Unseren neuen Kommentar für den 06.12.16 finden Sie hier.


Heizölpreise: Sanktionen gegen Putins Freunde

Internationaler Markt

Neue Woche, altes Spiel. Es gibt reichlich Öl im Markt, aber der Ost-West-Konflikt um die Ukraine blockiert eine an der realen Versorgung orientierte Preisbildung. Immerhin scheint die von den USA angestrebte Energiesanktion gegen Russland, die de facto gegen die EU gerichtet wäre, bis auf weiteres abgewendet zu sein. Stattdessen werden als Reaktion auf die Eskalation in der Ostukraine Personen aus dem direkten Umfeld Putins an der Ausübung ihrer Geschäfte gehindert.

Die hierzulande verbreiteten Zweifel an der Sinnfälligkeit von Sanktionen wachsen mit dem Chaos in der Ukraine. Es wird immer deutlicher, dass die Vorgänge im Land eine Eigendynamik haben, die weder von Russland noch vom Westen politisch kontrollierbar ist. Zweifelhaft ist auch, dass diese Eigendynamik bessere Lebensverhältnisse hervorbringen kann. Es ist absehbar, dass Russland im Osten die Rolle der Schutzmacht übernehmen muss. Der Westen will das verhindern. Er setzt auf die Selbstheilungskräfte der Freiheit und des Marktes. Die jüngere Geschichte hat mehr Beispiele parat, die das Versagen dieser Kräfte belegen als deren Erfolg. Insofern muss sich die Debatte um Sanktionen gegen Russland den Vorwurf gefallen lassen, den Blick auf eine gewaltfreie Lösung für die Menschen in der Ukraine zu verhindern.

Die Finanzszene wird sich diese Frage nicht stellen. Sie orientiert sich an Wahrscheinlichkeiten für Wirtschaftssanktionen und deren Auswirkung auf die überregionalen Energieströme. Außerdem hat sie die Vorgänge in Libyen zu bewerten. Dort deutet sich ein kleiner Fortschritt bei der Wiederaufnahme der Öllieferungen an. Von alter Ölstärke ist das Land aber noch weit entfernt.

Die Charttechnik steht aktuell in einer unklaren Konstellation. Nach unserer Einschätzung sollte sie eine leicht bärische Stimmung weiterhin unterstützen. Heute Morgen erkennen wir allerdings noch keinen Beleg dafür. Die Tonne Gasöl kostet 925,00 Dollar. Das Barrel Rohöl wird in New York zu 101,38 Dollar und in London zu 109,98 Dollar gehandelt. Der US-Dollar kostet 72,36 Eurocent.

Nationaler Markt

Unsere Heizölpreise geben ein wenig nach. Sie folgen damit den Vorgaben der Ölnotierungen. Der Binnenmarkt ist etwas belebter als in den Tagen zuvor, wie aus unserem Heizölkauf-Barometer hervorgeht. Insgesamt ist die Nachfrage gleichwohl schwach. Nach wie vor beinhalten die Preise Rabatte, die für etwas Kauflaune sorgen sollen. Das ist mit mäßigem Erfolg gekrönt. Im Sinne unseres Tiefpreis-Systems sind die Preise tatsächlich keine Kaufpreise. Die weitere Entwicklung wird von unseren Nutzern schwach freundlich eingeschätzt. Der mittelfristige Abwärtstrend ist noch intakt. Er unterstützt diese Ansicht. Auf tiefere Heizölpreise zu spekulieren, erfordert derzeit Mut. Wer es wagt, braucht hohes Risikobewusstsein, Geduld, eine ausreichende Restmenge Heizöl im Tank und unsere zeitnahen Informationen. Wer gezwungen ist, Heizöl zu kaufen, soll wissen, dass die Preise immer noch deutlich besser sind als Ende April der letzten drei Jahre. Im Übrigen sind wir der Meinung, dass wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln müssen, um zukunftsfähig zu sein. Die prinzipiell freundliche Marktausrichtung ist kein Dauerzustand.

Der Markt in Stichworten

preistreibende (bullische) Einflüsse auf Heizöl: Ukraine-Konflikt wird immer heißer
Weniger Öl aus der Nordsee

preisdrückende (bärische) Einflüsse auf Heizöl: Libysches Öl könnte bald wieder in kleinen Dosen fließen
Verhandlungen um iranisches Atomprogramm

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