Unseren neuen Kommentar für den 07.12.16 finden Sie hier.


Heizölpreise: Paukenschlag bringt Abschlag

Internationaler Markt

Die Überraschung des Wochenendes fand nicht auf einem Fußballplatz, sondern an einem Verhandlungstisch in Genf statt. Dort wurde beschlossen, den Atomstreit mit dem Iran probeweise zu beenden. François Hollande gab seine Oppositionsrolle auf. Israel war nicht beteiligt. Aber es versteht sich von selbst, dass die konservative Regierung in Jerusalem bzw. Tel Aviv, sie streitet mit der Welt sogar um die Hauptstadt des Landes, schimpft wie ein Rohrspatz. Für sie geht es um die Pflege fundamentaler Feindschaften. Für die iranische Regierung geht es um die Wiederherstellung des normalen Lebens seiner Bevölkerung. Dazu braucht sie vor allen Dingen Außenhandel. Der kann nun Stück für Stück wieder aufgenommen werden. Öl wird dabei zunächst noch nicht fließen. Gleichwohl gaben die Ölnotierungen über Nacht deutlich nach. Das ist eine angenehme Erscheinung, die den unangenehmen, kurzfristigen Aufwärtstrend durchkreuzt. Charttechnisch baute sich in den letzten Tagen einiges Preispotenzial auf, das nun zum Annullieren bereit steht. Bis sich an den Börsen herumspricht, dass das iranische Rohöl bis auf Weiteres in den Landlagern und Seetankern bleibt, wird davon abgetragen. Die weiteren bullischen Einflüsse des Ölmarkts, allen voran kalte Temperaturen und hohe Nachfrage in den USA, verlieren ihre Wirkung sicher nur kurzzeitig.

Nationaler Markt

Unsere Heizölpreise hatten das volle Aufwärtspotenzial der bullischen Börsenlage noch nicht aufgenommen, als die Gegenbewegung bereits einsetzte. Die kann nun wirken und für eine erneute Annäherung an die 80-Cent-Marke, bei 3.000 Liter Liefermenge, sorgen. Preislich wird die Musik von den Börsen eingespielt. Der Binnenmarkt funktioniert still und unaufgeregt. Die weiteren Aussichten sind trotz der Neuigkeiten zum Atomdeal mit dem Iran nicht wirklich vielversprechend. Wir sehen im Hintergrund einen bullischen Grundton, der vermutlich ein paar Wochen nerven wird. Wer auf günstigeres Heizöl setzt, sollte Geduld und Leidensfähigkeit für die Momente, in denen sich der Preis in eine andere als die gewünschte Richtung bewegt, mitbringen. Wer es lieber ohne Spekulation mag, wird im Tagesverlauf einen ordentlichen Heizölpreis zum Bestellen finden. Er ist auf alle Fälle günstiger als in den beiden Vorjahren zum vergleichbaren Zeitpunkt. Im Übrigen sind wir der Meinung, dass es schlau ist, sich um die Reduzierung des eigenen Verbrauchs zu kümmern. Dazu empfehlen wir in einem ersten Schritt unseren e-Peilstab. Mit ihm lässt sich der Heizölverbrauch messen. Auf esytrol entsteht aus den Messungen ein Bild zur Energieintensität des eigenen Hauses. Wenn das bekannt ist, können Handlungen folgen.

Der Markt in Stichworten

preistreibende (bullische) Einflüsse auf Heizöl: USA erwarten Kältewelle
Raffinerieausfälle in den USA
Entwicklung in Libyen
Fortsetzung der lockeren Geldpolitik
China bleibt auf wirtschaftlichem Expansionskurs

preisdrückende (bärische) Einflüsse auf Heizöl: Atomabkommen mit dem Iran
US-Rohölbestände sehr hoch
OPEC erhöht Angaben über Ölschiefervorkommen
Geringe US-Ölimporte
Ölangebot übertrifft Ölnachfrage

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