Unseren neuen Kommentar für den 10.12.16 finden Sie hier.


Heizölpreise: Plötzlich ist wieder mehr Öl da

Internationaler Markt

Die Ölnotierungen befinden sich in einem kurzfristigen Abwärtstrend. Alle in den letzten Wochen aufgebauten Sorgen um ein ausreichendes Angebot scheinen sich nun in Luft aufzulösen. Auslöser des Abgangs war die Einigung der Supermächte im syrischen Giftgaskonflikt. Beschleuniger der Bewegung sind Meldungen über unerwartet zur Verfügung stehende Ölmengen aus Libyen und Nigeria. Das als Lieferland bereits abgeschriebene Libyen wird die Hälfte seines Potenzials wieder auf den Markt bringen und die Force Majeure Erklärung (höhere Gewalt), die sämtliche Lieferverträge aussetzt, zurücknehmen. In Nigeria wird die seit Juli abgeschaltete Hauptleitung der Trans-Niger-Pipeline wieder in Betrieb gehen. Wenn es so kommt wie angekündigt, werden dem Markt fast eine Mio. Barrel Rohöl mehr zur Verfügung stehen, wohlgemerkt einem Markt, der auch ohne die Mengen ausreichend versorgt ist. Dass die Ankündigungen gestern für Furore an den Ölbörsen sorgten, war nicht zuletzt auf Grund einer Tagung der US-Notenbank (FED) möglich, bei der der zukünftige Vorsitz und die zukünftige Geldpolitik auf der Agenda stehen. Zwar ist hiervon keine nennenswerte Veränderung des Status quo zu erwarten. Gleichwohl ist die Tagungszeit eine Stillhaltezeit, die den sonst dominanten Einfluss der FED aus dem Verkehr nimmt.

Nationaler Markt

Unsere Heizölpreise geben erneut deutlich nach. Der Anstoß kommt im Wesentlichen von den Ölbörsen. Das Abwärtspotenzial ist noch nicht vollständig im Binnenmarkt angekommen, weil Vorlieferanten derzeit einen Teil zurückhalten. Entweder befürchten sie eine schnelle Umkehr der Preisbewegung oder sie rechnen mit einer Kaufwelle, die die Lieferfähigkeit an ihre Grenzen bringen wird. In dem Fall käme es zu einer natürlichen Margenerhöhung. Große Nachfrage träfe auf begrenztes Angebot. Davon unabhängig ist der Abwärtsdruck der letzten Tage so stark, dass sich daraus ein kurzfristiger Trend entwickelt hat. Für die weiteren Aussichten sollte man sich nicht allein von diesem Abwärtstrend leiten lassen, sondern sich am mittelfristigen Seitwärtstrend orientieren. Aber auch der lässt weiteren Abgang zu. Es ist sinnvoll, die Preise nun eng zu verfolgen, auf unserer Internetseite oder mit unserer Smartphone-App . Aktuell sind 3.000 Liter Heizöl übrigens rund acht Prozent günstiger als vor zwölf Monaten. Im Übrigen sind wir der Meinung, dass es schlau ist, sich um die Reduzierung des eigenen Verbrauchs zu kümmern. Wer nicht in den zukünftigen Minderverbrauch investieren mag, könnte mit dem Kauf von Zertifikaten den CO2-Ausstoß des verfeuerten Heizöls kompensieren. Infos dazu gibt es hier.

Der Markt in Stichworten

preistreibende (bullische) Einflüsse auf Heizöl: Fortsetzung der lockeren Geldpolitik
Kritische Stimmen zur globalen Angebotssituation
Politische Spannungen im Nahen Osten und Nordafrika

preisdrückende (bärische) Einflüsse auf Heizöl: Libyen wird Teile der üblichen Lieferungen bald wieder aufnehmen
Trans-Niger-Pipeline wieder in Betrieb
Militäreinsatz gegen Syrien vom Tisch
Globale Rohölnachfrage soll zum Herbst sinken
Diverse Länder melden steigende Ölproduktion

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