Unseren neuen Kommentar für den 03.12.16 finden Sie hier.


Heizölpreise: Seitwärtsspanne wird ausgeweitet

Internationaler Markt

Russland kann trotz anders lautender Medienberichte auf die EU und auf Deutschland setzen. Das bedingen die nachbarschaftliche Lage und die wirtschaftlichen Abhängigkeiten. Vielleicht hilft auch die über Jahrzehnte geübte europäische Toleranz im Umgang mit anderen Kulturen, das Fremde an Russland und seiner Politik nicht über den Willen zu Frieden und Zusammenarbeit zu stellen. Diese Haltung ist eine Säule unserer sicheren Energieversorgung. Ihre Abhängigkeit von Russland nimmt stetig zu, nicht nur beim Gas, auch beim Heizöl.

Während hierzulande die Raffinerien immer stärker unter wirtschaftlichen Druck geraten und die Produktion von Benzin, Diesel und Heizöl reduzieren, wächst der Ausstoß russischer Raffinerien stetig. In diesem Bereich herrscht im Gegensatz zu anderen Industriezweigen Russlands kein Modernisierungsstillstand. Russische Mitteldestillate, das sind Diesel und Heizöl, kommen mittlerweile als schwefelarme und schwefelfreie Produkte mit bester Qualität über die Grenze. Sie stehen den deutschen Produkten in keiner Weise nach und übererfüllen die Norm. Der Wegfall hierzulande produzierten Heizöls wird unter anderem durch russisches Heizöl ausgeglichen. Es wird in den großen Tanklagern mit Heizöl verschiedener Provenienzen gemischt und als schwefelarmes Heizöl EL (extra leicht) gemäß DIN 51603-1 in den Handel gebracht.

Diese zuverlässige Grundlage unserer Energieversorgung droht nun ernsthaften Schaden zu nehmen. Die aktuelle Entwicklung in der Ukraine gibt allen Anlass anzunehmen, dass Russland die Grenze tolerierbarer Politik überschritten hat. Während man den Abschuss des malaysischen Passagierflugzeugs noch als tragischen Unfall wähnen konnte, lässt die russische Reaktion auf die Tragödie eine tiefere Verstrickung in die Ereignisse vermuten, als bisher anzunehmen nahe lag. Dabei handelt es sich nicht nur um den direkten Zusammenhang mit dem Abschuss. Vielmehr tritt nun die weitreichende Verstrickung Russlands in die ostukrainische Spirale der Gewalt zutage. Putin wird es schwer haben, seiner Politik angesichts des damit verknüpften Stimmungswandels in der deutschen und europäischen Öffentlichkeit ein akzeptables Gesicht zu geben. Sein Reflex zur Isolation lässt seinen europäischen Amtskollegen kaum eine andere Chance, als diese zu verstärken. Früher oder später wird davon auch die Energieversorgung betroffen sein. Noch hält sich eine entsprechende Reaktion an den Börsen in Grenzen.

Gestern legten die Ölnotierungen moderat zu. Da der Markt prinzipiell gut versorgt ist, kann man das als Aufbau einer Risikoprämie deuten, die hauptsächlich der skizzierten Lage geschuldet ist. Heute Morgen geht es auf dem erhöhten Niveau weiter. Aus Sicht eines Verbrauchers ist der Anstieg derzeit noch vollkommen unkritisch, da er sich im Rahmen des gültigen Seitwärtstrends abspielt. Die Tonne Gasöl kostet 884,50 Dollar Das Barrel Rohöl wird in New York zu 105,08 Dollar und in London zu 107,90 Dollar gehandelt. Für einen Euro erhält man 1,3518 US-Dollar .

Nationaler Markt

Unsere Heizölpreise steigen. Die Bewegung findet im Rahmen des Seitwärtstrends der letzten Tage statt. Nun muss seine Spannweite allerdings aufgeweitet werden. Ein Wechsel der grundlegenden Trendeinstellungen ist noch nicht in Sicht.

Der Binnenmarkt verliert an Dynamik. Der Handel wünscht sich bereits wieder mehr Geschäft, obwohl er noch mit den Aufträgen der letzten Tage zu tun hat. Da bisher keine Überforderung der Transportkapazitäten zu verzeichnen war, wird das Fehlen von Aufträgen schnell spürbar. Die kleinen Rabatte in den Preisen werden wieder zulegen. Sie sind angesichts der weltmarktbedingten Preisentwicklung nur eine Marginalie zur Unterscheidung vom Konkurrenten. Unser Schwarm-O-Meter für Heizöl zeigt die gesunkene Kauflaune an. In ihr kommt das Urteil „Akzeptabler Kaufpreis“ zum Ausdruck.

Das mathematische Tiefpreis-System ist ohne Kaufsignal mit Ausnahme des Nordens. Hier wird ein Signal gegeben, das ein wenig merkwürdig wirkt. Es ist der Zufälligkeit kleiner Preisbewegungen im Seitwärtstrend geschuldet. Fehlende Kaufsignale bedeuten nicht per se, dass die Preise schlecht sind. Sie sind es derzeit in der Tat nicht. Man muss sie im politischen Kontext und in Zusammenhang mit dem eigenen Heizölvorrat bewerten. Die hier angebotenen Instrumente sollen dabei helfen. Unsere Leser heben ihre Erwartung an bessere Preise wieder an. Offensichtlich ist die Sorge vor starken politischen Reaktionen gegen Russland nicht sehr groß. Wer auf die Rückkehr zum Abgang setzt, sollte sich des Risikos der Wette bewusst sein und das Geschehen eng verfolgen.

Die aktuelle Preisbewegung findet im Rahmen der Abwärtstrends statt. Diese sind in den verschiedenen Zeitstufen unterschiedlich steil. Der kurzfristige Trend ist nahe an einer Seitwärtsbewegung. Der längerfristige Trend macht immer noch Hoffnung auf mehr Abgang. Bleibt zu erwähnen, dass die aktuellen Heizölpreise deutlich unter dem Niveau der letzten drei Jahre zum gleichen Zeitpunkt liegen.

Im Übrigen sind wir der Meinung, dass wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln müssen, um zukunftsfähig zu sein. Die prinzipiell freundliche Marktausrichtung ist kein Dauerzustand.

Teilen Sie uns Ihre Meinung mit!

Uns ist Ihre Meinung wichtig. Schreiben Sie mir direkt unter
E-Mail: KlausBergmann@esyoil.com

Presse-Kontakt

Weitere Informationen