Unseren neuen Kommentar für den 06.12.16 finden Sie hier.


Heizölpreise: Markt kann Sanktionen wegstecken

Internationaler Markt

Die Sanktionen gegen Russland werden kommen, weil sie dem Zeitgeist innerhalb der sozialen Gruppe „Berufspolitiker“ entsprechen. Engagierte Querdenker gibt es derzeit nicht, die der Bewegung eine neue Richtung geben könnten. Der soziale Druck auf das Führungspersonal hat mittlerweile sogar die Gruppe „Wirtschaft“ auf Linie gebracht. Hilfreich bei der Hingabe an den Zeitgeist ist möglicherweise die gute Versorgungslage an den Energiemärkten. Beim Öl gibt es im Augenblick ein Überangebot. Die Situation ist geeignet, Entscheidungen aus einer scheinbar guten Position heraus zu treffen und unreflektiert der Herde zu folgen.

Die Konsequenzen der Handlung werden mit geschönten Effekten bereits erfolgter Sanktiönchen vernebelt. Die russische Wirtschaft funktioniert seit Jahren nicht zufriedenstellend, zumindest nicht aus Sicht der Finanzszene. Sie verpasste dem russischen Aktienindex RTS seit 2011 einen Abwärtstrend. Er verlor rund 40 Prozent an Wert. Für Deutschland und die USA stiegen die Aktienindizes im gleichen Zeitraum um 40 Prozent. Die jüngsten Verluste an der russischen Börse sind keine Besonderheit im Rahmen der Abwärtsbewegung. Im Übrigen zeigen auch andere Aktienindizes in diesen Wochen abwärts.

Bei der Verschuldung der Länder sieht die Sache anders aus. Russlands Staatsschulden standen und stehen auf dem komfortablen Niveau von rund 13 Prozent der Wirtschaftsleistung, während sie sich in den USA bei 105 und in Deutschland bei 75 Prozent befinden. Immerhin sank die Zahl hierzulande zuletzt ein wenig. Die Rohstoffsituation ist in Russland bekanntermaßen phantastisch. Das Land hat alle Möglichkeiten, seine Geschicke aus eigener Kraft zu bestimmen, während die scheinbar starken Länder nicht mehr Herr ihrer selbst sind. Insofern unterliegt das westliche Ansinnen, das nun in die Tat umgesetzt werden soll, einer rational schwer nachvollziehbaren Logik. Dass damit der immer heftigere Konflikt in der Ostukraine zu beenden wäre, wird kein Beteiligter ernsthaft ins Kalkül ziehen. Dieser Konflikt wird allenfalls über die Pleite der Ukraine gelöst, zugunsten Russlands. Das hätten die betroffenen Menschen auch mit weniger Leid haben können.

Der Versorgungslage ist es zu verdanken, dass die Ölnotierungen nicht abheben. In Libyen und in Westafrika warten derzeit geschätzte 40 Mio. Barrel Rohöl auf Kunden, die nicht anbeißen wollen. Dabei werden schon satte Rabatte gewährt. Gestern gaben die Preise nach. Heute werden sie wahrscheinlich wieder steigen. Alles in allem tendieren sie seitwärts. Beim Gasöl ist eine leichte kurzfristige Aufwärtsbewegung zu beobachten. Lediglich der Dollar steht mit seinem Aufwärtstrend hart gegen die Interessen der Verbraucher. Die Tonne Gasöl kostet 890,25 Dollar . Das Barrel Rohöl wird in New York zu 101,47 Dollar und in London zu 107,59 Dollar gehandelt. Für einen Euro erhält man 1,3432 US-Dollar .

Nationaler Markt

Unsere Heizölpreise befinden sich im kurzfristigen Aufwärtstrend. Momentan geben sie allerdings nach. Mehr als die Ölnotierungen setzt ihnen der immer stärkere Dollar zu. Dass dieser Umstand eintritt, musste man seit geraumer Zeit befürchten. Nun ist er da. Im 3-Monats-Chart der aktuellen Heizölpreis-Tendenz sieht die Angelegenheit sehr unfreundlich aus. Die anderen Zeiteinstellungen zeigen aber, dass die Situation nicht vollständig bullisch ist.

Der Binnenmarkt steht mittlerweile ziemlich still. Der Handel wünscht sich mehr Geschäft. Dafür hält er die Rabatte in den Preisen relativ hoch. Gemäß unserem Schwarm-O-Meter für Heizöl zeigt das Gros der Kunden mit ihrem Verhalten, dass die Preise derzeit akzeptabel sind. Von denen, die sich informieren, wird Heizöl im durchschnittlichen Maß gekauft.

Das mathematische Tiefpreis-System zeigt kein Kaufsignal. Das heißt nicht, dass der Preis schlecht ist. Man muss ihn im politischen Kontext und in Zusammenhang mit dem eigenen Heizölvorrat bewerten. Unsere Leser sind hinsichtlich ihrer Preiserwartung wechselhaft. Momentan überwiegt die Sorge vor dem Sanktionsärger, das heißt, mehrheitlich befürchten sie steigende Preise. Wer dennoch auf günstigeres Heizöl setzt, sollte sich des Risikos der Wette bewusst sein und das Geschehen eng verfolgen.

Die aktuelle Preisbewegung ist im kurzfristigen Bereich aufwärts gerichtet. In allen anderen Zeitstufen sind die Abwärtstrends intakt. Mit etwas mehr Toleranz könnte man die kurzfristige Entwicklung auch noch als Seitwärtstrend interpretieren. Insbesondere der längerfristige Trend macht weiterhin Hoffnung auf einen erneuten Preisabgang. Wie gesagt, darauf zu setzen, ist eine Risikowette. Bleibt zu erwähnen, dass die aktuellen Heizölpreise deutlich unter dem Niveau der letzten drei Jahre zum gleichen Zeitpunkt liegen.

Im Übrigen sind wir der Meinung, dass wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln müssen, um zukunftsfähig zu sein. Die prinzipiell freundliche Marktausrichtung ist kein Dauerzustand.

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