Unseren neuen Kommentar für den 03.12.16 finden Sie hier.


Heizölpreise: US-Förderung soll sinken

Internationaler Markt

Die Finanzszene pflegt gerade eine bullische Grundeinstellung zum Ölmarkt. Sie sieht ihre Einschätzung durch eine Prognose der EIA (Statistikbehörde im US-Energieministerium) unterstützt, nach der die US-Förderung im April oder Mai ihren vorläufigen Höhepunkt erreichen wird. Danach sei Abgang zu erwarten. Ungeachtet der kurzfristigen Aussage setzten die EIA-Statistiker die Jahresfördermengen der USA und der gesamten Ölwelt für dieses und das kommende Jahr herauf. Früher oder später wird sich der Widerspruch als bärische Stimmung der Finanzleute bemerkbar machen. Dann wird man auch wieder über zu geringes globales Wirtschaftswachstum klagen. In den aktuellen Statistiken der EIA ist übrigens nicht berücksichtigt, dass der Iran vermutlich ab Jahresende deutlich mehr Öl in den Markt liefern wird als bisher.

Die Lage ist zwar geeignet, die Ölpreise momentan zu verteuern. Sie ist aber nicht geeignet, die Preise beliebig in die Höhe zu treiben. Jede Teuerung hält einen kleinen Teil der von Pleite bedrohten amerikanischen Förderunternehmen im Markt und wirkt damit preisdämpfend. Hinzu kommt, dass die Produzenten rund um den Persischen Golf ihre Produktion unabhängig von den Ölpreisen steigern. Man hat den Eindruck, dass sie von der Sorge getrieben werden, ihre Ölvorräte nicht bis zu einer weltweiten Abkehr von fossilen Energieträgern verkauft zu haben.

Zu den heute anstehenden US-Bestandsdaten liegt bereits die Meldung des API (American Petroleum Institute) vor. Sie überrascht mit einem enormen Aufbau der Vorräte. Vor den als seriöser gehandelten Zahlen des DOE (Department of Energy) werden sich Finanzjongleure mit einer Bepreisung der Angelegenheit zurückhalten. Nachdem Öl- und Dollarnotierungen gestern zulegten und die Heizölpreise damit in die Zange nahmen, ist aktuell wenig Bewegung an den Ölbörsen zu erkennen. Der Dollar gibt ein wenig nach. Die Tonne Gasöl kostet 541,50 Dollar . Das Barrel Rohöl wird in New York zu 52,96 Dollar und in London zu 58,44 Dollar gehandelt. Der US-Dollar kostet 0,9226 Euro . Damit kostet der Euro 1,0839 Dollar .

Nationaler Markt

Die Heizölpreise zeigen einen ordentlichen Schwung nach oben. Eine plausible Grundlage des realen Ölmarkts gibt es dafür nicht. Finanzjongleure können die Bewegung auch aus einer puren Stimmung heraus erzeugen. Der kurzfristige Seitwärtstrend und das generell freundliche Preisniveau werden davon nicht aufgerieben, wie den zeitnahen Einstellungen unserer aktuellen Heizölpreis-Tendenz zu entnehmen ist.

Der Binnenmarkt läuft recht ruhig. Bestellungen fließen kontinuierlich herein. Daneben hält sich die Hoffnung auf günstigeres Heizöl hartnäckig unter den Preisbeobachtern. Unser Schwarm-O-Meter für Heizöl, das das Kaufverhalten der Kunden ins Verhältnis zu ihren Preisanfragen setzt, und die Lesereinschätzung zur Preisentwicklung zeigen die Lage entsprechend an. Das eine steht auf hohem Niveau für die Kaufbereitschaft, das andere auf einem klaren Mehrheitswert für die Erwartung an fallende Heizölpreise. Hinter den Käufern gibt es offensichtlich wieder eine nennenswerte Gruppe kaufbereiter Beobachter.

Das mathematischen Tiefpreis-System zeigt in einigen Regionen Kaufsignale an. Wo das der Fall ist, überwiegen die Käufer. Wo das nicht zutrifft, überwiegen die Beobachter.

Die Preistrends weisen nur in den längerfristigen Bereichen abwärts. Die Konstellation legt eine Spekulation auf fallende Ölpreise nicht unbedingt nahe, die Überversorgung des realen Markts hingegen schon. Die Heizölpreis-Entwicklung befindet sich nach unserer Einschätzung in einer 50/50 Situation.

Unser simpler Rat an alle Unentschlossenen lautet: Wenn Ihr Tank demnächst eine Füllung verlangt, sollten Sie kaufen. Seien Sie einfach mit dem gewaltigen Preissturz, von dem immer noch ein ordentlicher Anteil verblieben ist, zufrieden. Wenn Sie genügend Heizöl im Tank haben, über ein gutes Nervenkostüm verfügen, um unliebsame Preisentwicklungen zu ertragen, und den spekulativen Kick lieben, sollten Sie es riskieren, auf bessere Preise zu setzen.

Im Übrigen sind wir der Meinung, dass wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln müssen, um zukunftsfähig zu sein. Die freundliche Marktausrichtung ist kein Dauerzustand.

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