Unseren neuen Kommentar für den 20.06.19 finden Sie hier.


Heizölpreise: Neuer Anlauf Richtung Jahreshoch

Internationaler Markt

Die Ölpreise legen heute den zweiten Tag in Folge zu und streifen die 70-Dollar-Marke. Der sehr schwache Dollar und die Disziplin im erweiterten OPEC-Kartell stützen die Preise. Vor allem der Zeitlupencrash des einst florierenden Schwellenlandes Venezuela nimmt Öl vom Markt. Dort verschwand im letzten Jahr ein Drittel der Ölförderung, immerhin 700.000 Barrel pro Tag.

Da aktuelle neue Meldungen fehlen, stürzen sich die Medien auf die neue Ölpreisprognose der Investmentbank Goldman Sachs. Sie erwartet nun bald Ölpreise über 80 Dollar je Barrel und setzt sich damit an die Spitze der Ölpreisoptimisten. Zwar ändern die "Goldmänner" alle vier Wochen ihre Meinung und fahren seit mehreren Quartalen offenbar nur noch Verluste im Ölhandel ein, aber das kümmert im Moment nur wenige.

Der Lageraufbau und die schnell wachsende Ölförderung in den USA werden demgegenüber ignoriert. Ende 2018 könnten die USA sogar Russland überholt haben und damit zum größten Ölförderer der Welt aufsteigen.

Die Schieferölflut auf der anderen Seite des Atlantiks hat weitreichende Folgen. Sie könnte bald das Nordseeöl Brent vom Thron des globalen Preisführers stoßen. Da der Ölhandel vor unserer Haustür allmählich versiegt, wird der Preis von Brent-Rohöl immer anfälliger für Störungen oder Manipulationen. Dadurch schwindet das Vertrauen in die Aussagekraft der dort ermittelten Preise, nach dem sich immer noch ein großer Teil des Welthandels richtet. So haben zum Beispiel die meisten Rohölsorten aus Afrika keine eigenen Preise, sondern werden nur als "Brent plus/minus X" gehandelt. Das "X" steht dabei für eine höhere oder geringe Qualität des Rohöls.

Doch anders als in der erschöpften Nordsee floriert der Ölhandel in den USA von North Dakota bis Texas. Immer mehr Händler richten sich nach den dortigen Preisen, vor allem für das Leitrohöl, den "Marker" WTI. Da die USA immer mehr Rohöl, Benzin oder Diesel exportieren, wächst die Verflechtung mit dem Weltmarkt von Tag zu Tag.

Eigentlich sollte die Rolle des Leitmarkts am Persischen Golf liegen, wo ja schließlich die größten Exportströme starten. Aber dort ist es auch nach jahrzehntelangen Bemühungen nicht gelungen, einen transparenten Handel und damit einen vertrauenswürdigen Preis auf die Beine zu stellen.

Aber zurück zum aktuellen Geschehen: Die US-Rohölsorte West Texas Intermediate (WTI) kostet im Moment 66,20 Dollar je Barrel . Brent-Rohöl liegt bei 69,95 US-Dollar je Barrel . Gasöl tendiert ebenfalls stärker bei 622,75 Dollar je Tonne . Der US-Dollar liegt schwächer bei 0,7991 Euro . Damit kostet der Euro stattliche 1,2510 Dollar . Die Pfeile zeigen die Veränderung der Preise im Vergleich zum Handelsauftakt des Vortages.

Nationaler Markt

Heute Morgen dürfen sich die deutschen Heizölkäufer bei Trump und seinem Finanzminister bedanken: Die US-Währung ist in der Nähe eines Vierjahrestiefs. Das dämpft den Einfluss der höheren Rohölpreise, wie die Heizölpreis-Tendenz zeigt. Beides zusammen stabilisiert die Heizölpreise im landesweiten Durchschnitt knapp über der Marke von 60 Euro für 100 Liter für eine Standardlieferung (3000 Liter).

Der Binnenmarkt für Heizöl ist weiterhin recht aktiv. Das Schwarm-O-Meter für Heizöl, das die Zahl der Käufe und Preisanfragen vergleicht, zeigt eine sehr hohe Kaufbereitschaft für die nächsten Tage. 4 von 5 Kaufinteressenten rechnen damit, dass die Heizölpreise weiter fallen werden. Das sind zwar weniger als gestern, zeigt aber immer noch einen ausgeprägten Preisoptimismus.

Die Charttechnik gibt jedoch keine Entwarnung: Der kurzfristige Preischart (3 Monate) zeigt wieder einen stabilen Aufwärtstrend, der im 12-Monats-Chart noch eindrucksvoller wirkt. Seit dem Sommer haben die Heizölpreise um mehr als ein Drittel zugelegt. In den noch längeren Zeitintervallen überwiegen ebenfalls die Aufwärtsindikatoren. Man muss schon bis 2012 zurückgehen, um einen Abwärtstrend zu konstruieren. Das charttechnische Bild lässt also Preisrisiken erkennen.

Was tun? Zu den immer noch recht hohen Preisen kaufen oder wie die meisten Beobachter auf einen Preisrückgang spekulieren? Zur Beruhigung der Nerven bietet sich die Deckung des Bedarfs mit einer Teilmenge (1.000 bis 1.500 Liter) an. So bleibt die Chance erhalten, einen möglichen Preisrückgang zu nutzen, aber auch die Freiheit, auf einen weiteren Preissprung oder einen späten Kälteeinbruch in diesem Winter nicht mehr reagieren zu müssen.

Um die Heizölpreisentwicklung optimal ausnutzen zu können, sollten Sie genau wissen, wie viel Platz in Ihrem Tank ist. Der esyoil e-Peilstab hilft Ihnen dabei. Mit ihm können Sie Ihren nächsten Heizölkauf noch besser planen.

Doch nichts ist billiger als eingespartes Heizöl: Entwickeln Sie verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen, um Ihre Kosten zu senken und die Umwelt zu schonen.

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Heizölpreise-Chart vom
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