Unseren neuen Kommentar für den 05.12.16 finden Sie hier.


Heizölpreise: US-Ölförderung steht bereit

Internationaler Markt

Die Welt ist gut mit Öl versorgt und wird es wohl noch eine Weile bleiben. Die Ölschwemme aus den USA hatte die Preise am Ende des letzten Jahres einbrechen lassen. Die Produktion in den USA ist aber teuer und wurde unrentabel. Das Abschalten von Fördereinrichtungen war die logische Folge des Preisverfalls. Saudi-Arabien schlug genau in diese Kostenkerbe, um Marktanteile zu sichern. Nun scheint sich der Ölpreis zu stabilisieren und die Anzeichen mehren sich, dass der Schwund an amerikanischen Förderanlagen zu einem Ende kommt. Es wird von Analysten bereits gemutmaßt, dass die US-Produktion wieder ansteigen könnte, sollte sich der Ölpreis für die Sorte WTI (West Texas Intermediate) bei 60 Dollar pro Barrel einpendeln. Diese Meinungen und die Ansicht, dass der Irak in nächster Zeit seine Produktion ebenfalls steigern wird, führten zu einem Kursverlust an den Ölbörsen. Als dann auch noch die automatisierten Handelssysteme zuschlugen, verstärkte sich der Abwärtseffekt. Kurz, es war mal wieder ein besserer Tag für die deutschen Verbraucher.

Noch besser wäre dieser Tag geworden, hätte der Euro seinen Stand halten können. Konnte er aber nicht. Der Dollar entwickelte einen Aufwärtsdrang, der nicht zu stoppen war. Hintergrund für den Anstieg waren wieder einmal US-Wirtschaftsdaten. Zwar fielen gerade die Aufträge über langlebige Wirtschaftsgüter und blieben leicht hinter den Erwartungen zurück. Aber die Daten aus dem Vormonat mussten deutlich nach oben korrigiert werden. Es ist immer wieder schön, wenn Wetten auf Wirtschaftsindikatoren getätigt werden und dann noch einmal für weitere Wetten herhalten, wenn die falschen Daten später korrigiert werden. Insgesamt blieb es dennoch bei einem Abgang der Heizölpreise.

Die Ölbörsen bestätigen heute Morgen die Schlusskurse von gestern und bewegen sich kaum. Die Tonne Gasöl kostet aktuell 586,00 Dollar . Das Barrel Rohöl wird in New York zu 58,59 Dollar und in London zu 64,09 Dollar gehandelt. Der US-Dollar kostet 0,9171 Euro . Damit kostet der Euro 1,0905 Dollar .

Nationaler Markt

Die Heizölpreise sinken in Deutschland flächendeckend. Damit machen sie wieder einen Abschwung innerhalb des Aufwärtstrends, der sich bei gleichbleibender Entwicklung abschwächt. Im mittelfristigen Trend (12 Monate) stehen wir kurz vor dem Durchbruch nach unten. In der 3-Monats-Ansicht der aktuellen Heizölpreis-Tendenz ist dies gut nachzuvollziehen.

Der Binnenmarkt hat von dem Preisnachlass noch nichts mitbekommen. Das kann sich im Laufe des Tages noch ändern. Die Gefahr droht heute von der Veröffentlichung der US-Bestandsdaten, die immer wieder für Wetten auf den Ölpreis herhalten müssen und für Preissteigerungen sorgen können. Zurzeit werden Bestellungen auf leicht überdurchschnittlichem Niveau vorgenommen. Das korrespondiert mit der Hoffnung auf günstigeres Heizöl. Diese hat nachgelassen und befindet sich auf einem schwachen Wert von 69 Prozent. Er liegt gerade mal einen Prozentpunkt über dem Wert von gestern. Unser Schwarm-O-Meter für Heizöl, das das Kaufverhalten der Kunden ins Verhältnis zu ihren Preisanfragen setzt, und die Lesereinschätzung zur Preisentwicklung zeigen die Lage entsprechend an. Das eine steht auf einem leicht überdurchschnittlichem Niveau für die Kaufbereitschaft, das andere auf einem schwachen Wert für die Erwartung an fallende Heizölpreise.

Das mathematische Tiefpreis-System steht im Westen Deutschlands auf Grün. Im Rest der Republik zeigt es keine Kaufsignale an. Dieser Umstand unterstützt die Markthaltung der Beobachter. Die Signale werden definitiv wieder kommen. Es ist gut möglich, dass die Preise dann tatsächlich tiefer liegen als heute.

Die Preistrends geben indifferente Zeichen ab. In den kurzfristigen Einstellungen weisen sie aufwärts. Daran kann sich bei gleichbleibender Entwicklung etwas ändern. Sie tendieren stärker seitwärts. In den längerfristigen Ansichten zeigen sie Wimpel. Das sind Konstellationen, die auf eine bevorstehende Neuausrichtung der Ölpreise hindeuten. Danach kann es aufwärts oder abwärts gehen. Beides ist möglich. Wir sehen längerfristig wieder Preispotenzial nach unten.

Unser simpler Rat an alle Unentschlossenen lautet: Wenn Ihr Tank demnächst eine Füllung verlangt, sollten Sie kaufen. Seien Sie einfach mit dem gewaltigen Preissturz, von dem immer noch ein ordentlicher Anteil verblieben ist, zufrieden. Wenn Sie genügend Heizöl im Tank haben, über ein gutes Nervenkostüm verfügen, um unliebsame Preisentwicklungen zu ertragen, und den spekulativen Kick lieben, sollten Sie es riskieren, auf bessere Preise zu setzen.

Im Übrigen sind wir der Meinung, dass wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln müssen, um zukunftsfähig zu sein. Die freundliche Marktausrichtung ist kein Dauerzustand.

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