Unseren neuen Kommentar für den 02.12.16 finden Sie hier.


Heizölpreise: Kurzfristiger Trend dreht aufwärts

Internationaler Markt

Die vom US-Department of Energy (DOE) hatten bis auf die Benzin-Notierungen in New York kaum Einfluss auf die Ölpreis-Entwicklung am gestrigen Tag. Überraschend waren der etwas geringe Aufbau der Rohölbestände und der unerwartet starke Abbau bei Benzin. Diese Konstellation hätte preistreibende Auswirkungen haben können, aber da Libyen heute meldete, dass nun doch zwei Exporthäfen wieder in Betrieb genommen werden können, verpuffte die Wirkung beim Rohöl. Starker Einfluss ist und bleibt die Krise in der Ost-Ukraine. Der Streit um mutmaßliche russische Agenten und die starke russische Militärpräsenz an der Grenze zur Ukraine bringen keine Entspannung. Die Situation scheint festgefahren. Der Westen wird in seiner Rhetorik immer martialischer, aber auch Russland unternimmt seinerseits nichts, um die Lage zu entspannen. Wir gehen deswegen von einer weiter preistreibenden Wirkung auf die Ölpreise aus.

Der Euro hat vor der Veröffentlichung des Protokolls der letzten Sitzung der US-Notenbank weiter Aufwind erhalten. Es wird erwartet, dass die Niedrigzinspolitik der Fed bis auf weiteres bestehen bleibt. Die weitere Aufweichung der US-Währung bliebe Programm. Folgerichtig stieg der Wert des Euros im Vergleich zum Dollar.

Die Veröffentlichungen über die Veränderungen in den US-Beständen für die letzte Woche waren von den veröffentlichenden Instituten uneinheitlich. In einem solchen Fall wird eher dem DOE (Department of Energy) als dem API (American Petroleum Institute) Glauben geschenkt. Sie meldeten folgende Veränderungen:

Rohöl: +4,0 Mio. Barrel (DOE) bzw. +7,1 Mio. Barrel (API)
Heizöl und Diesel: +0,2 Mio. Barrel (DOE) bzw. +0,3 Mio. Barrel (API)
Benzin: -5,2 Mio. Barrel (DOE) bzw. -3,6 Mio. Barrel (API)

In Summe ergibt sich ein Abbau von -1,0 (DOE) bzw. ein Aufbau von +3,8 (API) Mio. Barrel. Die Raffinerieauslastung betrug nahezu unverändert 88 Prozent. Von der Versorgungslage werden keine Impulse gesendet. Sie ist unverändert gut.

Heute Morgen verlieren die Ölbörsen ein wenig. Die Tonne Gasöl kostet aktuell 904,50 Dollar. Das Barrel Rohöl wird in New York zu 103,37 Dollar und in London zu 107,62 Dollar gehandelt. Der US-Dollar kostet 72,22 Eurocent.

Nationaler Markt

Unsere Heizölpreise bewegen sich nur wenig, dies aber nur aufgrund des starken Euros. Er hält seit zwei Tagen die Preissteigerungen im Rahmen. Der kurzfristige Abwärtstrend muss aufgegeben werden. Er dreht vorläufig in die Gegenrichtung. Die mittel- und langfristigen Trends zeigen weiterhin nach unten. Die aktuelle preistreibende Entwicklung des Heizölpreises ist der Krise in der Ukraine geschuldet. Der Binnenmarkt zieht merklich an. Viele Verbraucher nutzen nun noch schnell den im Vergleich zu den Vorjahren günstigen Heizölpreis zum Kauf. Auch sie erwarten in der nächsten Zeit keine Entspannung in der Ukraine. Unsere Empfehlung lautet: Wer nur wenig Heizöl im Tank hat, muss jetzt kaufen, um weiteren Preissteigerungen zu entgehen. Wer Zeit hat, kann die Ukraine-Krise abwarten und wieder auf günstigere Heizölpreise hoffen. Im Übrigen sind wir der Meinung, dass wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln müssen, um zukunftsfähig zu sein. Die freundliche Marktausrichtung ist kein Dauerzustand.

Der Markt in Stichworten

preistreibende (bullische) Einflüsse auf Heizöl: Ukraine-Russland-Krise
Libyen droht zu zerreißen
Ausfälle in Nigeria
Unruhen in Venezuela

preisdrückende (bärische) Einflüsse auf Heizöl: Starker Euro
Zweifel an Chinas Konjunktur
Irak steigert Ölproduktion
USA geben Teil der strategischen Reserven frei
Rohölnachfrage der Raffinerien sinkt zum Frühjahr

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