Unseren neuen Kommentar für den 10.12.16 finden Sie hier.


Heizölpreise: Politik für die Emotionen

Internationaler Markt

Die Ölpreise könnten sich sehr freundlich entwickeln, wenn da nicht die Dummheiten in der und um die Ukraine wären. Intern agieren Menschen wenig bedacht. Da wurde mit der Strategie eines Boxers in Kiew Politik gemacht. Auf der Krim erleben wir nun eine schlechte Kopie dieses zweifelhaften Stils. Extern geben die Politprofis kein besseres Bild ab. Aktuell wird unter Führung der USA eine Sanktionsspirale in die Höhe geschraubt, deren geostrategisches Ziel uns verborgen bleibt. Mehr als innenpolitische Gesichtswahrung ist darin nicht zu erkennen. Nun zeigt sich die Frucht sogenannter pragmatischer Politik, deren einzig begreifbares Ziel Wirtschaftswachstum ist. Da rauscht man unversehens in einen sich lange abzeichnenden Konflikt, der auf keiner geld- und finanzpolitischen Landkarte zu sehen war. Jetzt geht es also darum, dem Gegner ganz pragmatisch Wirtschaftswachstumspunkte abzugraben. Dumm nur, dass man zuvor Globalisierung und freien Warenverkehr als Allzweckmethode für das alles überstrahlende Ziel einführte. Da wird der Wachstumsverlust des Gegners schnell der eigene. Uns beruhigt das. Die Zeichen stehen zumindest nicht für eine militärische Auseinandersetzung. Und wenn das globale Wachstum leidet, kann sich die gestresste Atmosphäre ein wenig entspannen, wie in 2008, als der CO2-Ausstoß messbar sank. Den Ölpreisen schaden Sanktionen in diesem Fall allerdings, weil man sich mit dem weltgrößten Ölanbieter anlegt. Die Preise würden sich in diesen Tagen ohne den Konflikt freundlicher entwickeln.

Nationaler Markt

Unsere Heizölpreise geben erneut nach. Gestern waren nicht die Öl-, sondern die Dollarnotierungen dafür zuständig. Sie sanken, nachdem Mario Draghi ein Festhalten am aktuellen Leitzins der EZB verkündete. Im Binnenmarkt ergab sich einmal mehr die Chance, die hoch aufgelaufenen Rabatte ohne sichtbar negative Folgen für die Heizölpreise zu reduzieren. Die haben trotz gestiegener Margen ein neues 30-Monats-Tief erreicht. Die kurzfristigen Aussichten sind aufgrund der Ukraine-Krise durchwachsen. Ohne diese Krise sind die Chancen für weiter nachgebende Preise gut bis sehr gut. Wer darauf setzt, braucht Risikobewusstsein, Geduld, eine ausreichende Restmenge Heizöl im Tank und unsere zeitnahen Informationen. Wem das zu unsicher ist, sei gesagt, dass die Heizölpreise jetzt bereits gut sind. Man macht nichts falsch, wenn man umgehend ordert. Im Übrigen sind wir der Meinung, dass wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln müssen, um zukunftsfähig zu sein. Die freundliche Marktausrichtung ist kein Dauerzustand.

Der Markt in Stichworten

preistreibende (bullische) Einflüsse auf Heizöl: Ukraine-Krise
Libyen liefert weiterhin kaum Öl
Unruhen in Venezuela
Produktionsausfälle im Südsudan
US-Heizölvorräte knapp

preisdrückende (bärische) Einflüsse auf Heizöl: Schwache Konjunkturdaten
Rohölnachfrage der Raffinerien sinkt zum Frühjahr
US-Öl über neue Pipeline besser verfügbar
Atomverhandlungen mit dem Iran laufen wieder

Teilen Sie uns Ihre Meinung mit!

Uns ist Ihre Meinung wichtig. Schreiben Sie mir direkt unter
E-Mail: KlausBergmann@esyoil.com

Presse-Kontakt

Weitere Informationen