Unseren neuen Kommentar für den 09.12.16 finden Sie hier.


Heizölpreise: Tiefer, immer tiefer

Internationaler Markt

Seit Ende Juni befinden sich die Ölnotierungen in einem strikten Abwärtstrend. Krieg und Krisen können ihn nicht stoppen. Aus Sicht des Ölmarkts spielen die Völkerbrände, die uns täglich in den Medien verfolgen, so gut wie keine Rolle. Wenn sie wahrgenommen werden, dann als Wirtschaftskrise in den Industrienationen. Dabei gerät die Eurozone ins Zentrum der Aufmerksamkeit. Destabilisiert durch die Finanzkrise, die Konstruktion der jungen Währung, uferlose Umverteilungen von Geld ohne fruchtbare Effekte für die lokalen Wirtschaften und eine unglückliche Russlandpolitik geriet der Staatenverband selbst in einen Abwärtstrend. Wie beim Öl scheint sich dieser derzeit zu beschleunigen.

Beim Öl erwartet man das baldige Eingreifen der OPEC. Sie müsste das Angebot reduzieren. Derzeit produziert sie mindestens fünf Prozent über dem Bedarf. Die Geschichte zeigt, dass echte gemeinschaftliche Handlungen der Mitglieder, aktuell sind es zwölf, kaum einmal durchsetzbar waren. Das wird heute nicht anders sein. In der Eurozone erwartet man das Eingreifen der Politik. Sie müsste einen Plan für ein echtes Gemeinschaftswerk ohne überbordende Partikularinteressen entwerfen. Die Erfahrung zeigt, dass die Mitglieder, aktuell sind es 18, dazu nicht in der Lage sind. Die einzig handelnde Instanz ist die EZB. Die überschreitet allerdings, aus Verzweiflung oder im Partikularinteresse, ihre vertraglichen Kompetenzen.

Die Lagebeschreibung lässt nicht vermuten, dass eine grundsätzliche Änderung der gegenwärtigen Situation bevorsteht. Insofern werden sich die Trends fortsetzen. Beim börsennotierten Öl sollte man mindestens mit temporären Gegenbewegungen rechnen. Die darf man für die Eurozone wohl nicht erwarten. Heute Morgen deutet sich eine solche Bewegung für die Ölnotierungen an. Nach dem deutlichen Abgang der letzten Tage wäre die allemal verständlich. Die Tonne Gasöl kostet aktuell 753,00 Dollar . Das Barrel Rohöl wird in New York zu 84,24 Dollar und in London zu 88,91 Dollar gehandelt. Der US-Dollar kostet 0,7881 Euro . Damit kostet der Euro 1,2689 Dollar .

Nationaler Markt

Unsere Heizölpreise verlieren immer weiter an Boden. Die 3-Monats-Ansicht der aktuellen Heizölpreis-Tendenz zeigt ein unfassbares Bild. Man sieht einen veritablen Absturz. Erst in der 60-Monats-Darstellung wird dieses ein wenig relativiert.

Der Binnenmarkt ist gut belebt aber keinesfalls von einer Bestellflut überrollt. Der rasante Preisabgang reduziert den täglichen Kaufdruck. In der Volkswirtschaft würde man die Lage als deflationär bezeichnen. Heute wird nicht gekauft, weil es morgen billiger sein könnte. Unser Schwarm-O-Meter für Heizöl, das das Kaufverhalten der Kunden ins Verhältnis zu ihren Preisanfragen setzt, zeigt deshalb nur noch hohe statt höchste Zufriedenheit mit den Preisen an.

Das Gegenstück dazu ist die Einschätzung unserer Leser zur Preisentwicklung. Sie erwarten in sehr großer Mehrheit noch weiteren Rückgang. Daraus schließen wir, dass eine nennenswerte Zahl von potenziellen Kunden bereitsteht, bei der nächsten Preiswende zu ordern.

Das mathematische Tiefpreis-System zeigt erneut ein Kaufsignal. Das deckt sich mit dem Kaufverhalten der Kunden und steht nicht im Widerspruch zur Preiseinschätzung der Leser. Wer auf noch tiefere Preise setzt, sollte das Geschehen eng verfolgen, um nicht von der kommenden Gegenbewegung überrascht zu werden.

Die Preistrends weisen in allen relevanten Bereichen abwärts. Das ist natürlich eine Einladung, weiter auf noch attraktivere Preise zu spekulieren. Man sollte diese Spekulation aber nicht überziehen, sonst kann sie in einem persönlichen Misserfolg enden. Der Satz mutet in diesen Tagen, da die Preise einen echten Absturz zeigen, deplatziert an. Er muss aber gerade in so einem Moment unterstrichen werden. Bleibt zu erwähnen, dass die Heizölpreise nun Kurs auf die vier Jahre alten Tiefstände nehmen.

Im Übrigen sind wir der Meinung, dass wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln müssen, um zukunftsfähig zu sein. Die prinzipiell freundliche Marktausrichtung ist kein Dauerzustand.

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