Unseren neuen Kommentar für den 04.12.16 finden Sie hier.


Heizölpreise: Ost-Ukraine-Krise gefährdet Abwärtstrend

Internationaler Markt

Die Ölbörsen in New York und London legten eine kleine Berg- und Talfahrt hin. Zunächst wirkte die Freigabe zweier Ölhäfen in Libyen preisdrückend. Im weiteren Verlauf sorgten neue Meldungen aus der Ost-Ukraine für preistreibende Impulse. Dort hätten pro-russische Milizen eine souveräne Volksrepublik ausgerufen. In einigen Städten wurden Regierungsgebäude besetzt. Die Besetzer fordern eine Volksabstimmung wie in der Krim. Während die deutsche Verteidigungsministerin von der Leyen eine militärische Auseinandersetzung mit Russland für abwegig hält und auch der deutsche Außenminister eine Mitgliedschaft der Ukraine in der Nato ablehnt, zog Tschechiens Präsident Zeman eine „rote Linie“. Bei einer weiteren Expansion forderte er die Unterstützung der Nato und drohte indirekt mit einem Konflikt zwischen Russland und der Nato. Tschechien ist seit 1999 Mitglied der Nato. Die Ölnotierungen hielten dennoch nicht stand. Sie fielen im Laufe des Abends.

Der Euro steigerte seinen Wert im Vergleich zum Dollar. Auslöser waren die besser als erwarteten Zahlen der deutschen Industrieproduktion für den vergangenen Februar. Mangels anderer Impulse hielt der positive Impuls den Handelstag über an. Die Äußerungen des EZB-Chefs Draghi vom Donnerstag und die Berechnungen eines Anleihekaufs, die am Freitag bekannt wurden und ein Volumen von einer Billion Euro hatten, wurden am heutigen Tag bereits wieder relativiert. So hatten sich der deutsche Bundesbank-Chef Weidmann und sein österreichischer Kollege Nowotny verhalten über einen baldigen Anleihekauf geäußert. Dies zeigt wieder einmal die Fronten innerhalb des EZB-Rates auf. Die Äußerungen hatten gestern aber keinen erkennbaren Einfluss auf die Kursentwicklung.

Charttechnisch erwies sich der gestrige Tag eher als neutral, weil sich die Indikatoren und Impulse gegenseitig aufhoben. Die Indikatoren wiesen weiterhin eher auf steigende Ölpreise, während der Handel dementgegen verkaufte und Unterstützungen durchbrach, was weitere Verkaufsorders auslöste. Daher erwarten wir von der technischen Analyse heute keine richtungsweisende Aussage.

Heute Morgen ziehen die Ölnotierungen an den Ölbörsen etwas an. Die Tonne Gasöl kostet aktuell 889,00 Dollar. Das Barrel Rohöl wird in New York zu 101,08 Dollar und in London zu 106,09 Dollar gehandelt. Der US-Dollar kostet 72,76 Eurocent.

Nationaler Markt

Unsere Heizölpreise geben nach. Damit bewegt sich der Heizölpreis innerhalb des Abwärtstrends. Sollte der Heizölpreis aber wider Erwarten in den nächsten Tagen nicht weiter fallen, droht der kurzfristige Trend zu kippen. Die Unsicherheit der Ukraine-Krise unterstützt diese Möglichkeit. Im Jahresvergleich steht der Heizölpreis immer noch hervorragend dar. Rechnerisch werden heute in einigen Gebieten Deutschlands beste Kaufmomente erreicht. Das bedeutet, dass gemessen an den Heizölpreisen der näheren Vergangenheit, der aktuelle Heizölpreis als günstig zu erachten ist. Der Binnenmarkt kann deswegen wieder etwas anziehen. Das hat aber keine Auswirkungen auf die Preisbildung, weil er immer noch als schwach eingestuft werden kann. Unsere Empfehlung lautet: Wer nur noch wenig Heizöl im Tank hat, sollte die mathematische Anerkennung des günstigen Moments mit einem Kauf goutieren. Zumal kurzfristige Preissteigerungen möglich sind. Wer Zeit hat, darf weiter auf günstigere Heizölpreise spekulieren. Im Übrigen sind wir der Meinung, dass wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln müssen, um zukunftsfähig zu sein. Die freundliche Marktausrichtung ist kein Dauerzustand.

Der Markt in Stichworten

preistreibende (bullische) Einflüsse auf Heizöl: Libyen droht zu zerreißen
Ausfälle in Nigeria
Unruhen in Venezuela

preisdrückende (bärische) Einflüsse auf Heizöl: Zweifel an Chinas Konjunktur
Irak steigert Ölproduktion
USA geben Teil der strategischen Reserven frei
Rohölnachfrage der Raffinerien sinkt zum Frühjahr

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