Unseren neuen Kommentar für den 10.12.16 finden Sie hier.


Heizölpreise: Kunden setzen auf Rückgang

Internationaler Markt

Im Ölmarkt gibt es mehr Verkäufer als Käufer. Nicht nur in Westafrika und Libyen sucht man Kunden. Selbst in der politisch vollkommen befriedeten Nordsee findet das Angebot in diesen Tagen nicht genügend Abnehmer. Konsequenz: Die Ölnotierungen geben nach. Dabei fällt die Stärke des Preisrückgangs unterschiedlich aus. Rohöl verliert seit Mittwoch drei Prozent. Gasöl, das Vorprodukt für Heizöl, verliert knapp zwei Prozent.

Für einen überversorgten Markt sind die Zahlen schwach. Rechnet man hinzu, dass die aktuellen Wirtschaftsdaten mehrheitlich enttäuschende Wachstumsaussichten und damit geringes Kaufinteresse für Öl signalisieren, sind sie außerordentlich schwach. Angesichts der kaum zu überblickenden geopolitischen Gefahren muss man allerdings froh sein, dass überhaupt ein Preisabgang auf der Agenda steht. Der könnte in Kürze sogar zu neuen Jahrestiefständen führen.

Hierzulande werden Verbraucher nicht so schnell in den Genuss von Tiefstpreisen für Ölprodukte kommen. Der Dollar, der fast überall auf der Welt die Einkaufswährung für Öl ist, verhindert das. Er befindet sich seit einem Monat im Aufwärtstrend. Ein Ende ist nicht abzusehen. Grund dafür ist die Änderung der US-Geldpolitik. Die Entwertung der eigenen Währung durch exzessives Geldschöpfen wird beendet. Eine Rückkehr zu höheren Zinsen ist in Aussicht gestellt. Das lockt Massen von Geld, das niemand für reale Wirtschaftszwecke braucht, in den Dollar und verteuert ihn.

Aktuell stehen an den Börsen Gegenbewegungen auf dem Programm. Für Öl setzen sie heute Morgen ein, nachdem der Abgang am Freitag noch einmal eine Schippe drauflegte. Für den Dollar wurde sie bereits am Freitag gestartet. In beiden Fällen sollten sie nicht auf einen grundsätzlichen Stimmungswandel der Finanzszene hinauslaufen. Die Tonne Gasöl kostet 886,00 Dollar . Das Barrel Rohöl wird in New York zu 98,21 Dollar und in London zu 105,19 Dollar gehandelt. Der US-Dollar kostet 0,7450 Euro .

Nationaler Markt

Unsere Heizölpreise gaben am Freitag nach. Die Bewegung führte sie an den unteren Rand des kurzfristigen Aufwärtstrends. Im 3-Monats-Chart der aktuellen Heizölpreis-Tendenz sieht der Trend nicht mehr ganz so unfreundlich aus wie zuvor. Die anderen Zeiteinstellungen machen deutlich, dass die Situation nicht wirklich bullisch ist.

Der Binnenmarkt ist mittelmäßig belebt. Bestellungen kamen zuletzt recht ordentlich herein. Die Rabatte in den Preisen sanken ein wenig. Wir reden hier von Verschiebungen um ein Prozent. Kunden werden den Effekt kaum wahrnehmen. Gemäß unserem Schwarm-O-Meter für Heizöl signalisieren sie mit ihrem Kaufverhalten, dass sie die Heizölpreise für „akzeptabel“ halten.

Unsere Leser wechselten in den letzten Tagen häufig ihre Erwartung an die Preisentwicklung. Das ist wahrscheinlich dem Gerangel um die Sanktionen gegen Russland geschuldet. Nun scheint sich mehr Sicherheit einzustellen. Das Voting zeigt wachsende Hoffnung auf tiefere Heizölpreise. Es ist diese Hoffnung, die die Anzeige im Schwarm-O-Meter trotz sinkender Heizölpreise schlechter stellt. Wer auf Abgang setzt, sollte sich des Risikos der Wette bewusst sein und das Geschehen eng verfolgen.

Das mathematische Tiefpreis-System zeigt kein Kaufsignal. Das muss nicht zwingend ein Widerspruch zur Ansicht der Kunden sein. Aktuell läuft es aber auf eine gewisse Übereinstimmung hinaus. Der Preis sollte immer im politischen Kontext und in Zusammenhang mit dem eigenen Heizölvorrat bewerten werden. Das kann unsere Mathematik nicht bieten. Sie leitet Signale einzig aus der Preisbewegung der Vergangenheit ab.

Die aktuelle Preisbewegung ist im kurzfristigen Bereich aufwärts gerichtet. In allen anderen Zeitstufen sind die Abwärtstrends intakt. Mit etwas mehr Toleranz könnte man die kurzfristige Entwicklung auch noch als Seitwärtstrend interpretieren. Insbesondere der längerfristige Trend macht weiterhin Hoffnung auf einen erneuten Preisabgang. Bleibt zu erwähnen, dass die aktuellen Heizölpreise deutlich unter dem Niveau der letzten zwei Jahre zum gleichen Zeitpunkt liegen.

Im Übrigen sind wir der Meinung, dass wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln müssen, um zukunftsfähig zu sein. Die prinzipiell freundliche Marktausrichtung ist kein Dauerzustand.

Teilen Sie uns Ihre Meinung mit!

Uns ist Ihre Meinung wichtig. Schreiben Sie mir direkt unter
E-Mail: KlausBergmann@esyoil.com

Presse-Kontakt

Weitere Informationen