Unseren neuen Kommentar für den 04.12.16 finden Sie hier.


Heizölpreise: US-Bestände bringen keine Impulse

Internationaler Markt

Am gestrigen Mittwoch sind die wöchentlichen Veränderungen in den US-Lagerbeständen veröffentlicht worden. Aber auch sie schafften es nicht, in dem impulsarmen Handel neue Akzente zu setzen. Die Ölnotierungen konnten sich zwar auf hohem Niveau behaupten, bewegten sich aber kaum. Der runde Tisch in der Ukraine brachte ebenfalls weder Entspannung noch Antrieb für die Börsen. Es wird abgewartet, wie sich die Lage entwickelt. Putin will nach neuesten Aussagen die Wahlen in der Ukraine, die am 25. Mai stattfinden, nicht anerkennen. Das ist keine neue Härte, sondern logische Konsequenz aus dem Umstand, dass die sog. Separatisten nicht zum runden Tisch eingeladen wurden und diese gar nicht erst an der Wahl teilnehmen wollen. So bleibt die Ukraine ein preistreibender Einfluss.

Der Euro hielt sich wacker. Allerdings ist zu erwarten, dass nach den Ankündigungen des EZB-Chefs Draghi nun auch Taten folgen. Eine der möglichen Aktionen ist die Festsetzung von Negativ-Zinsen für Bankeinlagen bei der EZB. Damit soll die schleppende Kreditvergabe an die reale Wirtschaft angekurbelt werden. Da die Inflationsrate innerhalb der Euro-Zone zu gering ist, würde sich ein solcher Schritt nur gering auf den Außenwert der Gemeinschaftswährung auswirken. Die Verfolgung des Inflationszieles von zwei Prozent ist für die EZB eine dankbarere Aufgabe als die Steuerung des Außenwertes. Damit wird ein Eingreifen der EZB wahrscheinlicher.

Die Veränderungen in den US-Beständen haben kaum Auswirkungen auf die Entwicklung der Heizölpreise gehabt. Zwar nahmen die Benzinwerte ab, aber das DOE meldete einen geringeren Abbau als das zuvor veröffentlichende API. Dies schwächte den an sich preistreibenden Effekt. Immerhin stehen die USA vor der Sommer-Fahrsaison. Die entsprechenden Zahlen von DOE (Department of Energy) und API (American Petroleum Institute), den beiden für die US-Bestandserhebung zuständigen Institutionen, lauten wie folgt:

Rohöl: +0,9 Mio. Barrel (DOE) bzw. +0,9 Mio. Barrel (API)
Heizöl und Diesel: -1,1 Mio. Barrel (DOE) bzw. +0,9 Mio. Barrel (API)
Benzin: -0,8 Mio. Barrel (DOE) bzw. -2,0 Mio. Barrel (API)

In Summe ergibt sich ein Aufbau von +1,0 (DOE) bzw. ein Abbau -0,2 (API) Mio. Barrel. Die Raffinerieauslastung fällt auf 89 Prozent. Dem DOE wird eine höhere Verlässlichkeit zugesprochen, sodass die bullische Wirkung in dieser Woche entfiel.

Heute Morgen bestätigen die Ölbörsen die Notierungen von gestern. Die Tonne Gasöl kostet 914,45 Dollar. Das Barrel Rohöl wird in New York zu 102,04 Dollar und in London zu 110,05 Dollar gehandelt. Der Euro steht bei 1,3715 Dollar.

Nationaler Markt

Unsere Heizölpreise steigen erneut deutlich an. Sie bewegen sich jetzt am oberen Rand des kurzfristigen Abwärtstrends. Auch mittelfristig sind wir am oberen Rand des Trendkanals angekommen. Dies bedeutet zum einen, dass der Heizölpreis zurzeit unattraktiv ist. Zum anderen könnte ein Durchbruch des Trendkanals eine Trendwende einleiten. Die Heizölpreise dümpeln seit Jahresbeginn nur leicht abwärts dahin. Der Binnenmarkt ist wieder zum Erliegen gekommen. Da helfen auch nicht die zum Teil saftigen Preisrabatte, die der Heizölhandel derzeit gewährt. Unsere Nutzer sind nur noch wenig hoffungsvoll, dass sich in den nächsten Tagen etwas zum Besseren (Günstigeren) verändert. Unser Rat: Wer kurzfristig Heizöl benötigt, sollte noch abwarten, ob der Abwärtstrend abgelöst wird. Passiert das, dann sollte man zuschlagen. Wer Zeit hat, sollte nach wie vor auf eine baldige Beruhigung der Ukraine-Krise hoffen. Dies wird aber noch mindestens vier bis acht Wochen dauern. Im Übrigen sind wir der Meinung, dass wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln müssen, um zukunftsfähig zu sein. Die prinzipiell freundliche Marktausrichtung ist kein Dauerzustand.

Der Markt in Stichworten

preistreibende (bullische) Einflüsse auf Heizöl: Ukraine kommt nicht aus der Krise
EU dreht an Sanktionsschraube
Libysche Ölindustrie kommt nicht auf die Beine

preisdrückende (bärische) Einflüsse auf Heizöl: Moskau zur Zusammenarbeit mit OSZE bereit
Mehr Öl aus der Nordsee im Juni
Rezessionsgefahr in Russland
Verhandlungen um iranisches Atomprogramm

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