Unseren neuen Kommentar für den 09.12.16 finden Sie hier.


Heizölpreise: Teurer ist unwahrscheinlich

Internationaler Markt

Dem Markt wird kein Öl vorenthalten, der Markt hat zu viel davon. Das ist die aktuelle Lösung zu einer Frage, die sich Finanzjongleure am letzten Donnerstag ausdachten, als sie hörten, dass Saudi Arabien im September weniger Öl lieferte als möglich war. Schön, dass das nun geklärt ist, mögen Sie denken. Wir sagen Ihnen, dass das noch nicht das letzte Wort war. Es ist unschwer festzustellen, dass wir uns hier im Reich der spekulativen Information und der informativen Spekulation befinden. Das faktische an der Donnerstagsfrage war am Freitag der fallende Ölpreis. Dem ebneten die Finanzgiganten von Goldman Sachs Bahn, indem sie einen wahren Preissenkungshammer herausholten. Die eigene Prognose wurde um satte 15 Dollar pro Barrel nach unten korrigiert. Was soll der Preis da anderes machen, als zu fallen, zumindest ein wenig und aus Höflichkeit gegenüber dem großen Namen.

Der physische Ölmarkt ist trotz Kriegen und Krisen ein stabiles Ereignis, das die Börsen nun, nachdem sie ein neues Preisniveau eingestellt haben, nicht mehr in Wallungen bringt. Wallungen könnte man hingegen vom Devisenmarkt erwarten. Das am Wochenende veröffentlichte Ergebnis zum Stresstest europäischer Banken legt ein marodes System offen, das jederzeit umgeblasen werden kann. Wallungen wären aus Sicht der Finanzbranche aber gefährlich, da sie den umblasenden Wind darstellen könnten. Man lebt seit 2009 jenseits und diesseits des Atlantiks gut damit, bei aufkommenden Zweifeln am System mit Geldspritzen der Zentralbanken beruhigt zu werden. Mit dieser Gewissheit lässt sich leicht Ruhe bewahren.

Heute Morgen setzt sich das suchende Auf und Ab der Börsennotierungen in allen Bereichen fort. Die starken Bewegungen sind passé. Seitwärts heißt die übergeordnete Devise. Die Tonne Gasöl kostet aktuell 736,50 Dollar . Das Barrel Rohöl wird in New York zu 81,21 Dollar und in London zu 86,17 Dollar gehandelt. Der US-Dollar kostet 0,7878 Euro . Damit kostet der Euro 1,2694 Dollar .

Nationaler Markt

Unsere Heizölpreise schwingen. Aktuell ist Abwärts angesagt. Dabei bleibt der steile Trend erhalten, wie der 3-Monats-Ansicht der aktuellen Heizölpreistendenz zu entnehmen ist. Bisher mussten wir den Trend kaum korrigieren. Das könnte sich bald ändern. Die Marktsignale legen den Übergang zu einem Seitwärtstrend nahe.

Der Binnenmarkt ist gut belebt. Die Fähigkeiten des Handels werden gleichwohl nicht überfordert. Die Lieferzeiten sind lediglich etwas länger als üblich. Unser Schwarm-O-Meter für Heizöl, das das Kaufverhalten der Kunden ins Verhältnis zu ihren Preisanfragen setzt, steht weiterhin auf der höchsten Stufe.

Der Glaube an günstigeres Heizöl ist wankelmütig. Die Lesereinschätzung zur Preisentwicklung schwankt von Tag zu Tag deutlich. Sie folgt der Preisentwicklung selbst. Abwärts macht Hoffnung, aufwärts dämpft diese. Zuletzt reagierten die Leser auf die kleine Aufwärtsbewegung des Vortags. Die Teilnahme an der Abstimmung sinkt, da ein nennenswerter Teil der Beobachter mittlerweile gekauft hat.

Das mathematische Tiefpreis-System zeigt kein Kaufsignal mehr. Das deckt sich nicht mit dem Verhalten der Käufer. Gleichwohl ist dieses Verhalten plausibel. Nun handeln diejenigen, die die Hoffnung auf tiefere Preise aufgeben. Wer diesem natürlichen Reflex trotzt und weiterhin auf tiefere Preise setzt, braucht starke Nerven und einen ausreichend gefüllten Tank. Das Auftreten eines neuen Preistiefs in diesem Winter ist alles andere als sicher.

Die Preistrends weisen in allen relevanten Bereichen abwärts. Das ist natürlich eine Einladung, weiter auf noch attraktivere Preise zu spekulieren. Man sollte diese Spekulation aber nicht übertreiben, sonst kann sie in einem persönlichen Misserfolg enden.

Im Übrigen sind wir der Meinung, dass wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln müssen, um zukunftsfähig zu sein. Die prinzipiell freundliche Marktausrichtung ist kein Dauerzustand.

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