Unseren neuen Kommentar für den 05.12.16 finden Sie hier.


Heizölpreise: Man schenkt sich ein Ohr

Internationaler Markt

Die Ölnotierungen legten gestern eine Pause auf ihrem Weg abwärts ein. Da das freundliche Umfeld nichts von seinem Charme eingebüßt hat, sollte die eingeschlagene Richtung aber erhalten bleiben. Die Präsidenten der USA und des Irans, Obama und Ruhani, hielten vor der UN-Vollversammlung zwei versöhnlich klingende Reden, die dieses Mal von den Delegierten beider Nationen verfolgt wurden. Den früher üblichen geschlossenen Abgang bei einer Rede der „anderen“ Seite praktizierte gestern nur die israelische Delegation. Dieser fundamentaloppositionellen Geste zum Trotz wird eine mögliche Einigung im Atomstreit durch die neue Aufgeschlossenheit tatsächlich greifbar. Für eine friedvolle Umarmung sei die Lage noch zu kompliziert, ließ Teheran verlauten. Auf die im Öl engagierten Finanzjongleure scheint aber ein bisher ausgeschlossener bärischer Impuls zuzurollen. Neben diesem Hauptthema hatte der Tag schwache Konjunkturdaten zu bieten. Dass aus der Gemengelage, die weitere bärische Aspekte beinhaltet, keine Minuszeichen bei den Ölnotierungen folgten, sollte nach dem flotten Abgang der Vortage nicht beunruhigen.

Nationaler Markt

Unsere Heizölpreise krabbeln abwärts. Gestern geschah das mal wieder als Nachholeffekt noch nicht eingepreister Börsenrückgänge. Im aktuellen Öl- und Devisenhandel stiegen die Notierungen. Der Binnenmarkt ist weiterhin ruhig. Deshalb bleiben nennenswerte Margenerhöhungen, wie sie in starken Nachfragemomenten üblich sind, aus. Die freundliche Preisentwicklung hält Kurs. Sie folgt seit Tagen ziemlich exakt der zeitgleichen Preisentwicklung von 2011, wie dieser Chart zeigt. Nach Lage der Dinge sollte die Linie bald nach unten durchkreuzt werden. Die spekulative Erwartung spricht dafür, mit der Bestellung zu warten und die Preisentwicklung eng zu verfolgen. Wer die damit verbundene Unsicherheit scheut, findet angesichts der aktuellen Einsparung von rund elf Prozent bei 3.000 Liter Liefermenge gegenüber dem gleichen Zeitpunkt im Vorjahr eine gute Kaufbegründung. Im Übrigen sind wir der Meinung, dass es schlau ist, sich um die Reduzierung des eigenen Verbrauchs zu kümmern. Wer nicht in den zukünftigen Minderverbrauch investieren mag, könnte mit dem Kauf von Zertifikaten den CO2-Ausstoß des verfeuerten Heizöls kompensieren. Infos dazu gibt es hier.

Der Markt in Stichworten

preistreibende (bullische) Einflüsse auf Heizöl: Fortsetzung der lockeren Geldpolitik bestätigt
Einige kleinere Infrastrukturstörungen
Politische Spannungen im Nahen Osten und Nordafrika

preisdrückende (bärische) Einflüsse auf Heizöl: Iran will über sein Atomprogramm reden
Libyen wird Teile der üblichen Lieferungen wieder aufnehmen
Irak meldet Inbetriebnahme eines neuen Ölfelds
Trans-Niger-Pipeline wieder in Betrieb
Diverse Länder melden steigende Ölproduktion
Globale Rohölnachfrage soll zum Herbst sinken

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