Unseren neuen Kommentar für den 05.12.16 finden Sie hier.


Heizölpreise: Man sollte ihnen applaudieren

Internationaler Markt

Die globale Wirtschaft läuft ohne zu stottern. Zufrieden sind die Freunde des grenzenlosen Wachstums aber nicht. Sie wollen mehr. Irgendein Orakel findet sich immer, das für dieses Jahr mehr verspricht. Den Ölpreisen schadet das erfreulicherweise nicht, denn das Ölangebot wächst noch schneller als die moderat zulegende Nachfrage. Der eine oder andere unvermeidliche Ausfall wird durch die allgemeine Produktionssteigerung und die Rückkehr verlorener Produzenten aufgewogen. Aktuell stehen zwei wichtige Kandidaten auf der Rückkehreragenda, der Iran und Libyen. Die Chancen, dass der Iran im Verlauf dieses Jahres wieder mit voller Stärke im Markt erscheinen wird, stehen mit dem Inkrafttreten einer vorläufigen Vereinbarung zum Atomstreit nicht schlecht. Libyen konnte seine Produktion in den letzten Tagen bereits ein wenig steigern. Das gibt dem Markt ein Zeichen, aber noch keinen Effekt. An dem arbeitet die Regierung mit voller Kraft. Das geschieht nun mit Köpfchen und nicht mit Gewalt. Schauen wir mal, was dabei herauskommt. Der zuletzt mehrfach erwähnte bullische Einfluss der Charttechnik auf die Ölnotierungen, der in der rechnerischen Theorie, aber nicht in der monetären Praxis erkennbar war, nimmt mittlerweile wieder ab. Das heißt, freie Fahrt für den physischen Markteinfluss auf die Preisbildung.

Nationaler Markt

Unsere Heizölpreise laufen immer noch gut. Gestern trugen die Börsen wenig dazu bei. Der wesentliche Einfluss kam aus dem Binnenmarkt in Form niedrigster Margen. Die wirken wie ein kleiner Rabatt. Spätestens mit Einbruch des Winters werden sie annulliert werden. Fragt sich nur, ob es dieses Jahr einen Winter geben wird. Sollte er ausfallen, würden Verbraucher zusätzlich einen Wetterrabatt erhalten. Über entsprechende Aussichten fabulieren wird nicht. Längerfristige Wetterprognosen sind bekanntlich Murks. Der Ölmarkt ist Ihnen jedenfalls gewogen. Er wartet weiterhin mit Abwärtspotenzial auf. Das heißt aber nicht, dass jedwede Aufwärtsbewegung ausgeschlossen ist. Die kann jederzeit unvorbereitet hereinplatzen. Spekulativ eingestellte Käufer finden gleichwohl eine reizvolle Lage vor, ihr Glück beim Heizölkauf herauszufordern. Wer so etwas nicht mag, sollte beherzt ordern. Heizöl war seit weit über zwei Jahren nicht so preisgünstig wie in diesen Tagen. Im Übrigen sind wir der Meinung, dass wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln müssen, um zukunftsfähig zu sein. Die freundliche Marktausrichtung ist kein Dauerzustand.

Der Markt in Stichworten

preistreibende (bullische) Einflüsse auf Heizöl: Diverse kleinere und mittlere Lieferstörungen
US-Notenbank pumpt weiterhin viel Geld in den Markt
Libyen liefert weiterhin kaum Öl

preisdrückende (bärische) Einflüsse auf Heizöl: Angekündigte Liefermengen aus der Nordsee
Weitere Steigerung der US-Exporte erwartet
Weitere Steigerung des globalen Rohölangebots erwartet

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