Unseren neuen Kommentar für den 10.12.16 finden Sie hier.


Heizölpreise: US-Bestands- und Immobiliendaten

Internationaler Markt

Gestern lief mal wieder alles gegen den deutschen Heizölverbraucher. Mit Bekanntgabe der US-Bestandsdaten durch das Department of Energy (DOE) in den USA stiegen die Ölnotierungen erheblich an. Der rasante Anstieg wurde auch im späteren Handel nicht mehr relativiert. Die Angaben, die das American Petroleum Institute (API) am Vortag herausgegeben hatte, haben sich nicht bestätigt und waren zu optimistisch. Die Erwartungen wurden mehr als enttäuscht. Die Spekulanten an den Ölbörsen wurden auf dem falschen Fuß erwischt und bemühten sich nun um die Wette ihre Positionen wieder ins Lot zu bringen. Der Euro konnte im frühen Handel zwar noch seine Marke von 1,35 halten, verlor diese aber, als Gerüchte darüber aufkamen, dass die EZB die Einlagezinsen reduzieren könnte, während von der US-Notenbank Signale für eine Reduzierung der Anleihekäufe gesendet wurden. Zusätzlich kam Druck auf den Euro, als die neuen US-Daten über den Immobilienmarkt bekannt gegeben wurden. Technische Verkaufsorders und Gewinnmitnahmen ließen den Euro im Tagesverlauf an Wert verlieren, sodass ein doppelter Preisauftrieb auf die Heizölpreise entstand.

Unabhängig von den Erwartungen und den Spekulationen an den Ölbörsen ist der internationale Ölmarkt weiterhin gut versorgt. Die Veränderungen zur Vorwoche gaben DOE (Department of Energy) und API (American Petroleum Institute), die beiden für die Erhebung zuständigen Institutionen, wie folgt an:

Rohöl: +0,4 Mio. Barrel (DOE) bzw. +0,5 Mio. Barrel (API)
Heizöl und Diesel: -4,8 Mio. Barrel (DOE) bzw. +0,6 Mio. Barrel (API)
Benzin: -0,3 Mio. Barrel (DOE) bzw. +0,1 Mio. Barrel (API)

In Summe ergibt sich ein Abbau von 4,7 (DOE) bzw. ein Aufbau von 1,2 (API) Mio. Barrel. Die Raffinerieauslastung verharrte auf 89 Prozent. Die Werte sind uneinheitlich, aber dem DOE wird in der Regel ein höheres Gewicht beigemessen, weil die Zahlen als verlässlicher gelten. Der Abbau ist zwar kaum erheblich, aber er kam für die Marktteilnehmer einfach zu überraschend, als dass sie ihn ignorieren könnten.

Von der viel zitierten Knappheit ist die Versorgungslage weit entfernt. Die Nachfrage in den USA nach Heizöl hat zwischenzeitlich sogar wieder abgenommen. Die Diskussionen um die Verknappung des Gelddruckens durch die US-Notenbank ist trotz ihrer systemimmanenten Unmöglichkeit wahrscheinlicher, als dass die Preissprünge etwas mit der realen Versorgungslage zu tun haben.

Heute Morgen werden Ölnotierungen von gestern Abend bestätigt. Das könnte sich zum Wochenende wieder ändern, wenn neue Konjunkturdaten in den USA bekannt gegeben werden. Die Tonne Gasöl kostet aktuell 912,00 Dollar. Das Barrel Rohöl wird in New York zu 93,54 Dollar und in London zu 107,64 Dollar gehandelt. Der US-Dollar kostet 74,49 Eurocent.

Nationaler Markt

Unsere Heizölpreise haben einen ordentlichen Sprung nach oben gemacht. Sie wurden von den Ölbörsen nach oben gerissen. Sie sinken im kurzfristigen Bereich nicht weiter und scheinen an einem Scheideweg zu stehen. Mittel- und langfristig befinden wir uns noch in einem Abwärtstrend. Große Preisnachlässe erwarten wir aber im Dezember nicht mehr. Die Feiertage im Dezember liegen für die Heizölauslieferung denkbar ungünstig, dass verknappt die Kapazitäten. Es könnte sein, dass dies die Heizölpreise im Inland nach unten stabilisieren könnte. Das sind keine guten Aussichten. Bleibt lediglich der versöhnliche Vergleich mit den Vorjahren. Hier zeigt sich, dass Heizöl deutlich billiger ist als in den letzten zwei Jahren. Wenn Sie jederzeit handlungsfähig sein wollen, sollten Sie unsere Heizölpreise-App für Smartphones verwenden. Wer gut informiert ist, kann schlau handeln! Im Übrigen sind wir der Meinung, dass es schlau ist, sich um die Reduzierung des eigenen Verbrauchs zu kümmern. Dazu empfehlen wir in einem ersten Schritt unseren e-Peilstab. Mit ihm lässt sich der Heizölverbrauch messen. Auf esytrol entsteht aus den Messungen ein Bild zur Energieintensität des eigenen Hauses. Wenn das bekannt ist, können Handlungen folgen.

Der Markt in Stichworten

preistreibende (bullische) Einflüsse auf Heizöl: USA erwarten Winternachfrage
Entwicklung in Libyen
Fortsetzung der lockeren Geldpolitik
China bleibt auf wirtschaftlichem Expansionskurs

preisdrückende (bärische) Einflüsse auf Heizöl: Raffinerien nehmen Winterarbeit auf
US-Rohölbestände sehr hoch
OPEC erhöht Angaben über Ölschiefervorkommen
Geringe US-Ölimporte
Ölangebot übertrifft Ölnachfrage

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