Unseren neuen Kommentar für den 03.12.16 finden Sie hier.


Heizölpreise: OPEC sorgt für kleinen Preisnachlass

Internationaler Markt

Die Ölnotierungen stiegen gestern zunächst an, was immer noch mit den Unruhen in der Ukraine begründet wird. Im späteren Handelsverlauf gaben sie aber schlussendlich nach. Der OPEC-Monatsreport und die weiterhin günstige Entwicklung in Libyen sorgten für den nötigen Verkaufsdruck. Die OPEC hatte die Prognose über die Öl-Nachfrage zwar angehoben, hob aber ebenfalls die zu erwartende Produktion von Nicht-OPEC-Staaten an. Hinzu kam, dass Libyen nun unmittelbar vor einem erweiterten Export von Rohöl steht. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass zurzeit die Krise in der Ukraine der Hauptgrund für die unnötig hohen Ölnotierungen ist und bleibt.

Der Euro hat seine Gewinne vom Vortag behauptet und ausgebaut. Grundlage waren zum einen das Sitzungsprotokoll der US-Notenbank, das die Aussicht auf eine Verlängerung der lockeren Geldpolitik gab und dies deutlicher als erwartet. Zum anderen hat die EZB vorerst lediglich mit Worten gepunktet. Ein tatsächlicher Anleihekauf wurde ja noch nicht getätigt. Damit fehlen dem Euro die negativen Effekte eines Aufblasens der Geldmenge. Analysten sehen sogar noch Luft nach oben.

Charttechnisch standen die Indikatoren weiterhin neutral. Die Chartanalyse macht eine Aussage darüber, wie sich Notierungen (rein mathematisch) verhalten können, wenn bestimmte Bedingungen eingetroffen sind. Ihr kommt Bedeutung zu, weil viele automatisierte Kaufentscheidungen auf der Chartanalyse beruhen. Widerstände bei den Ölnotierungen konnten nicht gebrochen werden, sodass die Aufwärtsbewegung heute auch hierdurch begrenzt war.

Heute Morgen verlieren die Ölbörsen ein wenig. Die Tonne Gasöl kostet aktuell 900,75 Dollar. Das Barrel Rohöl wird in New York zu 103,08 Dollar und in London zu 107,18 Dollar gehandelt. Der US-Dollar kostet 71,99 Eurocent.

Nationaler Markt

Unsere Heizölpreise bewegten sich zu wenig. Es gibt eine Chance auf einen weiteren Preisnachlass, der vom Weltmarkt kommen könnte. Dieser wird aber zurzeit nicht realisiert, weil die politischen Unruhen in der Ukraine für Unsicherheit sorgen. Der kurzfristige Abwärtstrend musste aufgegeben werden. Er zeigt vorläufig in die Gegenrichtung. Die mittel- und langfristigen Trends zeigen weiterhin nach unten. Der Binnenmarkt ist in Bewegung geraten, bleibt aber moderat, sodass er kaum Einfluss auf die Entwicklung des Heizölpreises hat. Die Hoffnung auf günstigere Heizölpreise hat sich auch bei unseren Nutzern eingetrübt. Nur noch eine kleine Mehrheit glaubt in diesen Tagen an fallende Heizölpreise. Der Heizölpreis bleibt gegenüber den Vorjahren erfreulich günstig. Unsere Empfehlung lautet: Wer nur wenig Heizöl im Tank hat, braucht starke Nerven. Jede Negativ-Meldung aus der Ukraine treibt die Preise weiter an. Sollte Russland aber erneut einen außenpolitischen Coup wie in Syrien landen, fallen die Heizölpreise sicher. Wer Zeit hat, kann eine Lösung der Ukraine-Krise abwarten und entspannt auf günstigere Heizölpreise hoffen. Im Übrigen sind wir der Meinung, dass wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln müssen, um zukunftsfähig zu sein. Die freundliche Marktausrichtung ist kein Dauerzustand.

Der Markt in Stichworten

preistreibende (bullische) Einflüsse auf Heizöl: Ukraine-Russland-Krise
Libyen droht zu zerreißen
Ausfälle in Nigeria
Unruhen in Venezuela

preisdrückende (bärische) Einflüsse auf Heizöl: Starker Euro
Zweifel an Chinas Konjunktur
Irak steigert Ölproduktion
USA geben Teil der strategischen Reserven frei
Rohölnachfrage der Raffinerien sinkt zum Frühjahr

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