Unseren neuen Kommentar für den 11.12.16 finden Sie hier.


Heizölpreise: Schwacher Dollar ermöglicht Öl-Spekulationen

Internationaler Markt

Gestern bewegten sich die Ölpreise zunächst nur wenig. Weiteren Preisauftrieb gab es kaum. Hierfür fehlten die Impulse, aber auch nach unten bewegten sich die Rohölpreise nicht. Technisch wurden zunächst neue Preishöhen getestet, aber ohne durchschlagenden Erfolg. Erst zum späten Abend hin änderte sich dies. Allein der schwache Dollar schaffte den nötigen Freiraum, um die Ölnotierungen anzutreiben. Der Handel mit Öl wird nämlich für alle Marktteilnehmer, die nicht im Dollar-Raum zu Hause sind, billiger, wenn der Dollar billiger wird. Was zunächst gut für den deutschen Verbraucher ist, nutzen einige Spekulanten, um sich in solchen Momenten mit Öl einzudecken. Das führt zu einem weiteren Anstieg, wie gestern gesehen. Dadurch, dass dann auch noch in Handelssystemen auf Kaufen gestellt wird, sobald der Ölpreis eine gewisse Marke überschreitet, befeuern sich die Preise zum Teil selbst. Am Ende einer solchen Rallye haben die deutschen Verbraucher wieder das Nachsehen.

Der Euro bewegte sich gestern eigentlich gar nicht. Dafür setzte der Dollar zur Talfahrt an, was den Euro relativ zum Dollar anhob. Betrachten wir aber nur den Dollar, dann verlor er gestern wegen weiter enttäuschenden Konjunkturdaten. Insbesondere die Arbeitsmarktdaten aus den USA gaben den entscheidenden Impuls für diese Schwächung. Während also die guten Konjunkturdaten aus der Eurozone in den letzten Tagen die Gemeinschaftswährung stützte, gab es in den USA diese Unterstützung nicht. Längerfristig bleibt wegen der unterschiedlichen Geldmarktpolitik der Notenbanken diesseits und jenseits des Atlantiks die Gefahr einer Teuerung des Dollars und damit des Heizöls bestehen.

Heute Morgen fallen die Ölpreise leicht. Die Tonne Gasöl kostet aktuell 576,00 Dollar . Das Barrel Rohöl wird in New York zu 56,11 Dollar und in London zu 63,45 Dollar gehandelt. Der US-Dollar kostet 0,9284 Euro . Damit kostet der Euro 1,0772 Dollar .

Nationaler Markt

Die Heizölpreise ziehen erneut deutschlandweit an. Sie werden von den Rohölpreisen gezogen. Der wieder erstarkte Euro mildert diese Bewegung nur ab, kann sie aber nicht verhindern. Der Binnenmarkt bleibt aufgrund der letzten Preissteigerungen ruhig.

Die Binnennachfrage ist ruhig. Diejenigen, die jetzt Heizöl benötigen, kaufen auf leicht überdurchschnittlichem Niveau. Vor dem Hintergrund des im Vergleich zu den Vorjahren sehr günstigen Heizölpreises ist dies auch richtig. Die Geldflut, welche sich über den Finanzmarkt ergießt, lässt weitere Preissteigerungen befürchten. Der absolute Preisverfall scheint erst einmal beendet zu sein. Man kann sich mit dem Jahresvergleich zufrieden geben. Die Hoffnung auf fallende Heizölpreise fällt um einen weiteren Prozentpunkt und steht auf mageren 64 Prozent. Unser Schwarm-O-Meter für Heizöl, das das Kaufverhalten der Kunden ins Verhältnis zu ihren Preisanfragen setzt, und die Lesereinschätzung zur Preisentwicklung zeigen die Lage entsprechend an. Das eine steht auf einem leicht überdurchschnittlichem Niveau für die Kaufbereitschaft, das andere auf einem nicht überzeugenden Mehrheitswert für die Erwartung an fallende Heizölpreise.

Das mathematische Tiefpreis-System zeigt keine Kaufsignale mehr an. Dieser Umstand unterstützt die Markthaltung der Beobachter. Die Signale werden definitiv wieder kommen. Es ist gut möglich, dass die Preise dann tatsächlich etwas tiefer liegen als heute.

Die Preistrends sehen auch eher steigende Heizölpreise aufziehen. In den kurzfristigen Einstellungen weisen sie noch seitwärts, stehen aber kurz davor, den Seitwärtstrend nach oben zu verlassen. In den längerfristigen Ansichten zeigen sie Wimpel. Das sind Konstellationen, die auf eine bevorstehende Neuausrichtung der Ölpreise hindeuten. Hier stechen die aktuellen Heizölpreise auch ein wenig oben raus. Wenn sich dies bestätigt, sind die langfristigen Abwärtstrends gebrochen.

Unser simpler Rat an alle Unentschlossenen lautet: Wenn Ihr Tank demnächst eine Füllung verlangt, sollten Sie kaufen. Seien Sie einfach mit dem gewaltigen Preissturz, von dem immer noch ein ordentlicher Anteil verblieben ist, zufrieden. Wenn Sie genügend Heizöl im Tank haben, über ein gutes Nervenkostüm verfügen, um unliebsame Preisentwicklungen zu ertragen, und den spekulativen Kick lieben, sollten Sie es riskieren, auf bessere Preise zu setzen. Machen Sie sich nur klar, dass diese Spekulation Chancen und Risiken beinhaltet.

Im Übrigen sind wir der Meinung, dass wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln müssen, um zukunftsfähig zu sein. Die freundliche Marktausrichtung ist kein Dauerzustand.

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