Unseren neuen Kommentar für den 05.12.16 finden Sie hier.


Heizölpreise: Notenbank kann sich nicht entscheiden

Internationaler Markt

Libyen und Ägypten wurden gestern in die Themenpause geschickt. Stattdessen standen die US-Bestandsdaten auf der Agenda der Ölmarktberichte. Wirklich Überraschendes kam dabei nicht heraus. Das Fazit hört sich so an: Seit zwei Monaten sinken die Bestände und dennoch sind sie höher als im Vorjahr. Deshalb haben die aktuellen Zahlen keinen nennenswerten Einfluss auf die Preisbildung. Im Einzelnen gaben DOE (Department of Energy) und API (American Petroleum Institute), die beiden berichtenden Organisationen, folgende Veränderungen zur Vorwoche an:

Rohöl: -1,4 Mio. Barrel (DOE) bzw. -1,2 Mio. Barrel (API)
Heizöl und Diesel: +0,9 Mio. Barrel (DOE) bzw. +1,8 Mio. Barrel (API)
Benzin: -4,0 Mio. Barrel (DOE) bzw. -3,7 Mio. Barrel (API)

In Summe ergibt sich ein Abbau von 4,5 (DOE) bzw. 3,2 (API) Mio. Barrel. Die Raffinerieauslastung stieg in der Vorwoche auf 91 Prozent. Dieser Umstand sorgte für ein wenig Verwunderung, da er im Widerspruch zur Annahme zu stehen scheint, dass die sommerliche Kraftstoffnachfrage der USA sinke. Möglicherweise floriert das Exportgeschäft mit Benzin gut.

Als Motor der Preisbewegung vermuteten Finanzjongleure die protokollarische Veröffentlichung des Standpunkts der FED (US-Notenbank) zur lockeren Geldpolitik. Aber auch dieser Punkt konnte an den Ölbörsen nicht für Dynamik sorgen. Die Stimmenverteilung im Entscheidungsgremium ist unentschieden. Allgemein wird vermutet, dass die FED eine Verbesserung der wirtschaftlichen Lage zum Ausstieg aus dem ungeheuerlichen Geldschöpfen, monatlich sind es 85 Mrd. Dollar, nutzen wird. Nach unserer Auffassung ist ein Ausstieg aber nicht mehr möglich, ohne einen Crash an den Börsen zu verursachen.

Alles in allem verlief der Tag gestern aus Sicht der Ölspekulanten langweilig bei leichten Verlusten. Dem stand ein Gewinn des Dollars gegenüber. Heute Morgen sieht der Preisverlauf immer noch ruhig aus. Die Tonne Gasöl kostet aktuell 936,25 Dollar. Das Barrel Rohöl wird in New York zu 103,76 Dollar und in London zu 109,50 Dollar gehandelt. Der US-Dollar kostet 74,97 Eurocent.

Nationaler Markt

Unsere Heizölpreise zeigen wenig Bewegung. Die Vorgaben der Öl- und Devisenbörsen neutralisieren sich gegenseitig. Der Binnenmarkt ist nach wie vor ruhig. Er hat keinen nennenswerten Einfluss auf die Preisbildung. Die kurzfristigen Aussichten sind im Hinblick auf die weitere Entwicklung nicht gerade freundlich. Dieser Umstand geht auf das Konto der Unruhen in der arabischen Welt. Das prinzipiell gute Angebots-Nachfrage-Verhältnis lässt mittel- und längerfristig gleichwohl auf moderate Heizölpreise hoffen. Wer die Spekulation ablehnt, kann derzeit bedenkenlos kaufen. Heizöl kostet deutlich weniger als vor 12 Monaten. Der Abstand beträgt rund zehn Prozent bei 3.000 Liter Liefermenge. Risikobereite Verbraucher mögen auf den weiteren Jahresverlauf setzen. Fünf Prozent Einsparung gegenüber den aktuellen Preisen könnten sie dabei möglicherweise einfahren. Im Übrigen sind wir der Meinung, dass es schlau ist, sich um die Reduzierung des eigenen Verbrauchs zu kümmern. Wer nicht in den zukünftigen Minderverbrauch investieren mag, könnte mit dem Kauf von Zertifikaten den CO2-Ausstoß des verfeuerten Heizöls kompensieren. Infos dazu gibt es hier.

Der Markt in Stichworten

preistreibende (bullische) Einflüsse auf Heizöl: Sorge vor Eskalation der Gewalt in Libyen und Ägypten
Force Majeur auf libysches Öl
Ein paar gute Konjunkturdaten aus China und USA
Fortsetzung der lockeren Geldpolitik
Einige kleinere Infrastrukturstörungen

preisdrückende (bärische) Einflüsse auf Heizöl: Globale Rohölnachfrage soll zum Herbst sinken
Gute Konjunkturzahlen schüren Sorge über Ende der lockeren Geldpolitik
Alte Industrienationen brauchen immer weniger Öl
Viele Länder melden steigende Ölproduktion
Hohes Ölangebot am Weltmarkt

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