Unseren neuen Kommentar für den 11.12.16 finden Sie hier.


Heizölpreise: Nachwehen der US-Kälte

Internationaler Markt

Konjunkturdaten. Wir lieben sie. Ihre Aussagekraft ist mindestens so hoch wie die eines Kaffeesatzes. Nachdem die Werte für die USA in den letzten drei Wochen von gut über schlecht bis neutral alles Denkbare erahnen ließen, kommt nun auch Bewegung in Chinas Datenangebot. Mit der aktuellen Veröffentlichung wechselt die Interpretation von schwacher auf belebte Wirtschaft. Die Ölimporte legten deutlich zu. Die von China angebotene Statistik ist ein Blick in die Vergangenheit. Die EIA (US-Energiestatistikbehörde) blickt nach vorn. Sie schätzt die Zunahme des chinesischen Ölverbrauchs in ihrem aktuellen Monatsbericht auf 3,7 Prozent im laufenden und 4,0 Prozent im kommenden Jahr. Für die USA nennt sie eine Zunahme von 0,2 und 0,3 Prozent. Weltweit soll der Ölverbrauch um 1,4 Prozent in 2014 und 1,5 Prozent in 2015 steigen. Das wäre etwas mehr als im statistischen Mittel der letzten 20 Jahre.

Während derartige Zahlen vor wenigen Jahren Angst und Schrecken verbreiteten, weil das Angebot nicht da war, geht man heute davon aus, dass es mehr als ausreichend vorhanden ist. Dem globalen Wirtschaftswachstum steht anscheinend nichts im Weg, außer der Unwägbarkeit des Klimawandels und der Ungleichverteilung von Wohlstand. Letzte wird das Gros der Menschen am persönlichen Wirtschaftswachstum hindern.

Alles läuft beim Angebot allerdings nicht rund. Neben den politischen Problemen, die zu Störungen führen können, schlägt die Natur hier und da zu. So geschieht es derzeit in den USA, wo die Kälte die Zubaupläne für Förderanlagen schwer behindert und die Planziele dieses Jahres torpediert. Dessen ungeachtet geht die EIA davon aus, dass die Ölnotierungen bis ins Jahr 2015 hinein um rund acht Prozent sinken werden.

Nationaler Markt

Unsere Heizölpreise geben wenig nach. Den Börsenvorgaben haben wir das nicht zu verdanken. Es ist mal wieder der Binnenmarkt mit seiner Nachfrageschwäche. Er erzwingt erneut Rabattaktionen auf allen Handelsebenen. Die kurzfristige Preisentwicklung sehen wir noch einige Zeit durchwachsen. Mittelfristig sollte sich aber ein weiterer Preisabgang offenbaren. Wer auf ihn spekuliert, braucht Risikobewusstsein, Geduld, eine ausreichende Restmenge Heizöl im Tank und unsere zeitnahen Informationen. Die aktuellen Preise sind allerdings recht gut. Wem der Spatz in der Hand also lieber ist als die Taube auf dem Dach, soll wissen, dass 3.000 Liter Heizöl derzeit 12 Prozent günstiger sind als vor einem Jahr und 16 Prozent günstiger als vor zwei Jahren. Im Übrigen sind wir der Meinung, dass wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln müssen, um zukunftsfähig zu sein. Die freundliche Marktausrichtung ist kein Dauerzustand.

Der Markt in Stichworten

preistreibende (bullische) Einflüsse auf Heizöl: Konjunkturdaten aus China gut
Öllieferungen aus der Nordsee sollen sinken
Stress vor den Atomverhandlungen mit dem Iran
US-Notenbank pumpt immer noch viel Geld in den Markt

preisdrückende (bärische) Einflüsse auf Heizöl: Ende der US-Kälte naht
US-Öl über neue Pipeline besser verfügbar
US-Notenbank drosselt die Geldpumpe weiter
Weitere Steigerung des globalen Rohölangebots erwartet

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