Unseren neuen Kommentar für den 09.12.16 finden Sie hier.


Heizölpreise: Nordafrika setzt ihnen zu

Internationaler Markt

Die Konjunktur steht besser da als befürchtet. Das könnte das Fazit der jüngsten Daten sein. Die Arbeitslosenzahlen in den USA sinken mal wieder, die Produktion allerdings auch. Sämtliche Aussagen zum Gang der Wirtschaft sind nach wie vor wechselhaft und vielfältig interpretierbar. Das sehen Finanzjongleure ebenso. Sie schickten die Börsenkurse gestern abwärts. Ihre Wunschsituation ist wahrscheinlich die schleichende Auflösung der Realwirtschaft mit der Kompensation grenzenloser Geldproduktion durch die Notenbanken. An den Ölbörsen wurde der Abgang nicht mitgemacht. Dort wurde die Sorge vor einer Gewalteskalation in Ägypten und der umliegenden Region mit Konsequenzen für die Ölwirtschaft gehandelt. Es ging tatsächlich um Reales. Das ist in Zeiten eskalierender Geld- und Finanzsysteme nicht selbstverständlich. Die Wahrscheinlichkeit einer Unterbrechung der ägyptischen Transportwege ist nicht hoch. Problematischer ist dagegen die Lage in Libyen. Dort entwickeln sich im Schatten von Kairos Straßenschlachten anarchische Zustände, die die bedeutende Ölwirtschaft empfindlich stören. Ohne diese Störung gäbe es derzeit vermutlich keine bullische Ölbörse.

Nationaler Markt

Unsere Heizölpreise ziehen wieder an. Sie werden von den Ölnotierungen getrieben. Der Dollar bremst den Auftrieb ein wenig ab. Der Binnenmarkt ist sommerlich ruhig. Er hat kaum Einfluss auf die Preisbildung. Die Preistrends werden nun leider verletzt. Den kurzfristigen Abwärtstrend gibt es nicht mehr. Die Abschüssigkeit der mittel- und längerfristigen Trends wird reduziert. Die allgemeine Versorgungslage lässt die Hoffnung auf tiefere Heizölpreise nach wie vor leben. Gegenläufige Einflüsse werden allerdings stärker. Wer starke Nerven hat, setzt auf billigeres Heizöl im Herbst. Wer derlei Spekulation nicht schätzt, soll wissen, dass Heizöl deutlich billiger ist als vor zwölf Monaten. Im Übrigen sind wir der Meinung, dass es schlau ist, sich um die Reduzierung des eigenen Verbrauchs zu kümmern. Wer nicht in den zukünftigen Minderverbrauch investieren mag, könnte mit dem Kauf von Zertifikaten den CO2-Ausstoß des verfeuerten Heizöls kompensieren. Infos dazu gibt es hier.

Der Markt in Stichworten

preistreibende (bullische) Einflüsse auf Heizöl: Gewaltspirale in Ägypten
Blockaden gegen die Ölwirtschaft Libyens
Ein paar gute Konjunkturdaten aus Europa und USA
Fortsetzung der lockeren Geldpolitik
Einige kleinere Infrastrukturstörungen

preisdrückende (bärische) Einflüsse auf Heizöl: Gute Konjunkturzahlen schüren Sorge über Ende der lockeren Geldpolitik
Alte Industrienationen brauchen immer weniger Öl
Viele Länder melden steigende Ölproduktion
Hohes Ölangebot am Weltmarkt

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