Unseren neuen Kommentar für den 04.12.16 finden Sie hier.


Heizölpreise: So sieht Deflation aus

Internationaler Markt

Am Ölmarkt ringen die Anbieter um Marktanteile. Dabei verhalten sie sich nicht anders als die Supermärkte vor unseren Städten. Sie führen Rabattschlachten. Die Preise der betroffenen Produkte purzeln. Saudi Arabien gibt eine Erhöhung seines Rabatts an asiatische Abnehmer auf bis zu zwei Dollar pro Barrel für Januarlieferungen bekannt. Derweil bewegt sich der Börsenpreis weiter Richtung 60 Dollar pro Barrel. Das wird auf mittlere Sicht womöglich nicht der Boden sein. Neben dem Irak wird Libyen über kurz oder lang auch wieder mit mehr Öl auf den Markt streben. Und über allem kreisen die USA mit ihrem auf viele Jahre angelegtem Produktionsanstieg. Unter diesen Bedingungen macht Ölfördern keine Freude.

Öl zu kaufen ist derzeit die bessere Position. Einen Kaufrausch gibt es aber nicht. Die Aussicht auf noch tiefere Preise führt selbst beim Auftreten eines neuen Langzeittiefs zu Kaufzurückhaltung. Die erzwingt dann den nächsten Preisabgang. So sieht Deflation aus.

Wirklich Neues hat der Ölmarkt in diesen Tagen nicht zu bieten. Das wurde eher am Devisenmarkt erwartet. Mario Draghi sollte gestern endlich den Start von Staatsanleihekäufen durch die EZB verkünden. Er tat es nicht. Die Erwartung ließ den Euro sinken und europäische Aktienindizes steigen. Die Nichterfüllung drehte die Börsenbewegungen um. Der Euro legte spürbar zu. Gegen den geldpolitischen Wahnsinn, der eine Art letztes Aufgebot in einer nicht gewinnbaren Schlacht darstellt, positioniert sich die Bundesbank. Das befriedigt das deutsche Herz. Es ändert aber nichts an der Tatsache, dass der Euro und die Eurozone ein durch und durch vermintes Gelände sind, dem Geldpolitik mit Sicherheit keinen neuen Bewegungsspielraum schaffen wird. Der arme Draghi kann sich mit seinen Sprüchen nur um Zeitgewinn bemühen. Den Bewegungsspielraum für eine neue Wirtschaftsdynamik muss die Politik schaffen. Die ist aber vollkommen überfordert. Sie steckt im selbstgeschaffenen Dickicht europäischer Ordnungspolitik fest. So verkommt die Draghi-Show zu einem Ereignis, das einzig für die Parallelwelt, in der die psychopathische Finanzszene lebt, von Bedeutung ist.

Heute Morgen schwingen die Kurse an den Öl- und Devisenbörsen um die gestern erreichten Niveaus. Beim Öl ist das sehr weit unten, beim Dollar ziemlich weit oben. Eine Tagestendenz ist nicht zu erkennen. Die Trends sind in beiden Fällen intakt. Die Tonne Gasöl kostet aktuell 621,25 Dollar . Das Barrel Rohöl wird in New York zu 66,47 Dollar und in London zu 69,37 Dollar gehandelt. Der US-Dollar kostet 0,8078 Euro . Damit kostet der Euro 1,2379 Dollar .

Nationaler Markt

Unsere Heizölpreise markieren das nächste Preistief der letzten vier Jahre. Mittlerweile lösen derartige Ereignisse keinen Kaufrausch mehr aus. Heizöl könnte schließlich noch günstiger werden. So geht Deflation. Der Preis ist spitze, aber kaum jemand kauft. Das muss dem um Inflation ringenden Mario Draghi richtig weh tun. Gut für ihn, dass die anderen Energieträger nicht den starken Verfallsmodus der Heizölpreise mitgehen.

Der Binnenmarkt bleibt dennoch einigermaßen in Schwung. Der Handel benötigt für die eine oder andere Lieferung mehr Zeit als üblich. Das liegt daran, dass durch die plötzliche Kälte mehr Eilbestellungen auflaufen. Die haben notgedrungen Vorfahrt. Logistisch sind sie Taxi- statt Busfahrten. Das heißt, sie erlauben weniger Transportmenge.

Unser Schwarm-O-Meter für Heizöl, das das Kaufverhalten der Kunden ins Verhältnis zu ihren Preisanfragen setzt, fällt auf mittleres Niveau. Der Glaube an günstigeres Heizöl ist so stark, dass die attraktive Preissituation nicht ausreicht, um die Kaufdynamik hochzuhalten. Spekulativ eingestellte Leser sehen die Preise purzeln und wollen mehr davon. Und sie bekommen es. Hinter den Bestellern warten noch mehr potenzielle Käufer.

Das mathematische Tiefpreis-System zeigt in allen Regionen Kaufsignale. Damit liegt eine Entscheidungshilfe vor. Sie wird durchaus angenommen. In der kalten Jahreszeit kommen Kunden hinzu, die keine ausgewiesenen Preisbeobachter und Schnäppchenjäger sind. Sie treffen auf einen bemerkenswert günstigen Moment mit wunderbaren Preisen. Glückwunsch.

Die Preistrends weisen in allen Bereichen abwärts. Die Konstellation ist natürlich eine Einladung zur Spekulation auf weiteren Abgang. Nach Lage der Dinge sollte noch mehr möglich sein. Aktuell erwarten wir allerdings eher eine seitwärts gerichtete Suchphase. Preislich spannend sollte es im Frühjahr wieder werden.

Im Übrigen sind wir der Meinung, dass wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln müssen, um zukunftsfähig zu sein. Die freundliche Marktausrichtung ist kein Dauerzustand.

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