Unseren neuen Kommentar für den 05.12.16 finden Sie hier.


Heizölpreise: Ruhig auf erhöhtem Niveau

Internationaler Markt

Die Positionen sind bezogen. Das trifft nicht nur geopolitisch zu. Es ist auch eine Aussage über die Aktivitäten an den Ölbörsen. Dort steht ein langes Wochenende bevor. Montag haben die Händler in den USA und Großbritannien frei. In Vorbereitung hierauf werden die hoch spekulativen Handelsideen abgestoßen. Was bleibt, ist Ausdruck einer breiten Konsensstimmung. Sie ist getragen von einem guten Ölangebot einerseits und den höchsten geopolitischen Unsicherheiten seit vielen Jahren andererseits.

Trotz des gerade gemeldeten Rückgangs in den US-Rohöllagern, der seine Ursache in geringeren Importen hat, bleibt die Gewissheit über eine starke US-Rohölförderung bestehen. Der Irak wartet ebenfalls mit einer bemerkenswerten Steigerung seiner Förderung auf. Hier wird ein langwieriger Streit zwischen der staatlichen Ölgesellschaft und der autonomen Region Kurdistan um die eigene Vermarktung des dort geförderten Öls ausgetragen, der bizarre Formen annimmt. Zu einer Reduzierung der Lieferungen kam es dabei bisher nicht. Saudi Arabien lässt wissen, dass es mehr Öl liefern könnte, wenn der Markt dies erfordern würde. Katar und Kuwait steigern ihre Förderung kontinuierlich. Unter den vielen kleinen Produzenten erweist sich der vom Bürgerkrieg gebeutelte Südsudan als relativ stabiler Lieferant.

Die globale Nachfrage nach Öl steigt. Dies geschieht allerdings weniger stark als bisher prognostiziert und geringer als die Steigerung des Angebots. Seit dem Beginn der Finanzkrise im Jahr 2008 erwartet man in den USA Jahr für Jahr eine deutliche Steigerung der Nachfrage während der sommerlichen Fahrsaison. Die Erwartung wurde in allen Jahren enttäuscht. Wachstumsoptimisten und Bullen lassen nicht locker. Sie setzen auch in diesem Jahr auf eine deutliche Steigerung des Benzinkonsums. Die neue Fahrsaison beginnt am bevorstehenden Wochenende. Wir melden schon mal Zweifel an, dass die Wette aufgeht.

Die vorliegende Skizze des Ölmarkts legt nahe, dass die Preise fallen. Das geschieht nicht, weil die geopolitischen Störungen eine beachtliche Bedrohung des Friedens und des Wohlstands reicher Nationen darstellen. Im Zentrum der Sorge steht der Ost-West-Konflikt um die Ukraine. Der sollte sich nach den Vorstellungen westlicher Politiker mit den am Wochenende abgehaltenen Präsidentschaftswahlen beruhigen. Die Vorstellungen muten schlafwandlerisch an. Wahrscheinlich wird er sich verschärfen. Es ist schwer vorstellbar, dass ein zerrissenes und geplündertes Land ohne erkennbare Exekutive aus eigener Kraft zu einer funktionierenden Demokratie kommen kann, die den Menschen Wohlstand bringt. Wohlstand wird allenfalls den Menschen auf der Krim ermöglicht. Der Preis ist die völkerrechtswidrige Annexion durch Russland. Diesen Preis wird die Mehrheit der Krimbewohner mit jedem Blick zurück in die Ukraine vermutlich lieber bezahlen.

Mit der Fortsetzung der Ost-West-Spannungen werden die Ölpreise nicht sinken. Die Frage ist in diesem Fall lediglich, wie langsam werden sie steigen. Heute Morgen steigen sie nicht. An den Ölbörsen herrscht gespenstische Ruhe. Wie gesagt, die Positionen sind bezogen. Die Die Tonne Gasöl kostet zur Stunde 912,75 Dollar. Das Barrel Rohöl wird in New York zu 103,89 Dollar und in London zu 110,47 Dollar gehandelt. Der Euro kostet 1,3646 US-Dollar.

Nationaler Markt

Unsere Heizölpreise bewegen sich kaum. Damit folgen sie den aktuellen Vorgaben der Ölnotierungen. Der Dollar treibt sie allerdings tendenziell aufwärts. Vom Binnenmarkt kommt kein spürbarer Einfluss. Die Nachfrage ist schwach. Rabatte in den Preisen sind bereits Gewohnheitssache, die Verbraucher nicht mehr wahrnehmen. Kaufanreize sind damit nicht zu machen. Unser Tiefpreis-System ist deutlich von einem Kaufsignal entfernt. Wirklich schlecht sind die Heizölpreise aber nicht. Sie befinden sich nach wie vor auf einem tiefen Niveau im Dreijahresvergleich. Unsere Leser reduzieren ihre Hoffnung auf bessere Preise weiter. Uns geht es genauso. Wir verlieren den immer noch durch die kurz- und mittelfristigen Abwärtstrends zu rechtfertigenden Optimismus angesichts der geopolitischen Verwerfungen. Von uns gibt es derzeit keinen Aufruf zur Spekulation auf tiefere Preise, weil wir die Wahrscheinlichkeit für einen Preisrückgang als zu gering einschätzen. Im Übrigen sind wir der Meinung, dass wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln müssen, um zukunftsfähig zu sein. Die prinzipiell freundliche Marktausrichtung ist kein Dauerzustand.

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