Unseren neuen Kommentar für den 04.12.16 finden Sie hier.


Heizölpreise: Rote Linie und Konjunkturprogramme

Internationaler Markt

Während die Ölbörsen weiter auf Konflikte im Nahen Osten setzen, setzten US-Notenbanker auf die Reduzierung der Finanzspritzen bei Anleihekäufen. Ein iranischer Kommandant spricht von einer „roten Linie“ im Konflikt um das iranische Atomprogramm. Das stützt die Ölpreise weltweit. Hinzu treten die Schwierigkeiten in Syrien. Auch die Unruhen in Venezuela wurden für weitere Preissteigerungen verantwortlich gemacht. Gestern wurden Protokolle der Zinssitzung der Fed von Ende Januar veröffentlicht. Diese belegten, dass die Notenbanker sogar an einem Automatismus bastelten, der bei jeder Sitzung zur Reduzierung der expansiven Geldpolitik führen soll. Im Gespräch war jeweils ein Volumen von ca. 10 Mrd. Dollar pro Sitzung. Dies galt natürlich nur für den Fall, dass sich die US-Wirtschaft weiter erholt. Genau das tritt aber zurzeit nicht ein, denn die immer wieder auftretenden Kältewellen dämpfen die konjunkturelle Entwicklung in den USA. Noch übersteigen die Befürchtungen über die Konflikte die Ängste vor einer konjunkturellen Delle in den USA. Das führt zu steigenden oder zumindest stabilen Ölnotierungen. Der US-Dollar konnte sich etwas erholen, hat aber die Verluste des Vortages noch nicht wieder wettgemacht.

Nationaler Markt

Unsere Heizölpreise halten den internationalen Druck kaum aus. Sie werden von den Ölnotierungen nach oben getrieben. Die Schwäche des Dollars kann kaum helfen. Allein die sehr niedrige Nachfrage des Binnenmarktes kann die Heizölpreise auf einem relativ niedrigen Niveau halten. Kurzfristig bewegen sie sich seitwärts. Mittelfristig tendieren sie weiter abwärts. Trotz der Gefahr, dass die deutschen Heizölpreise demnächst steigen werden, halten wir daran fest, dass sie mittelfristig weiter fallen werden. Sie durchschneiden gerade die Preiskurve des Jahres 2011. Damit erreichen wir den überaus günstigen Bereich, in dem der deutsche Heizölverbraucher günstiger Heizöl kaufen kann als in den letzten drei Jahren. Einen derartigen Preisrückgang bietet kein anderer Energieträger. Im Übrigen sind wir der Meinung, dass wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln müssen, um zukunftsfähig zu sein. Die freundliche Marktausrichtung ist kein Dauerzustand.

Der Markt in Stichworten

preistreibende (bullische) Einflüsse auf Heizöl: Stress bei den Atomverhandlungen mit dem Iran
Libyen liefert weiterhin kaum Öl
Mögliche Produktionsausfälle im Südsudan
US-Heizölvorräte knapp
Öllieferungen aus der Nordsee sollen sinken

preisdrückende (bärische) Einflüsse auf Heizöl: US-Öl über neue Pipeline besser verfügbar
US-Notenbank drosselt die Geldpumpe weiter
Weitere Steigerung des globalen Rohölangebots erwartet

Teilen Sie uns Ihre Meinung mit!

Uns ist Ihre Meinung wichtig. Schreiben Sie mir direkt unter
E-Mail: HeikoHarlapp@esyoil.com

Presse-Kontakt

Weitere Informationen