aktuellen Heizölpreis-Tendenz sieht der Trend nicht mehr ganz so unfreundlich aus wie zuvor. Die anderen Zeiteinstellungen machen deutlich, dass die Situation nicht wirklich bullisch ist.

Der Binnenmarkt ist mittelmäßig belebt. Bestellungen kamen zuletzt recht ordentlich herein. Die Rabatte in den Preisen sanken ein wenig. Wir reden hier von Verschiebungen um ein Prozent. Kunden werden den Effekt kaum wahrnehmen. Gemäß unserem Schwarm-O-Meter für Heizöl signalisieren sie mit ihrem Kaufverhalten, dass sie die Heizölpreise für „akzeptabel“ halten.

Unsere Leser gewinnen in diesen Tagen wieder Zuversicht und schätzen mit inzwischen deutlicher Mehrheit, dass die Heizölpreise nachgeben werden. Die Unsicherheit, die insbesondere durch den Krieg in der Ukraine ausgelöst wurde, verfliegt. Man gewöhnt sich an Waffengänge, sogar in der näheren Umgebung. Das kann ein Fehler sein. Die hier ausgedrückte Zuversicht ist die Information, die die Aussage des Schwarm-O-Meters verständlich macht. Wenn tiefere Preise erwartet werden, können die aktuellen Preise nicht als gut bewertet werden, auch wenn sie tiefer sind als zuvor. Wer auf Preisabgang setzt, sollte sich des Risikos der Wette bewusst sein und das Geschehen eng verfolgen.

Das mathematische Tiefpreis-System zeigt kein Kaufsignal. Das muss nicht zwingend ein Widerspruch zur Ansicht der Kunden sein. Aktuell läuft es aber auf eine Übereinstimmung hinaus. Der Preis sollte immer im politischen Kontext und in Zusammenhang mit dem eigenen Heizölvorrat bewerten werden. Das kann unsere Mathematik nicht bieten. Sie leitet Signale einzig aus der Preisbewegung der Vergangenheit ab.

Die aktuelle Preisbewegung ist im kurzfristigen Bereich aufwärts gerichtet. In allen anderen Zeitstufen sind die Abwärtstrends intakt. Mit etwas mehr Toleranz könnte man die kurzfristige Entwicklung auch noch als Seitwärtstrend interpretieren. Insbesondere der längerfristige Trend macht weiterhin Hoffnung auf einen erneuten Preisabgang. Bleibt zu erwähnen, dass die aktuellen Heizölpreise deutlich unter dem Niveau der letzten zwei Jahre zum gleichen Zeitpunkt liegen.

Im Übrigen sind wir der Meinung, dass wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln müssen, um zukunftsfähig zu sein. Die prinzipiell freundliche Marktausrichtung ist kein Dauerzustand.

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