Unseren neuen Kommentar für den 05.12.16 finden Sie hier.


Heizölpreise: Nun läuft wieder vieles falsch

Internationaler Markt

Am Ölmarkt steht das nachfragestärkere zweite Halbjahr bevor. Indem sie die Reserveanforderungen an die Geschäftsbanken reduziert, beflügelt Chinas Notenbank die Kreditvergabe und in Konsequenz die Wirtschaft. Finanzjongleure erwarten dadurch eine zusätzliche Steigerung der Ölnachfrage.

Angebotsseitig muss der Markt den Ausfall Libyens verkraften. Die Atomverhandlungen mit dem Iran laufen nicht wie gedacht. Es deutet sich an, dass der vollständige Wiedereintritt Irans als Öllieferant in diesem Jahr nicht stattfinden wird. Damit fehlen dem Ölmarkt weitere Mengen.

Saudi Arabien wird sich bemühen, die Fehlmengen auszugleichen. Allein kann das Land den Mehrbedarf und den Ausfall aber nicht stemmen. Hier ist die OPEC als Gruppe gefragt. Sie ist derzeit nicht bereit, die notwendige Anhebung der maximalen Fördermenge zu beschließen. Beim morgigen Treffen in Wien wird das Thema heiß diskutiert werden. Einem Anhebungsbeschluss steht unter anderem der aktuelle Preis entgegen, der von den Kartellmitgliedern als fair angesehen wird.

Heute läuft das Ultimatum ab, mit dem Russland die ausstehenden Gaszahlungen von der Ukraine einzutreiben versucht. Kiew will nur zahlen, wenn die zukünftige Versorgung zu festen Konditionen vertraglich fixiert wird. Hierauf kann sich die Lieferfirma Gazprom nicht einlassen, da sie mit Änderungen der Ausfuhrsteuer durch russische Behörden rechnen muss. Nun wird es wohl zu Gasabschaltungen kommen, von denen die EU ebenfalls betroffen sein wird. In Konsequenz wird der Westen irgendwelche Sanktionen ausrufen und den Konflikt mit Russland in eine Eskalationsspirale treiben. Dass die russischen Forderungen rechtens sind, wird übrigens von keiner Seite bestritten.

Es ist unschwer zu erkennen, dass die Lage deutlich bullisch ist. Das wird durch die charttechnische Konstellation bestätigt und verstärkt. Gestern wurden die Ölnotierungen aufgetrieben. Heute dürfte sich die Bewegung fortsetzen, wenn nicht vollkommen Unvorhergesehenes im Ost-West-Konflikt passiert. Dem Euro droht zudem eine weitere Abwertung. Heute Morgen sieht es so aus, als hätten die Börsenbewegungen einen Höhepunkt überschritten. Daran können wir momentan nicht glauben. Die Tonne Gasöl kostet 890,50 Dollar. Das Barrel Rohöl wird in New York zu 104,70 Dollar und in London zu 109,99 Dollar gehandelt. Der Euro kostet 1,3596 US-Dollar.

Nationaler Markt

Unsere Heizölpreise werden aufwärts getrieben. Ölnotierungen und Dollar bringen die entsprechenden Vorgaben ein. Die Bewegung kommt nicht überraschend, da mit dem Ost-West-Konflikt der wesentliche Unruheherd weiter kocht.

Käufer halten den Binnenmarkt lebendig. Noch rollt die Orderwelle, wie unser Heizölkauf-Barometer zeigt. Jetzt kommen die Kunden auf den Markt, die sich vor einem weiteren Preisanstieg schützen wollen. Der Handel zeigt noch keine Überforderung an. Binnenmarktinduzierte Preissteigerungen bleiben aus.

Das mathematische Tiefpreis-System hat in verschiedenen Regionen Deutschlands kurze Kaufsignale errechnet. Diese sind vielerorts bereits wieder erloschen. Das trifft auch auf den Durchschnittspreis für ganz Deutschland zu. Die Preisformel erzeugte am Samstag ein grünes Licht. Leser reduzieren ihre Erwartung auf fallende Preise nun deutlich. Wir teilen die Meinung und nennen die Eskalationsgefahr im Ost-West-Konflikt als Hauptgrund.

Die Preisentwicklung kommt leider nicht aus der Konsolidierungsphase heraus. Aktuell befindet sie sich in einer steigenden Welle. Uns bleibt als freundlich spekulative Äußerung derzeit nur, auf den Umstand hinzuweisen, dass am Ende solcher Konsolidierungen oft die Fortsetzung des ursprünglichen Trends steht. Das wäre der Abwärtstrend. Sicherer ist es allerdings, auf die aktuellen Preise zu setzen. Sie sind ohne Einschränkungen kaufenswert. Heizöl ist günstiger als in den letzten drei Jahren zum gleichen Zeitpunkt.

Im Übrigen sind wir der Meinung, dass wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln müssen, um zukunftsfähig zu sein. Die prinzipiell freundliche Marktausrichtung ist kein Dauerzustand.

Teilen Sie uns Ihre Meinung mit!

Uns ist Ihre Meinung wichtig. Schreiben Sie mir direkt unter
E-Mail: KlausBergmann@esyoil.com

Presse-Kontakt

Weitere Informationen