Unseren neuen Kommentar für den 08.12.16 finden Sie hier.


Heizölpreise: OPEC reduziert nun doch

Internationaler Markt

Die Ölpreise stiegen gestern erheblich an. Anlass waren gleich mehrere Ereignisse bzw. Äußerungen. Zum einen positioniert Russland eine Militäreinheit in der Krim. Damit erhöht Russland das militärische Potenzial in der Region. Der russische Verteidigungsminister Shoigu nannte es eine Reaktion auf den gestiegenen Militäreinsatz der westlichen Staaten (Nato). Eine gemeinsame Übung, die bereits vor der Ukraine-Krise geplant war, wurde nun zur Unzeit durchgeführt. Ebenfalls wirkt die EU-Assoziierung der Ukraine nicht gerade beruhigend auf die Region. Zum anderen hat der Generalsekretär der OPEC, El Badri, nach einem Treffen mit dem russischen Energieminister Novak bekannt gegeben, dass das Kartell die Förderquote um fast eine Million Barrel pro Tag auf 29,5 Millionen Barrel pro Tag im kommenden Jahr senken wird. Ungeachtet dieser Maßnahme sieht El Badri die Ölpreise bereits im Herbst wieder steigen. Und zu guter Letzt werden die US-Bestandsdaten, die heute veröffentlicht werden, preistreibend erwartet. Aus dieser Gesamtlage stiegen die Ölnotierungen an, um dann charttechnische Widerstände zu brechen, was wiederum zu Anschlusskäufen führte. Die Aussichten zum Ölpreis haben sich innerhalb eines Tages deutlich eingetrübt.

Der Euro konnte heute noch einmal zulegen. Allerdings blieb er immer noch unter der Marke von 1,30 Dollar. Die Unsicherheiten überwiegen an den Devisenmärkten. Die Fed-Chefin Yellen wird heute darüber Auskunft geben, ob und wann die Zinsschraube in den USA wieder angezogen wird. Vielleicht aber auch nicht. Mittlerweile sind sich viele Analysten nicht mehr so sicher, dass die Zinsentscheidung heute getroffen wird.

Charttechnisch wurde durch den Preisanstieg Raum nach oben geschaffen. Die gestern beschriebenen Kaufimpulse liegen weiterhin vor, so dass die Vorgaben für einen technisch getriebenen Markt gegeben sind. Diese sind zwar nur schwach, unterstützen aber die fundamentalen Entwicklungen. Der Gesamteindruck ist als leicht preistreibend einzustufen.

Heute Morgen setzen die Märkte ihre Entwicklung von gestern fort oder bestätigen diese zumindest. Im Vergleich zu gestern Morgen kostet die Tonne Gasöl aktuell 836,75 Dollar . Das Barrel Rohöl wird in New York zu 94,75 Dollar und in London zu 98,93 Dollar gehandelt. Der Euro verliert heute Morgen bereits leicht wieder und steht praktisch unverändert gegenüber dem US-Dollar bei 1,2949 Dollar .

Nationaler Markt

Unsere Heizölpreise ziehen an. Sie werden von den Ölbörsen angetrieben. Der Euro verhält sich neutral. Aufgrund der veränderten Stimmung an den Ölbörsen muss die Ausrichtung neu bewertet werden. Leider ist für den deutschen Verbraucher wieder Bewegung in die Ölpreise gekommen. Diesmal allerdings in die falsche Richtung.

Die deutschen Heizölkunden bleiben am Ball und kaufen. Sie beweisen damit ein besseres Gespür für den Markt als diejenigen, die lediglich ihre Meinung in unserer Befragung abgegeben haben. Gemäß unserem Schwarm-O-Meter für Heizöl signalisieren die Kunden mit ihrem Kaufverhalten, dass sie die Heizölpreise für sehr gut halten.

Unsere Leser bleiben bei Ihrer Meinung von sinkenden Heizölpreisen. Allerdings ist der Wert wieder um fünf Prozentpunkte gefallen. Der Heizölpreis ist tatsächlich gestiegen. Nach wie vor scheint die Hoffnung auf niedrigere Heizölpreise dennoch fortzubestehen.

Das mathematische Tiefpreis-System zeigt kein Kaufsignal. Bei steigenden Heizölpreisen wird nur bei vorher sehr niedrigen Preisen ein mathematisches Signal erreicht. Viele Kunden beurteilen die Preise sinnvollerweise im wirtschaftlichen und politischen Kontext und im Zusammenhang mit dem eigenen Heizölvorrat. Das kann unsere Mathematik nicht bieten.

Der Preistrend weist nur im kurzfristigen Bereich weiterhin schwach aufwärts. Leider hat der letzte Preisanstieg diesen Aufwärtstrend gerettet, nachdem wir bereits mit einem Seitwärtstrend geliebäugelt hatten. Mittelfristig ist kaum Bewegung drin. Wir halten am Abwärtstrend fest, wobei ein Kippen auf Seitwärts immer wahrscheinlicher wird. Langfristig ist der Abwärtstrend intakt. Es bleibt festzuhalten, dass der aktuelle Heizölpreis deutlich günstiger ist als in den letzten drei Jahren.

Im Übrigen sind wir der Meinung, dass wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln müssen, um zukunftsfähig zu sein. Die prinzipiell freundliche Marktausrichtung ist kein Dauerzustand.

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