Unseren neuen Kommentar für den 16.06.19 finden Sie hier.


Heizölpreise: Trader ignorieren neue Daten

Internationaler Markt

Die Ölpreisbullen mussten gestern gleich zwei Dämpfer verkraften. Am Nachmittag meldete das Energieministerium der USA (DOE), dass die Rohöllager in den USA deutlich stärker zugelegt haben als zunächst vermutet worden war. Knapp 7 Millionen Barrel mehr als in der Vorwoche liegen jetzt in den Tanks. Der Lagerabbau bei den Produkten fiel dagegen deutlich schwächer aus.

Hier die Lagerveränderungen in der Übersicht:
Rohöl: +3,2 Mio. Barrel (API) bzw. +6,8 Mio. Barrel (DOE)
Heizöl und Diesel: -4,1 Mio. Barrel (API) bzw. -1,9 Mio. Barrel (DOE)
Benzin: +2,7 Mio. Barrel (API) bzw. -2,0 Mio. Barrel (DOE)

Noch mehr Schlagzeilen machte der neue Monatsbericht der amerikanischen Energiebehörde. Die offiziellen Zahlen zeigen, dass die USA deutlich mehr Öl gefördert haben als bisher geschätzt. Demnach wurde die magische Grenze von 10 Mio. Barrel pro Tag bereits im letzten November überschritten (10,04 Mio. Barrel/Tag). Das sind täglich 380.000 Barrel mehr als vorab gemeldet, was praktisch gleichauf mit dem Allzeitrekord aus dem Jahr 1970 liegt.

Auch das Hintergrundrauschen der Agenturmeldungen war eher bärisch: Chevron, Total und Shell meldeten gestern große Ölfunde im Golf von Mexiko.

Dennoch erholte sich der Rohölpreis erstaunlich schnell von diesem doppelten Schock und stieg danach unbeirrt Richtung 69 Dollar je Barrel. Der Aufwärtstrend ist offenbar nicht so schnell zu stoppen. Einige Spekulanten nutzten den kurzen Preiseinbruch, um ihre Positionen zu verstärken. Die eher datenorientierten Trader konzentrierten sich auf die positiven Aspekte der neuen Berichte: Die Lagerbestände am Pipelinekreuz Cushing sind jetzt ungewöhnlich niedrig und der Ölverbrauch in den USA liegt deutlich über dem Vorjahr. Zudem liegt ein Lageraufbau um diese Jahreszeit durchaus im saisonalen Trend.

Vor allem jedoch steht die stabile Disziplin im OPEC-Kartell einem steilen Preisrutsch am Ölmarkt entgegen. Zwar stieg ihr Ölangebot im Januar trotz der Krise in Venezuela leicht an, aber dafür mussten die Zahlen für den Dezember nach unten korrigiert werden.

Die Spannung steigt: Nach wie vor erwartet die große Mehrheit der Marktexperten einen Preisrutsch Richtung 60 Dollar je Barrel, aber die Trader und Spekulanten peilen Ölpreise weit jenseits der 70-Dollar-Marke an.

Heute Morgen liegen beide Ziele noch in weiter Ferne. Die Ölpreise halten im Moment die Gewinne vom Vortag. Die US-Rohölsorte West Texas Intermediate (WTI) kostet im Moment 64,70 Dollar je Barrel . Brent-Rohöl liegt bei 68,91 US-Dollar je Barrel . Gasöl tendiert ebenfalls stärker bei 614,75 Dollar je Tonne . Der US-Dollar liegt etwas fester bei 0,8057 Euro . Damit kostet der Euro 1,2407 Dollar . Die Pfeile zeigen die Veränderung der Preise im Vergleich zum Handelsauftakt des Vortages.

Nationaler Markt

Die deutschen Heizölkäufer können etwas aufatmen, wie die Heizölpreis-Tendenz zeigt. Der nach wie vor schwache Dollar und die seit Mitte Januar stagnierenden Rohölpreise halten die Heizölpreise für eine Standardlieferung (3000 Liter) in der Nähe der Marke von 60 Euro für 100 Liter.

Der Binnenmarkt für Heizöl ist weiterhin recht aktiv. Das Schwarm-O-Meter für Heizöl, das die Zahl der Käufe und Preisanfragen vergleicht, zeigt zudem eine sehr hohe Kaufbereitschaft für die nächsten Tage. 9 von 10 Kaufinteressenten rechnen damit, dass die Heizölpreise weiter fallen werden. Das ist ein extremer Preisoptimismus.

Die Charttechnik gibt jedoch noch keine Entwarnung: Der kurzfristige Preischart (3 Monate) zeigt einen klaren, wenn auch nicht mehr sehr steilen Aufwärtstrend, der im 12-Monats-Chart noch eindrucksvoller wirkt. Seit dem Sommer haben die Heizölpreise um 40% zugelegt. In den noch längeren Zeitintervallen (36 Monate/60 Monate) überwiegen ebenfalls die Aufwärtsindikatoren. Das charttechnische Bild lässt also Preisrisiken erkennen.

Was tun? Zu den immer noch recht hohen Preisen kaufen oder wie die meisten Beobachter auf einen Preisrückgang spekulieren? Zur Beruhigung der Nerven bietet sich die Deckung des Bedarfs mit einer Teilmenge (1.000 bis 1.500 Liter) an. So bleibt die Chance erhalten, einen möglichen Preisrückgang zu nutzen, aber auch die Freiheit, auf einen weiteren Preissprung oder einen späten Kälteeinbruch in diesem Winter nicht mehr reagieren zu müssen.

Um die Heizölpreisentwicklung optimal ausnutzen zu können, sollten Sie genau wissen, wie viel Platz in Ihrem Tank ist. Der esyoil e-Peilstab hilft Ihnen dabei. Mit ihm können Sie Ihren nächsten Heizölkauf noch besser planen.

Doch nichts ist billiger als eingespartes Heizöl: Entwickeln Sie verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen, um Ihre Kosten zu senken und die Umwelt zu schonen.

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Heizölpreise-Chart vom
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