Unseren neuen Kommentar für den 06.12.16 finden Sie hier.


Heizölpreise: Schöne Überraschung

Internationaler Markt

Die Meinung, dass die Ölpreise aufgrund der andauernden Überversorgung des Markts zu hoch seien, dringt in die Instinktzentrale der Finanzjongleure durch. Der Reflex lautet Gewinne sichern, Papiere abstoßen. Die Tat lässt Preise purzeln. Die Gepflogenheiten in der Parallelwelt der Geld- und Finanzwirtschaft verlangen ein paar Geschichtchen zum Vorgang. Hier sind sie:

Die Vorabmeldungen zu den US-Bestandsdaten, deren wichtiger Teil heute Nachmittag veröffentlicht wird, weisen Aufbauten in den Lagern aus. Überraschung. Spekulanten hatten sich auf ein Ende der großen Zuflüsse eingestellt. Die internationale Koalition, die gegen die Machtausbreitung der Huthi im Jemen zu Felde zieht, gibt an, ihre Ziele erreicht zu haben und die Luftschläge einstweilen einzustellen. Überraschung. Die Bedrohung des Transportwegs durch die Meerenge Bab el-Mandeb ins Rote Meer scheint damit nicht mehr zu bestehen.

Beide preisdrückenden Impulse sind derzeit weich. Das heißt, sie können jederzeit ins Gegenteil gedreht werden. Indem Finanzjongleure sie dennoch für nennenswerte Abwärtsbewegungen der Ölpreise nutzen, demonstrieren sie eine gewisse Sättigung. Wenn sie wieder Hunger auf Gewinne bekommen, werden die Geschichtchen zu ihrem Handeln nicht mehr so rational klingen. Nach einer längeren Abstinenz- oder Fastenzeit sieht es momentan noch nicht aus. Manche Beobachter des Ölmarkts erwarten eine solche im Verlauf des zweiten Quartals.

Heute Morgen deutet sich ein weiterer Abgang der Ölnotierungen an. Er kann auf die Heizölpreise durchschlagen, da der Dollar stillhält. Die Tonne Gasöl kostet aktuell 560,25 Dollar . Das Barrel Rohöl wird in New York zu 55,84 Dollar und in London zu 61,50 Dollar gehandelt. Der US-Dollar kostet 0,9315 Euro . Damit kostet der Euro 1,0736 Dollar .

Nationaler Markt

Die Heizölpreise bewegen sich dahin, wo Verbraucher sie am liebsten sehen. Abwärts. Dafür war es höchste Zeit, um wenigstens den seitwärts gerichteten Trendkanal zu sichern. Innerhalb dieses Kanals gibt es nun reichlich Luft nach unten, wie die 3-Monats-Ansicht der aktuellen Heizölpreis-Tendenz zeigt. Im Augenblick ist es kaum vorstellbar, dass diese Luft vollständig ausgenutzt wird.

Der Binnenmarkt läuft extrem ruhig. Bestellungen kleckern in homöopathischen Dosen herein. Etwas lebendiger wirkt dagegen die Hoffnung auf günstigeres Heizöl. Unser Schwarm-O-Meter für Heizöl, das das Kaufverhalten der Kunden ins Verhältnis zu ihren Preisanfragen setzt, und die Lesereinschätzung zur Preisentwicklung zeigen die Lage entsprechend an. Das eine steht auf geringem Niveau für die Kaufbereitschaft, das andere auf einem ordentlichen Mehrheitswert für die Erwartung an fallende Heizölpreise.

Das mathematische Tiefpreis-System zeigt keine Kaufsignale mehr an. Dieser Umstand unterstützt die Markthaltung der Beobachter. Die Signale werden definitiv wieder kommen. Es ist gut möglich, dass die Preise dann tatsächlich etwas tiefer liegen als heute.

Die Preistrends geben indifferente Zeichen ab. In den kurzfristigen Einstellungen weisen sie seitwärts. In den längerfristigen Ansichten zeigen sie Wimpel. Das sind Konstellationen, die auf eine bevorstehende Neuausrichtung der Ölpreise hindeuten. Danach kann es aufwärts oder abwärtsgehen. Beides ist möglich.

Unser simpler Rat an alle Unentschlossenen lautet: Wenn Ihr Tank demnächst eine Füllung verlangt, sollten Sie kaufen. Seien Sie einfach mit dem gewaltigen Preissturz, von dem immer noch ein ordentlicher Anteil verblieben ist, zufrieden. Wenn Sie genügend Heizöl im Tank haben, über ein gutes Nervenkostüm verfügen, um unliebsame Preisentwicklungen zu ertragen, und den spekulativen Kick lieben, sollten Sie es riskieren, auf bessere Preise zu setzen. Machen Sie sich nur klar, dass diese Spekulation Chancen und Risiken beinhaltet.

Im Übrigen sind wir der Meinung, dass wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln müssen, um zukunftsfähig zu sein. Die freundliche Marktausrichtung ist kein Dauerzustand.

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