Unseren neuen Kommentar für den 05.12.16 finden Sie hier.


Heizölpreise: Stillstand auf gutem Niveau

Internationaler Markt

Nach wochenlanger Rekordjagd machte der Dollar gestern Verluste gegenüber dem Euro. Damit änderte sich nicht nur die Richtung der Kurse, sondern auch der Blicke. Die Aufmerksamkeit der Finanzszene wanderte von Mario Draghi, dem zockenden Euro-Verweser, zu Janet Yellen, der nach Solidität suchenden Dollar-Verwalterin. Sie wird heute Abend über die für Sommer geplante Zinserhöhung orakeln. Wenn das geneigte Auditorium Yellen weiterhin im Plan sieht, kann die Dollar-Rallye weitergehen. Sollte es etwas anderes in ihre Worte legen, was durchaus wahrscheinlich ist, wird sich ein Kampf entwickeln, der den Dollar zum Schwingen bringt. Die Frau ist am Zug. Draghi kann nur noch zuschauen. Er hat sein Pulver verschossen.

Neben seiner Nebenbuhlerin muss der Mann nun auch noch die jungen Wilden ertragen, die Griechenland eine neue politische Linie verpassen. Sie treten an, das Gegenteil von dem zu machen, was Draghi wünscht. Sie befinden sich auf Konfrontationskurs mit der herrschenden Finanzpolitik und auf Deeskalationskurs zur Russlandpolitik der EU. Herzerfrischend.

Ein sinkender Dollar animiert Finanzjongleure ins Öl zu gehen, weil es für Menschen außerhalb des Dollarraums billiger wird. Die Kurse stiegen gestern ein wenig an. Mit der realen Marktlage hat das nichts zu tun. An der Überversorgung wird sich sobald nichts ändern, zumal auch auf der Nachfrageseite keine Belebung der Geschäfte in Sicht ist. Das unterstreicht die nicht endende Ansammlung widersprüchlicher Konjunkturdaten. Insofern ist ein bullischer Lauf der Ölnotierungen außerordentlich unwahrscheinlich.

Heute Morgen ist an den Börsen alles auf hold gesetzt. Man wartet ab, was da kommen wird. Die Tonne Gasöl kostet aktuell 479,00 Dollar . Das Barrel Rohöl wird in New York zu 45,67 Dollar und in London zu 49,11 Dollar gehandelt. Der US-Dollar kostet 0,8804 Euro . Damit kostet der Euro 1,1359 Dollar .

Nationaler Markt

Unsere Heizölpreise bewegen sich kaum. Sie kleben förmlich am oberen Rand des kurzfristigen Abwärtstrends, wie der 3-Monats-Chart der aktuellen Heizölpreis-Tendenz zeigt. Am Montag sah es so aus, als wollten die Preise die Richtung wieder zugunsten der Verbraucher ändern. Bis heute haben die noch nichts gewonnen. Preisrückgang ist wieder ein mühsames Unterfangen.

Im Binnenmarkt wurde das Kaufinteresse aufgrund der bullischen Entwicklung in der letzten Woche befeuert. Inzwischen sind die Bestellungen zurückgegangen. Der Handel ist dennoch hart gefordert. Er muss Aufträge abarbeiten. Das läuft gut. Ganz ohne längere Lieferzeiten geht es aber nicht.

Unser Schwarm-O-Meter für Heizöl, das das Kaufverhalten der Kunden ins Verhältnis zu ihren Preisanfragen setzt, steht hoch, aber nicht ganz oben. Es gibt zwar viele Käufer aber noch mehr Beobachter, die auf tiefere Preise spekulieren. Der Glaube an günstigeres Heizöl hat eine solide Mehrheit, wie die Lesereinschätzung zeigt.

Die Beobachter fühlen sich möglicherweise vom mathematischen Tiefpreis-System bestätigt. Es zeigt keine Kaufsignale mehr. Man kann das mutig sehen und vertrauensvoll auf das nächste Signal warten. Es kommt bestimmt. Ob der Preis dann tiefer liegt als heute, ist allerdings nicht gewiss.

Die Preistrends weisen in allen Bereichen abwärts. Die Konstellation ist natürlich eine Einladung zur Spekulation auf noch mehr Abgang. Nach Lage der Dinge könnte das im weiteren Verlauf des Winters auch möglich sein. Es ist aber Respekt vor dem Wahnsinn der Börsen geboten. Die größte Gefahr, dass die Trends nun irreführend sind, geht aus unserer Sicht vom Dollar aus. Dessen Aufstieg ist furchteinflößend.

Unser simpler Rat an alle Unentschlossenen lautet: Wenn Ihr Tank demnächst eine Füllung verlangt, sollten Sie kaufen. Seien Sie einfach mit dem gewaltigen Preissturz, der in den letzten Monaten aufgelaufen ist, zufrieden. Wenn Sie genügend Heizöl für diesen Winter im Tank haben, über ein gutes Nervenkostüm verfügen, um unliebsame Preisentwicklungen zu ertragen, und den spekulativen Kick lieben, sollten Sie auf noch bessere Preise setzen.

Im Übrigen sind wir der Meinung, dass wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln müssen, um zukunftsfähig zu sein. Die freundliche Marktausrichtung ist kein Dauerzustand.

Teilen Sie uns Ihre Meinung mit!

Uns ist Ihre Meinung wichtig. Schreiben Sie mir direkt unter
E-Mail: KlausBergmann@esyoil.com

Presse-Kontakt

Weitere Informationen