Unseren neuen Kommentar für den 06.12.16 finden Sie hier.


Heizölpreise: Man glaubt wieder an Abgang

Internationaler Markt

Die von den Ölstatistikern der USA, der OECD und der OPEC verfassten Monatsberichte schicken die Preise in den Keller. Unisono sprechen sie von geringerer Nachfrage als zuvor prognostiziert. Die Delle kommt hauptsächlich in den Schwellenländern zustande. Die ausgeweiteten Sanktionen zwischen dem Westen und Russland zeigen nun ebenfalls Wirkung. Der ZEW Konjunkturerwartungsindex August bricht für Deutschland und die Eurozone beispielsweise ein. Das Angebot wird hingegen noch deutlicher über der Nachfrage gesehen als in den letzten Berichten.

Die bärische Gesamtlage drückt den Rohölpreis Brent und den Gasölpreis auf ein neues Jahrestief, genauer gesagt auf ein 13-Monats-Tief. Die in Euro notierten Preise gaben ebenfalls spürbar nach. Jahrestiefstände markieren sie aufgrund der Dollarstärke allerdings nicht. Die sahen wir Anfang April. Das reine Angebots-Nachfrage-Verhältnis könnte die Preise deutlich tiefer drücken. Die nicht endende Unsicherheit in den diversen Krisen- und Kriegsregionen der Welt erhält ihnen aber eine bullische Komponente.

Heute Morgen werden die gestrigen Verluste an den Börsen nicht konserviert, sondern ausgebaut. Das zeigt sich besonders beim Rohöl. Die Tonne Gasöl kostet 871,00 Dollar . Das Barrel Rohöl wird in New York zu 97,16 Dollar und in London zu 102,46 Dollar gehandelt. Der US-Dollar kostet 0,7480 Euro .

Nationaler Markt

Unsere Heizölpreise geben nach. Sie stehen im Begriff, den kurzfristigen Aufwärtstrend zu erledigen. Im 3-Monats-Chart der aktuellen Heizölpreis-Tendenz ist das mit dem Bruch durch den Trendkanal bereits geschehen. Wir wollen den Augenblick nicht vor dem Abend loben. Deshalb haben wir noch keine Trendänderung eingetragen. Da die anderen Zeiteinstellungen alle abwärts weisen, war und ist der bullische Ausdruck der kurzfristigen Ansicht ohnehin schwach.

Der Binnenmarkt ist belebter als zuvor. Bestellungen kommen ordentlich aber nicht stürmisch herein. Die Rabatte in den Preisen sinken in diesen Tagen. Raffineriegesellschaften bemühen sich, diese abzuschütteln. Die Rabatte hinterließen in den letzten Monaten spürbaren Schaden in ihren Büchern. Gemäß unserem Schwarm-O-Meter für Heizöl signalisieren die Kunden mit ihrem Kaufverhalten, dass sie die Heizölpreise für „akzeptabel“ halten. Das Urteil ist bemerkenswert, da Heizöl derzeit weniger kostet als in den letzten Tagen bei besserer Bewertung.

Die Erklärung dafür liefert die Lesereinschätzung. Sie zeigt, dass eine große Mehrheit fallende Preise erwartet. Zum einen zeugt diese Erwartung von Gewöhnung an die geopolitischen Dauergefahren. Zum anderen relativiert sie die Güte der aktuellen Preise. Wenn sie mehrheitlich tiefer erwartet werden, ist es naheliegend, dass sich das im Kaufverhalten und damit im Schwarm-O-Meter ausdrückt. Wer der allgemeinen Stimmung folgt und auf Preisabgang setzt, sollte sich des Risikos der Wette bewusst sein und das Geschehen eng verfolgen.

Das mathematische Tiefpreis-System zeigt kein Kaufsignal. Das deckt sich mit Kaufverhalten und Preiseinschätzung der Kunden. Bis zu einem Kaufsignal müssen noch rund zwei Prozent Preisnachlass eingefahren werden.

Der Preistrend ist nur im kurzfristigen Bereich aufwärts gerichtet. In allen anderen Zeitstufen sind die Abwärtstrends intakt. Mit etwas mehr Toleranz könnte man die kurzfristige Entwicklung auch noch als Seitwärtstrend interpretieren. Insbesondere der längerfristige Trend macht weiterhin Hoffnung auf einen erneuten Preisabgang. Bleibt zu erwähnen, dass die aktuellen Heizölpreise unter dem Niveau der letzten drei Jahre zum gleichen Zeitpunkt liegen.

Im Übrigen sind wir der Meinung, dass wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln müssen, um zukunftsfähig zu sein. Die prinzipiell freundliche Marktausrichtung ist kein Dauerzustand.

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