Unseren neuen Kommentar für den 04.12.16 finden Sie hier.


Heizölpreise: Noch weit unter dem Normal

Internationaler Markt

Nach mehreren Preissenkungen dreht Saudi Arabien den Spieß um. Rohöllieferungen nach Asien und in die USA werden teurer. Die Maßnahme kann und soll signalisieren, dass die Saudis gut im Geschäft sind. Es gibt wieder ausreichend Nachfrage nach ihrem Öl. Wenn das so ist, muss die preisliche Bodenbildung als abgeschlossen betrachtet werden. Dass das in den nächsten Monaten so bleibt, ist keineswegs sicher.

Der Ölmarkt befindet sich allemal in einer unklaren Verfassung. Er ist nach wie vor überversorgt. Gleichwohl steigen die Ölpreise tendenziell. Sie werden von anlagehungrigen „Investoren“ getrieben, die ihre freien Geldmittel gewinnbringend unterbringen wollen. Mit Investieren im wertschöpfenden Sinn hat das wenig zu tun. Diese „Investoren“ setzen darauf, dass die US-Ölförderung im Laufe des Jahres nachgibt und die Überversorgung beendet. Kurz- und mittelfristig droht den Finanzjongleuren allerdings eine unerwartete Gefahr. Die besteht in der Beendigung der Sanktionen gegen den Iran aufgrund einer Einigung im Atomstreit. Wenn es tatsächlich dazu kommen sollte, würden erhebliche Ölmengen zusätzlich in den Markt gelangen mit der Folge noch höherer Überversorgung. Dabei könnten die Preise abermals heftig unter Druck geraten. Derzeit wird diese Möglichkeit noch nicht gehandelt.

Nach einem Rückgang der Ölnotierungen, der bis auf die Heizölpreise durchschlug, gelang der Finanzszene gestern wieder Preisauftrieb. Heute Morgen sieht das Bild umgekehrt aus. Alles in allem schieben sich die Ölnotierungen seitwärts. Ähnlich sieht es beim Dollar aus. Die Tonne Gasöl kostet aktuell 581,00 Dollar . Das Barrel Rohöl wird in New York zu 50,49 Dollar und in London zu 60,59 Dollar gehandelt. Der US-Dollar kostet 0,8953 Euro . Damit kostet der Euro 1,1170 Dollar .

Nationaler Markt

Die Heizölpreise stoppen ihre Abwärtsbewegung und bestätigen damit eine grundsätzliche Disponibilität für die Seitwärtsrichtung. Den Trend hat das noch nicht infiziert. Er zeigt weiterhin aufwärts, wie der 3-Monats-Ansicht der aktuellen Heizölpreis-Tendenz zu entnehmen ist.

Der Binnenmarkt gibt sich müde. Seine Attraktivität ist nach dem Ende des großen Preisabgangs deutlich reduziert. Die Bestellungen kommen mäßig. Dafür wachsen die Hoffnungen auf tiefere Preise bei jedem Preisrückgang heftig. Unser Schwarm-O-Meter für Heizöl, das das Kaufverhalten der Kunden ins Verhältnis zu ihren Preisanfragen setzt, und die Lesereinschätzung zur Preisentwicklung zeigen das entsprechend an. Das eine steht auf einem mittleren Wert für die Kaufbereitschaft, das andere auf einem klaren Mehrheitswert für die Erwartung an fallende Heizölpreise. Neben ein paar Spontankäufern sind noch Beobachter im Markt, die bei tieferen Preisen zu kaufen gedenken.

Diese Beobachter werden sich eventuell vom mathematischen Tiefpreis-System bestätigt fühlen. Das gibt derzeit keine Kaufsignale. Diese werden definitiv wieder kommen. Ob der Preis dann wirklich tiefer liegt als heute, ist leider nicht gewiss.

Die Preistrends weisen nur in den längerfristigen Bereichen abwärts. Die Konstellation legt eine Spekulation auf fallende Ölpreise nicht unbedingt nahe, die Überversorgung des realen Markts hingegen schon. Die Heizölpreis-Entwicklung steckt weiterhin in einer 50/50 Situation.

Unser simpler Rat an alle Unentschlossenen lautet: Wenn Ihr Tank demnächst eine Füllung verlangt, sollten Sie kaufen. Seien Sie einfach mit dem gewaltigen Preissturz, von dem immer noch ein ordentlicher Anteil verblieben ist, zufrieden. Wenn Sie genügend Heizöl für diesen Winter im Tank haben, über ein gutes Nervenkostüm verfügen, um unliebsame Preisentwicklungen zu ertragen, und den spekulativen Kick lieben, sollten Sie es riskieren, auf bessere Preise zu setzen.

Im Übrigen sind wir der Meinung, dass wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln müssen, um zukunftsfähig zu sein. Die freundliche Marktausrichtung ist kein Dauerzustand.

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