Unseren neuen Kommentar für den 03.12.16 finden Sie hier.


Heizölpreise: Neues aus dem Kampfgebiet

Internationaler Markt

Normal ist die Preisbildung am Ölmarkt schon länger nicht mehr. Nun zeigt sie Anzeichen eines Handelskriegs. Da kämpft jeder gegen jeden. In wilden Rabattschlachten ringen die Anbieter um Positionsgewinne. Aktuell stehen Saudi Arabien und Irak an der Frontlinie. In Kürze rücken Iran und Kuwait vor. Libyen ist in der Angelegenheit keine große Streitmacht mehr. Für kleinere Schäden an der Preisfront reicht das Aufgebot dennoch aus. In der Etappe bangen Nordamerika und Russland um ihren Einfluss auf das Geschehen. Den einen geht die Wirtschaftlichkeit ihrer technologisch aufwendigen Produktion verloren, was unweigerlich zum Verlust der Produktion selbst führen würde. Den anderen droht aufgrund ihrer hohen Abhängigkeit von den Öleinnahmen eine schwere Rezession. An den Finanzmärkten spielt man bereits die drohende Staatspleite durch.

Vor Kurzem sah es noch so aus, als sei der Preisverfall eine geplante Aktion der USA mit freundlicher Unterstützung durch Saudi Arabien im kalten Krieg gegen Russland. Sollte in dieser These je ein Funke Wahrheit gesteckt haben, wäre es der Beweis, dass derartige Kriege nicht steuerbar sind. Ihnen haftet grundsätzlich die Gefahr des Flächenbrands an. Der liegt nun vor.

Damit ist das ganze Ausmaß der Verwerfungen aber noch nicht hinreichend skizziert. Selbst die Nachfrageseite hat Grund zum Klagen, nicht über die Ölpreise, aber über die Wirtschaftsentwicklung. Aus China kamen schon wieder schwache Daten, die auf eine Abkühlung hindeuten. Japan steckt sogar in einer schweren Krise. Der letzte Versuch, mit einer ultralockeren Geldpolitik wieder auf die Beine zu kommen, ist gescheitert. Im dritten Quartal stürzte die Wirtschaft ab. Das hat Rückwirkungen auf die Angebotsseite. Die Spirale des Abgangs wird immer enger. Die Luft der Krisenereignisse von 2008 ist zu spüren.

Finanzjongleure unterbieten sich in diesen Tagen mit abgewerteten Ölpreisprognosen. Der Markt folgt ihnen. Das war gestern so und das ist heute Morgen so. Es ist höchste Zeit für eine Gegenreaktion. Am Trend wird sie kaum etwas ändern. Die Tonne Gasöl fällt auf 594,00 Dollar . Das Barrel Rohöl wird in New York zu 62,55 Dollar und in London zu 65,40 Dollar gehandelt. Der US-Dollar kostet 0,8114 Euro . Damit kostet der Euro 1,2325 Dollar .

Nationaler Markt

Unsere Heizölpreise markieren das nächste Preistief der letzten viereinhalb Jahre. Dieser Satz galt gestern und er gilt heute. Mittlerweile lösen derartige Ereignisse keinen Kaufrausch mehr aus. Heizöl könnte schließlich noch günstiger werden. So geht Deflation. Der Preis ist spitze, aber kaum jemand kauft.

Der Binnenmarkt bleibt dennoch einigermaßen in Schwung. Der Handel benötigt für die eine oder andere Lieferung mehr Zeit als üblich. Das liegt daran, dass durch die plötzliche Kälte mehr Eilbestellungen aufliefen. Die haben notgedrungen Vorfahrt. Logistisch sind sie Taxi- statt Busfahrten. Das heißt, sie erlauben weniger Transportmenge.

Unser Schwarm-O-Meter für Heizöl, das das Kaufverhalten der Kunden ins Verhältnis zu ihren Preisanfragen setzt, steht nur auf einer mittleren Position. Der Glaube an günstigeres Heizöl ist so stark, dass die attraktive Preissituation nicht ausreicht, um die Kaufdynamik anzufachen. Noch nie waren unsere Leser so bärisch eingestellt wie heute. Sie haben den gestrigen Spitzenwert erneut getoppt. Spekulativ eingestellte Kunden sehen die Preise purzeln und wollen mehr davon. Und sie bekommen es. Hinter den Bestellern warten noch viele potenzielle Käufer.

Das mathematische Tiefpreis-System zeigt in allen Regionen Kaufsignale. Damit liegt eine Entscheidungshilfe vor. Sie wird durchaus angenommen. In der kalten Jahreszeit kommen Kunden hinzu, die keine ausgewiesenen Preisbeobachter und Schnäppchenjäger sind. Sie treffen auf einen bemerkenswert günstigen Moment mit wunderbaren Preisen. Glückwunsch.

Die Preistrends weisen in allen Bereichen abwärts. Die Konstellation ist natürlich eine Einladung zur Spekulation auf noch mehr Abgang. Nach Lage der Dinge sollte das möglich sein. Aktuell erwarten wir allerdings eher eine seitwärts gerichtete Suchphase. Die physische Marktlage sollte erst im Verlauf des neuen Jahres weitere Preistiefs bringen. Die realen Ereignisse strafen uns Lügen. Die Abwärtsdynamik erschlägt die Logik der Marktdaten und produziert Übertreibung.

Im Übrigen sind wir der Meinung, dass wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln müssen, um zukunftsfähig zu sein. Die freundliche Marktausrichtung ist kein Dauerzustand.

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