Unseren neuen Kommentar für den 07.12.16 finden Sie hier.


Heizölpreise: Nicht unten aber gut

Internationaler Markt

Wenn die Bild-Zeitung einen Trend verkündet, ist es Zeit auszusteigen. So lautet eine alte Banker-Weisheit. Der Abwärtstrend der Ölnotierungen hat es in die Schlagzeiten von Presse, Funk und Fernsehen geschafft. Dann wird er wohl zu Ende gehen. Gestern drehten die Kurse. Der Grund: Rundum gute Wirtschaftszahlen für die USA. Die EU und China lieferten allerdings Enttäuschendes ab.

Man kann die Angelegenheit auch aus einer anderen, ebenfalls simplen, Perspektive kommentieren. Nach dem Rückgang der Ölnotierungen ist es Zeit für eine Gegenbewegung. Da kamen die Wirtschaftsdaten gerade recht. Ähnlich sieht die Lage beim Dollar aus. Der Aufwärtstrend braucht mal wieder eine Konsolidierungsphase. Der kleine Rücksetzer gestern könnte der Beginn gewesen sein.

Eigentlich ist nichts Nennenswertes an den Börsen passiert. Die Finanzszene, und nicht nur die, gewöhnt sich gerade an ein wachsendes Ölangebot, das scheinbar kein Ende hat. Wir alle wissen aber, dass es ein Ende gibt. Solche Phasen gab und gibt es immer wieder in den Märkten. Derweil wird an vielen Orten dieser Welt, von denen wir uns lieber fern halten, geschossen und gemordet, pikanterweise mit den Waffen, die in unserer Mitte produziert werden. Das Morden möchten wir nicht mit ansehen, in den Medien. Deshalb schicken wir noch mehr Waffen, die das verhindern sollen. Wir sind verwirrt. Mord und Totschlag und vergleichsweise günstiges Öl passen nicht zusammen. Offensichtlich doch. Und kaum ist das Wort gedacht, bewegen sich die Ölpreise aufwärts. So ist er, der Finanzmarkt.

Heute Morgen lässt sich noch nicht erahnen, wohin der Tag die Notierungen führen wird. Charttechnisch sieht es nun eher nach Aufwärts aus. Die Chance zu etwas mehr Rückgang ist nach unserer Ansicht aber noch nicht in Gänze ausgereizt. Die Tonne Gasöl kostet 862,75 Dollar . Das Barrel Rohöl wird in New York zu 93,98 Dollar und in London zu 102,68 Dollar gehandelt. Der US-Dollar kostet 0,7522 Euro .

Nationaler Markt

Unsere Heizölpreise bewegen sich kaum. Sie stecken im schwachen, kurzfristigen Aufwärtstrend fest, wie dem 3-Monats-Chart der aktuellen Heizölpreis-Tendenz zu entnehmen ist. Da die anderen Zeiteinstellungen alle abwärts weisen, ist der bullische Ausdruck der kurzfristigen Ansicht gering.

Der Binnenmarkt ist sehr belebt, jetzt allerdings mit abnehmender Kaufdynamik. Gute Auftragseingänge treffen auf einen Handel, der teilweise im Urlaub und teilweise in der Belieferung von landwirtschaftlichen Betrieben mit Diesel steckt. Das nimmt Transportkapazitäten aus dem Heizölgeschäft und erhöht die Lieferzeiten. Gemäß unserem Schwarm-O-Meter für Heizöl signalisieren die Kunden mit ihrem Kaufverhalten, dass sie mit den Heizölpreisen sehr zufrieden sind.

Die Mehrheit in unserer Lesereinschätzung, die auf noch bessere Preise hofft, schrumpft mittlerweile. Gleichwohl gehen wir davon aus, dass hinter den agilen Käufern weitere Interessenten stehen, die bei tieferen Preisen zu Käufern werden. Wer auf Abgang setzt, sollte sich des Risikos der Wette bewusst sein und das Geschehen eng verfolgen.

Das mathematische Tiefpreis-System zeigt in fast allen Regionen Deutschlands Kaufsignale. Das deckt sich mit dem Kaufverhalten der Kunden. Dass die Signale in einem wenig ausgeprägten Abwärtslauf generiert werden, deutet auf den seitwärts gerichteten Grundcharakter der Preisentwicklung hin.

Der Preistrend weist nur im kurzfristigen Bereich schwach aufwärts. In allen anderen Zeitstufen sind die Abwärtstrends intakt. Insbesondere der längerfristige Trend macht weiterhin Hoffnung auf einen erneuten Preisabgang. Wie gesagt, darauf zu setzen, ist eine Risikowette. Bleibt zu erwähnen, dass die aktuellen Heizölpreise deutlich unter dem Niveau der letzten drei Jahre zum gleichen Zeitpunkt liegen.

Im Übrigen sind wir der Meinung, dass wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln müssen, um zukunftsfähig zu sein. Die prinzipiell freundliche Marktausrichtung ist kein Dauerzustand.

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