Unseren neuen Kommentar für den 08.12.16 finden Sie hier.


Heizölpreise: Sorgen werden abgeschüttelt

Internationaler Markt

Es ist nicht so schlimm und Glück kommt auch noch hinzu. So lässt sich die aktuelle Lage am Ölmarkt beschreiben. Der Irak funktioniert weiterhin als aufstrebender Öllieferant. Die Erfolge der ISIS-Krieger stellen jetzt und in überschaubarer Zukunft keine Gefahr für das Gros der Ölindustrie des Landes dar. Die größten Ausfallsorgen verschwinden damit von der Tagesordnung. Wir müssen allerdings konstatieren, dass das Wort „überschaubar“ im Nahen Osten keinen langen Zeitraum beschreibt.

Die USA werden sich anlässlich der Situation im Irak mit dem Iran ins Benehmen setzen müssen. Das könnte die zähen Atomverhandlungen positiv beeinflussen. An ihrem Erfolg hängt die Freigabe nennenswerter Ölmengen aus dem Iran, die dem Marktgeschehen einen ordentlichen bärischen Impuls geben können.

Der Ost-West-Konflikt um die Ukraine ist weiterhin besorgniserregend. Aus europäischer Sicht betrifft das insbesondere russische Energielieferungen. Gleichwohl hat sich auch in dieser Angelegenheit eine gewisse Gelassenheit entwickelt, die in Maßen preisdämpfend wirkt.

Libyen sollte man als Öllieferant abschreiben, wenn man sich nicht wieder und wieder von schlechten Meldungen ärgern lassen möchte. Nun kommen erfreuliche Notizen aus dem gebeutelten Land. Die Ölproduktion ist auf den beschaulichen Wert von 0,32 Mio. Barrel pro Tag gestiegen. Das ist zwar nur ein Fünftel der nominellen Kapazität. Es ist aber viel mehr als nichts. Zudem haben Rebellen die Bereitschaft signalisiert, ein großes Ölterminal in gut einem Monat wieder freizugeben, nachdem das Parlament seine Arbeit wieder aufgenommen hat.

Alles in allem überwiegen in diesen Tagen die beruhigenden Töne an den Ölbörsen. Sie erlauben bärische Handelslagen mit moderaten Preisrückgängen. Die ersten Ölnotierungen heute Morgen bestätigen diese Einschätzung. Die Tonne Gasöl kostet 917,50 Dollar. Das Barrel Rohöl wird in New York zu 105,25 Dollar und in London zu 112,94 Dollar gehandelt. Der Euro kostet 1,3643 US-Dollar.

Nationaler Markt

Unsere Heizölpreise geben weiter nach. Sie folgen den Gasöl- und Dollarnotierungen an den Börsen. Die Marke von 80 Cent pro Liter im Bundesdurchschnitt bei 3.000 Liter Liefermenge ist mittlerweile deutlich unterschritten. Damit stellt sich die Preissituation besser dar, als das aufgrund der geopolitischen Verwerfungen zu erwarten war.

Der Binnenmarkt zeigt ein wenig Leben. Bestellungen fließen zwar nicht, aber sie tropfen immerhin wieder herein, wie unser Heizölkauf-Barometer zeigt. Mit mehr oder weniger hohen Rabatten in den Preisen versuchen Händler auf die Kaufstimmung einzuwirken. Gegenüber den Preisvorgaben vom internationalen Markt ist die stimulierende Wirkung dieser Maßnahme gering. Sie dient allenfalls zur Differenzierung unter den Heizölhändlern.

Unser mathematisches Tiefpreis-System steht nach wie vor weit von jedwedem Kaufsignal entfernt. Ein Kaufgrund ist derzeit allenfalls die momentane Freude über etwas Preisnachlass im Zusammenhang mit einem leeren Tank. Unsere Leser schätzen die kurzfristige Preisentwicklung mittlerweile wieder sehr positiv ein. Daraus folgt, dass kaum jemand aus Sorge vor einer Eskalation der geopolitischen Probleme Heizöl bestellt. Vielmehr wird auf bessere Preise spekuliert. Das Risiko ist dabei überschaubar, wenn man das Geschehen eng verfolgt.

Der aktuelle Preisrückgang hat den Rang einer Gegenbewegung zum Aufwärtstrend der letzten zwei Wochen. Aus heutiger Sicht annulliert er eine Übertreibung. Das Grundmuster bleibt dabei intakt. Um es zu brechen, bedarf es einer grundlegenden Änderung mindestens eines Krisenfaktors, zum Beispiel Einigkeit zwischen der EU und Russland in der Ukrainepolitik. Das scheint momentan utopisch zu sein. Anlass zur Hoffnung auf günstigeres Heizöl bietet allerdings die längerfristige Preisbetrachtung. Sie zeigt einen Abwärtstrend an. Bleibt zu erwähnen, dass die aktuellen Heizölpreise wieder deutlich unter dem Niveau der letzten beiden Jahre liegen.

Im Übrigen sind wir der Meinung, dass wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln müssen, um zukunftsfähig zu sein. Die prinzipiell freundliche Marktausrichtung ist kein Dauerzustand.

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